- 09.04.2013, 11:37:11
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Bischof Scheuer bei Christen im Irak: Sorge über Staatsteilung
Innsbrucker Bischof führt Gespräche mit christlichen und muslimischen Vertretern - Erzbischof Warda dankt Außenminister Spindelegger für Solidaritätsbesuch
Utl.: Innsbrucker Bischof führt Gespräche mit christlichen und
muslimischen Vertretern - Erzbischof Warda dankt Außenminister
Spindelegger für Solidaritätsbesuch =
Erbil, 09.04.13 (KAP) Der Innsbrucker Bischof Manfred Scheuer
befindet sich derzeit zu kirchlichen und politischen Gesprächen im
Irak. Am Montagabend war Scheuer in Erbil, der Hauptstadt der
autonomen Region Kurdistan, mit dem chaldäisch-katholischen
Erzbischof Bashar Warda zusammengetroffen. Warda appellierte dabei
an den Westen, sich verstärkt für die letzten Christen im Irak
einzusetzen. Wenn die führenden kurdischen und irakischen Politiker
weiterhin bemerkten, dass dem Westen das Schicksal der christlichen
Minderheit im Land gleichgültig ist, werde das deren ohnehin schon
schwierige Position noch verschärfen.
Lobend hob Warda den letzten Besuch des österreichischen
Außenministers Michael Spindelegger hervor. Der Vizekanzler habe bei
seinem Besuch in der Region dezidiert auch auf Begegnungen mit den
Bischöfen.
Auf die politische Zukunft des Irak angesprochen, der in einen
kurdischen, sunnitischen und schiitischen Teil zerfallen könnte,
meinte Bischof Warda, dass er dieses Szenario für sehr schlecht
halte. Die Christen würden dann zwischen allen Fronten und Grenzen
aufgerieben. Der Erzbischof räumte ein, dass von einem rein
politischen Standpunkt aus einiges für die von ihm so gefürchtete
Zersplitterung des Landes spreche.
Dass so viele Christen das Land verlassen, sei nur allzu
verständlich, so Warda weiter. Er setze sich jedoch vehement dafür
ein, die christliche Präsenz im Irak zu erhalten.
Vor dem Irakkrieg 2003 lebten gut 800.000 Christen verschiedenster
Konfessionen im Irak. Inzwischen sind es nur mehr halb so viele.
Rund 1.000 Christen wurden bei Terroranschlägen getötet. Viele
flohen aus dem Süden und Zentralirak in den relativ sicheren Norden.
Auch Treffen in Kirkuk
Montagvormittag waren Gespräche in Kirkuk, der Hauptstadt der
gleichnamigen umstrittenen Provinz, auf dem Programm von Bischof
Scheuer gestanden. Mit führenden Scheichs und Imamen der Region
erörterte er Möglichkeiten zu einem besseren Miteinander von
Christen und Muslimen. In den letzten Jahren waren in Kirkuk
insgesamt 80 führende muslimische Vertreter Anschlägen zum Opfer
gefallen.
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