Bischof Scheuer bei Christen im Irak: Sorge über Staatsteilung

Innsbrucker Bischof führt Gespräche mit christlichen und muslimischen Vertretern - Erzbischof Warda dankt Außenminister Spindelegger für Solidaritätsbesuch

Erbil, 09.04.13 (KAP) Der Innsbrucker Bischof Manfred Scheuer befindet sich derzeit zu kirchlichen und politischen Gesprächen im Irak. Am Montagabend war Scheuer in Erbil, der Hauptstadt der autonomen Region Kurdistan, mit dem chaldäisch-katholischen Erzbischof Bashar Warda zusammengetroffen. Warda appellierte dabei an den Westen, sich verstärkt für die letzten Christen im Irak einzusetzen. Wenn die führenden kurdischen und irakischen Politiker weiterhin bemerkten, dass dem Westen das Schicksal der christlichen Minderheit im Land gleichgültig ist, werde das deren ohnehin schon schwierige Position noch verschärfen.

Lobend hob Warda den letzten Besuch des österreichischen Außenministers Michael Spindelegger hervor. Der Vizekanzler habe bei seinem Besuch in der Region dezidiert auch auf Begegnungen mit den Bischöfen.

Auf die politische Zukunft des Irak angesprochen, der in einen kurdischen, sunnitischen und schiitischen Teil zerfallen könnte, meinte Bischof Warda, dass er dieses Szenario für sehr schlecht halte. Die Christen würden dann zwischen allen Fronten und Grenzen aufgerieben. Der Erzbischof räumte ein, dass von einem rein politischen Standpunkt aus einiges für die von ihm so gefürchtete Zersplitterung des Landes spreche.

Dass so viele Christen das Land verlassen, sei nur allzu verständlich, so Warda weiter. Er setze sich jedoch vehement dafür ein, die christliche Präsenz im Irak zu erhalten.

Vor dem Irakkrieg 2003 lebten gut 800.000 Christen verschiedenster Konfessionen im Irak. Inzwischen sind es nur mehr halb so viele.

Rund 1.000 Christen wurden bei Terroranschlägen getötet. Viele flohen aus dem Süden und Zentralirak in den relativ sicheren Norden.

Auch Treffen in Kirkuk

Montagvormittag waren Gespräche in Kirkuk, der Hauptstadt der gleichnamigen umstrittenen Provinz, auf dem Programm von Bischof Scheuer gestanden. Mit führenden Scheichs und Imamen der Region erörterte er Möglichkeiten zu einem besseren Miteinander von Christen und Muslimen. In den letzten Jahren waren in Kirkuk insgesamt 80 führende muslimische Vertreter Anschlägen zum Opfer gefallen.

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