ORF-Minderheitenredaktion: 25-jähriges Bestehen mit Filmpräsentation im Parlament gefeiert

"Schatten der Scham" steht am 4. Mai in ORF III auf dem Programm

Wien (OTS) - 1988, vor 25 Jahren, wurde auf Initiative des damaligen Generalintendanten Thaddäus Podgorski die Zentrale Minderheitenredaktion des ORF gegründet. Mit der von der Minderheitenredaktion produzierten sonntäglichen Sendung "Heimat, fremde Heimat" und den Volksgruppensendungen "Dobar dan Hrvati" im Burgenland und "Dober dan, Koroska" in Kärnten wurde damals die Minderheitenberichterstattung fixer Bestandteil des TV-Programms. Über die Jahre hinweg wurde das Programm in allen Medien des ORF -TV, Radio und online - kontinuierlich ausgebaut. Gestern, am Montag, dem 8. April 2013, fand im Sitzungssaal des Nationalrats im Parlament anlässlich des 25-jährigen Bestehens der ORF-Minderheitenredaktion die Präsentation des Dokumentarfilms "Schatten der Scham" statt, zu der die Präsidentin des Nationalrates, Mag. Barbara Prammer und ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz luden. Zahlreiche Weggefährten, Minderheitenvertreter/innen, ehemalige Regierungsmitglieder und aktuelle Mitglieder des Nationalrats folgten der Einladung, darunter OGH-Präsident Dr. Eckart Ratz, der ehemalige Vizekanzler Dr. Norbert Steger, der ehemalige Justizminister Dr. Nikolaus Michalek, der ehemalige Außenminister Erwin Lanc, der ehemalige Staatssekretär im Bundesministerium für Finanzen, Dr. Alfred Finz, der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, Mag. Raimund Fastenbauer, Prof. Rudolf Sarközi, Obmann des Kulturvereins österreichischer Roma, Dr. Fuat Sanac, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, sowie der ehemalige ORF-Generalintendant Thaddäus Podgorski, ORF-Fernsehdirektorin Mag. Kathrin Zechner, ORF-Technikdirektor Ing. Michael Götzhaber, ORF-Landesdirektor Karlheinz Papst, Ö1-Chefin Bettina Roither-Epp, Magazin-Chefredakteurin Mag. Waltraud Langer, Sissy Mayerhoffer, Leiterin des ORF-Humanitarian-Broadcasting, Silvana Meixner, Leiterin der ORF-Minderheitenredaktion u.v.a.

Nationalratspräsidentin Mag. Barbara Prammer: "Zentraler Auftrag an den öffentlich-rechtlichen ORF ist, die Gesellschaft in ihrer Breite und Vielfalt zu begreifen, Österreich und seine Menschen differenziert abzubilden. Dazu zählt auch, Minderheiten die ihnen gebührende Aufmerksamkeit zu schenken und ihnen im Sinne des Wortes eine Stimme zu geben. Sprachen und Dialekte sind wichtig für die Identität eines jeden Menschen und drücken zugleich gesellschaftliche Vielfalt aus. Das macht sie zum bewahrenswerten Kulturgut, wobei Medien eine wesentliche Rolle zukommt. Die ORF-Minderheitenredaktion wird dieser Aufgabe seit nunmehr 25 Jahren in vorbildlicher Weise gerecht. Sie vermittelt ein authentisches, von Respekt geprägtes Bild der in Österreich lebenden Minderheiten und ist somit eindeutiges Statement für ein gleichberechtigtes Miteinander. Und sie lebt gesellschaftliche Buntheit, weil sie selbst Sprachenvielfalt widerspiegelt. Herzlichen Glückwunsch zum 25-Jahr-Jubiläum, verbunden mit Dank für die bisher geleistete Arbeit und besten Wünschen für die Zukunft!"

ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz: "Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Minderheitenredaktion sind seit einem Vierteljahrhundert darum bemüht, die komplexen und umfangreichen Themen der vielfältigen österreichischen Gesellschaft zu erklären und zu analysieren. In Österreich waren sie die Wegbereiterinnen und Wegbereiter in diesem Bereich und deswegen gebührt ihnen unser besonderer Dank."

ORF-Fernsehdirektorin Mag. Kathrin Zechner: "Der ORF übernimmt mit seinen Programmen, Aktivitäten und seiner unabhängigen Berichterstattung eine wichtige gesellschaftliche Integrationsfunktion, die kein privates Medienunternehmen in diesem Umfang wahrnimmt. Mediale Homebase der gesellschaftlichen Vielfalt Österreichs ist seit einem Vierteljahrhundert die ORF-Minderheitenredaktion. Ihre umfassende, differenzierte und authentische Information ist weit mehr als das Umsetzen des gesetzlichen Auftrags. Mit leidenschaftlichem Einsatz informieren die ORF-Redakteurinnen und -Redakteure über die unterschiedlichen Lebenswelten der in Österreich beheimateten Minderheiten. Wie wichtig das gesellschaftlich aktuelle Thema Integration dem Gesamtunternehmen ORF ist, zeigte zudem vor kurzem der trimediale Schwerpunkt 'Wir sind Österreich'. Fünf Millionen Österreicher haben unsere 70 Programmstunden zum Zusammenleben gesehen. Mit einem so wichtigen Thema so viele Menschen erreichen, das kann nur der ORF."

Im Dokumentarfilm "Schatten der Scham" von Sabina Zwitter-Grilc, zu sehen in ORF III Kultur und Information am Samstag, dem 4. Mai, um 20.15 Uhr geht es um die Wunden, die die NS-Vertreibung der Jüdinnen und Juden, Romnija und Roma und Kärntner Sloweninnen und Slowenen bei den Opfern hinterlassen hat. Diese Wunden sind bis heute nicht verheilt. Drei junge Frauen - eine Kärntner Slowenin, eine Romni und eine Frau mit jüdischem Background wollen herausfinden, warum das Leid ihrer Großmütter für ihr Leben und Empfinden ausschlaggebend ist. Sie begeben sich auf eine spannende, Generationen übergreifende Wurzelsuche in Österreich und New York. Peter Handke, Maja Haderlap, Harry Belafonte, André Heller, Lily Brett, Harri Stojka, Christoph Grissemann und Dirk Stermann, Katja Sturm-Schnabl, Thea Scholl, Liese Scheiderbauer und Adolf Papai beschäftigen sich vor der Kamera mit der Weitergabe von Traumata.

Zahlreiche weitere Statements zum Jubiläum, Infos zur Erfolgsgeschichte der ORF-Minderheitenredaktion sowie weitere Details zum Film sind in der Pressemappe unter http://presse.ORF.at abrufbar.

Rückfragen & Kontakt:

http://presse.ORF.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRF0008