- 08.04.2013, 11:01:55
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"kreuz und quer" am 9. April: "Hitlers Kinder" und "Der Massenmörder und der Trillionär"
Wien (OTS) - "kreuz und quer" - präsentiert von Doris Appel - zeigt
am Dienstag, dem 9. April 2013, um 22.30 Uhr in ORF 2 mit Chanoch
Ze'evis Film "Hitlers Kinder" eine intensive, schmerzliche
Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunft und dem Thema Schuld und
Aussöhnung.
Eine tödliche Konfrontation steht am Kreuzungspunkt der Lebenswege
von Geschäftsmann Siegmund Bosel und SS-Mörder Alois Brunner. Um
diese beiden Personen und das schreckliche Finale baut Georg Ransmayr
seine "kreuz und quer"-Dokumentation "Der Massenmörder und der
Trillionär", die anschließend um 23.20 Uhr auf dem Programm von ORF 2
steht.
"Hitlers Kinder" - Ein Film von Chanoch Ze'evi
Hermann Göring, Rudolf Höß, Heinrich Himmler und Amon Göth - ihre
Namen stehen für die grauenhaften Verbrechen des Nationalsozialismus.
Die Nachkommen der Täter tragen schwer an ihrer Herkunft. "Wie viel
Mörder steckt in mir?" fragen sie sich. Katrin Himmler, Großnichte
des "Reichsführers-SS" beispielsweise ist mit einem Israeli
verheiratet und setzt auf die bewusste Konfrontation, um die Scham zu
überwinden. Rainer Höß, Enkel des Kommandanten, reist nach Auschwitz,
um mit Nachkommen jüdischer Opfer zusammenzutreffen. Wie gehen diese
Männer und Frauen damit um, mit einer Hinterlassenschaft bestraft
worden zu sein, die sie dauerhaft mit einem der größten Verbrechen
der Geschichte verbindet? Wie ist es für sie, mit einem Namen
aufgewachsen zu sein, mit dem man sofort Bilder von Mord und
Völkermord assoziiert?
Die Protagonisten:
Bettina Göring (53), Großnichte von Hermann Göring (Hitlers
Oberbefehlshaber der Luftwaffe). Sie lebt in Santa Fe (US-Staat New
Mexico), praktiziert alternative Medizin. Göring und ihr Bruder
ließen sich freiwillig sterilisieren. "Ich habe das machen lassen, um
mehr oder weniger keine weiteren Görings zu produzieren."
Katrin Himmler (43), Großnichte von Heinrich Himmler
("Reichsführer-SS" und leitender Organisator des Völkermords). Sie
heiratete einen israelischen Juden, Sohn von Holocaust-Überlebenden.
Monika Hertwig (65), Tochter von Amon Göth (Kommandant des KZs
Plaszow): "Inwieweit kann man den Mörder vom Vater trennen? Wie viel
vom Mörder steckt in mir? Diese Dinge treiben mich um."
Niklas Frank (70), Sohn von Hans Frank (Hitlers Generalgouverneur der
besetzten polnischen Gebiete). Er erinnert sich, wie sein Vater ihn
mit ins KZ nahm. Von den Horror-Bildern wird er heute noch
heimgesucht: "In meinen Träumen sehe ich die Berge von Leichen im
Lager."
Rainer Höß (44), Enkel von Rudolf Höß (Kommandant des
Konzentrationslagers Auschwitz). Der Enkel reist - gemeinsam mit
einem Israeli, der einen Teil seiner Familie im Konzentrationslager
verloren hatte - nach Auschwitz, um sich der dunklen Geschichte
seiner Vorfahren zu stellen.
"Der Massenmörder und der Trillionär" - Ein Film von Georg Ransmayr
Februar 1942: Der gefürchtete SS-Mann Alois Brunner lässt wieder
Hunderte Juden von Wien in die Vernichtungslager des Ostens
deportieren. In einem Waggon befindet sich auch der schwerkranke
Siegmund Bosel. Der einst steinreiche Unternehmer und Finanz-Jongleur
war Anfang der 1920er-Jahre als Wiener Kronen-Trillionär bekannt
geworden. Etwa eine Woche nachdem Siegmund Bosel im Februar 1942
deportiert worden ist, erfährt dessen Familie, dass er den Transport
nicht überlebt hat. Brunner hat Bosel getötet. Zeitzeugen, Angehörige
und Historiker beleuchten die dramatischen Ereignisse, die zum
Aufeinandertreffen der beiden geführt haben. Eigentlich war Bosel vor
den Nazis bereits in Sicherheit, er lebte in Paris, doch wenige Tage
vor dem Einmarsch deutscher Truppen im März 1938 kam er nochmals nach
Wien zurück. Das wurde ihm zum Verhängnis.
Bosel und Brunner waren ursprünglich gelernte Verkäufer, aus kleinen,
fast ärmlichen Verhältnissen stammend. Bosels Karriere ist
kometenhaft. Brunner bringt es dagegen beruflich nicht weit, der
fanatische Antisemit sucht früh sein Heil unterm Hakenkreuz. 1938
heuert der gebürtige Burgenländer bei Adolf Eichmann an und wird
erbarmungsloser Vollstrecker der Judenvernichtung.
Die Dokumentation präsentiert bisher unveröffentlichte Dokumente und
Bilder. Gestalter Georg Ransmayr, dem es gelang, die Tochter Siegmund
Bosels erstmals für den ORF zu interviewen, erläutert auch, wie Alois
Brunner als gesuchter Kriegsverbrecher in den 1950er-Jahren in Syrien
Unterschlupf finden konnte. Etwa 130.000 Juden hat Brunner ungestraft
in den Tod geschickt. Eine brisante Frage bis heute: Haben westliche
Geheimdienste mit dem geflüchteten und gesuchten Kriegsverbrecher in
Syrien zusammengearbeitet?
"kreuz und quer" ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der
Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand
abrufbar und steht als zeitnahe Servicewiederholung am Mittwoch im
Hauptabend auf dem Programm von ORF III Kultur und Information.
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