• 04.04.2013, 12:37:01
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20 Jahre CEEPUS - Töchterle und Fryc: Wichtiger Beitrag zum europäischen Friedensprozess für Ost- und Südeuropa

CEEPUS-Minister/innenkonferenz heute in Wien - Republik Moldau neues Vollmitglied - Übergabe der CEEPUS-Präsidentschaft von Österreich an Tschechien

Utl.: CEEPUS-Minister/innenkonferenz heute in Wien - Republik Moldau
neues Vollmitglied - Übergabe der CEEPUS-Präsidentschaft von
Österreich an Tschechien =

Wien (OTS) - 1993 wurde das multilaterale Austauschprogramm mit
Mittel-, Ost- und Südosteuropa CEEPUS (Central European Exchange
Program for University Studies) auf Initiative Österreichs vom
damaligen Wissenschaftsminister Dr. Erhard Busek aus der Taufe
gehoben - 20 Jahre danach zeigt sich: "Das Mobilitätsprogramm hat
sich zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt: Mehr als 24.000
Studierende und 14.000 Lehrende haben bereits vom Austausch
profitiert - sowohl in wissenschaftlicher als auch kultureller und
sprachlicher Hinsicht", so Wissenschafts- und Forschungsminister Dr.
Karlheinz Töchterle. Er informierte heute gemeinsam mit dem
tschechischen Vizeminister für Bildung Dr. Jindrich Fryc - Tschechien
übernimmt heute den alle zwei Jahre wechselnden CEEPUS-Vorsitz von
Österreich - und CEEPUS-Generalsekretärin Mag. Elisabeth Sorantin
über die Entwicklung des Programms sowie den abgeschlossenen
Beitrittsprozess der Republik Moldau. Die Republik Moldau wird bei
der mittlerweile 18. CEEPUS-Minister/innenkonferenz, zu der Töchterle
heute Amtskolleg/innen und Vertreter/innen aus 15 Ländern nach
Österreich geladen hat, als 15. Vollmitglied willkommen geheißen.

Bei der Minister/innenkonferenz werden heute auch die Weichen für die
weitere Entwicklung von CEEPUS gestellt: Ein gemeinsamer Beschluss
über die von den einzelnen Mitgliedstaaten zur Verfügung gestellten
Stipendienmonate wird darüber entscheiden, wie viele der 87 für
2013/2014 eingereichten Netzwerke nach der Qualitätskontrolle
zuerkannt werden können. Zur weiteren Förderung gemeinsamer
Studienabschlüsse ist die Einführung einer Auszeichnung ("label")
für besonders erfolgreiche CEEPUS-Universitäten geplant. Weiters
werden die Minister den Wunsch nach erleichterten Bedingungen bei der
Akkreditierung gemeinsamer Studienabschlüsse diskutieren. Die
Optionen von CEEPUS im Rahmen der EU-Donauraumstrategie sind ebenso
ein Tagesordnungspunkt. Töchterle und Fryc gaben heute in der
Pressekonferenz auch den Gewinner des diesjährigen Ministerpreises
bekannt: Peter Körtesi (Universität Miskolc, Ungarn) erhält die
Auszeichnung - nach 2006 zum zweiten Mal - für das Netzwerk "Active
Methods in Teaching and Learning Mathematics and Informatics".

Töchterle und Fryc kündigten in der gemeinsamen Pressekonferenz auch
den für 6. Juni 2013 in Prag geplanten "Science Day" an, der
tschechische und österreichische Wissenschaftler noch näher zusammen
bringen soll. An diesem Tag wird auch das 20-jährige Jubiläum der
"Aktion Österreich-Tschechische Republik" gefeiert, die zur Förderung
der Kooperation im Wissenschafts- und Forschungsbereich bilaterale
Forschungsprojekte und Studierenden- und Forscheraustausch
unterstützt.

"Das CEEPUS-Programm ist in der Tschechischen Republik seit Beginn
seiner Existenz eines der beliebtesten Instrumente zur Unterstützung
der akademischen Mobilität", so der Vizeminister für Bildung Dr.
Jindrich Fryc. Besonders in den 1990er Jahren habe das
CEEPUS-Programm in erhöhtem Ausmaß zur akademischen Mobilität im
mitteleuropäischen Raum beigetragen. "Es ist sehr erfreulich, dass
das Programm auch nach 20 Jahren für die Hochschulstudenten sowie für
die Pädagogen von besonderem Interesse ist", unterstrich Fryc. Die
Vorsitzübernahme (Präsidentschaftübernahme) im Jahre 2013 und damit
im Jahr des 20jährigen CEEPUS-Jubiläums, "verstehe ich auch als
Wertschätzung des großen Engagements der Tschechischen Republik in
diesem multilateralen Austauschprogramm", über die sich Vizeminister
Dr. Fryc sehr erfreut zeigte. Die Tschechische Republik verpflichtet
sich, auch in den kommenden Jahren ausreichend
CEEPUS-Stipendienmonate zur Verfügung zu stellen.

Der CEEPUS-Vertrag wurde 1993 unterzeichnet - aus den Notwendigkeiten
heraus, in den erfassten Regionen den Austausch von Studierenden und
Lehrenden gezielt zu ermöglichen. CEEPUS war nach dem Fall des
Eisernen Vorhangs das erste akademische Programm, das die wieder frei
gewordenen Staaten als gleichberechtigte Partner untereinander und
mit Österreich verbunden hat. Ziel war die institutionelle
Zusammenarbeit der Hochschulen. "Als nach und nach auch die
südosteuropäischen Länder beigetreten sind, hat sich gezeigt: Das
Programm hat auch einen bedeutenden friedenstiftenden Beitrag in der
Region geleistet", so Töchterle. "Österreich hat durch und mit CEEPUS
seine viel zitierte Brückenfunktion mehr als erfüllt und damit einen
wichtigen Schritt ins vereinte Europa gesetzt", betonte Töchterle.
Mehrere CEEPUS-Staaten sind mittlerweile der Europäischen Union
beigetreten, andere sind auf dem Wege dorthin.

Zum Erfolgsgeheimnis von CEEPUS meint CEEPUS-Generalsekretärin Mag.
Elisabeth Sorantin: "Der Enthusiasmus an der Zusammenarbeit ist
CEEPUS heilig und darf nicht wegadministriert werden. Die
CEEPUS-Verwaltung sieht sich als Medium, durch das
Kooperationswünsche wahr werden können. Das bedeutet eine extrem
schlanke und benutzerfreundliche Verwaltung. Das gesamte Programm
wird von nur 15 Nationalen Büros (je 1 Person) und 2 Personen im
Generalsekretariat abgewickelt und geleitet. Pro Jahr werden über
1.000 Projektteilnehmer/innen betreut und über 6.000
Mobilitätsanträge bearbeitet. Bereits zwei externe Evaluierungen
haben CEEPUS als nachahmungswürdiges 'best practice-Modell'
gewürdigt."

Zum Mobilitätsprogramm CEEPUS
1993 haben die Gründungsstaaten Bulgarien, Polen, die Slowakei,
Slowenien, Ungarn und Österreich mit der Arbeit begonnen. In der
20jährigen Geschichte ist die Teilnehmerzahl auf 15 Länder
angestiegen (Albanien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Kroatien,
Mazedonien, Moldawien, Montenegro, Österreich, Polen, Rumänien,
Slowakische Republik, Serbien, Slowenien, Tschechische Republik,
Ungarn; zusätzlich ist die Universität Prishtina). Jedes
Mitgliedsland stellt sogenannte "Stipendienmonate" für
Incoming-Studierende und Incoming-Lehrende, die innerhalb eines
Netzwerkes mobil sind, zur Verfügung. Incoming-Studierende werden von
der Gastinstitution von den Studierendenbeiträgen befreit und
erhalten vom Gastland ein Vollstipendium (abhängig von den
Lebenshaltungskosten). Aufenthalte von mindestens drei bis maximal
zehn Monate werden gefördert, weiter sind Kurzaufenthalte im Rahmen
der Abfassung von Diplom- bzw. Dissertationsarbeiten, Summerschools
oder Exkursionen möglich. Österreichische Stipendiat/innen können
einen Mobilitätszuschuss beantragen, nach erfolgreichem Abschluss des
Auslandsaufenthaltes wird ein Reisekostenzuschuss ausgezahlt (Infos
auf www.grants.at).

Seit 1994/95 haben mehr als 38.600 Personen vom Austausch im Rahmen
von CEEPUS profitiert, sie haben insgesamt ca. 59.000
Stipendienmonate konsumiert. Aktuell gibt es 66 CEEPUS-Netzwerke,
davon werden zwölf von Österreich koordiniert und 51 sind mit
österreichischer Beteiligung. Netzwerke, die ohne Österreich
arbeiten, haben prozentuell zugenommen: Waren es 1994/95 rund 11
Prozent, sind es 2012/13 bereits rund 23 Prozent. Somit zeigt sich:
Österreich hat sein Ziel erreicht und die Mobilität in der Region
mehr als verdoppelt. Ein Netzwerk muss aus mindestens drei
Hochschulinstitutionen aus mindestens zwei verschiedenen
Vertragsstaaten bestehen. Ein Partner fungiert als Koordinator des
Netzwerkes, er reicht das Netzwerk ein und ist weiters für den
Informationsfluss innerhalb des Netzwerks, die Koordination der
Netzwerkaktivitäten und in einem partnerschaftlichen Prozess für die
Aufteilung der Stipendienmonate zuständig.

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