EANS-News: Montega AG / Evotec AG: Schwaches viertes Quartal, Dynamik bei Kundenakquise und Kommerzialisierung weiter intakt

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Analysten/Analyse, Aktie, Research, Kaufen

Hamburg (euro adhoc) - Die von Evotec für das Geschäftsjahr 2012 berichteten Umsatzerlöse von 87,3 Mio. Euro (Vj: 80,1 Mio. Euro) blieben infolge der Verschiebung von Meilensteinzahlungen von Q4/12 ins Jahr 2013 hinter unseren Erwartungen und der Guidance des Unternehmens zurück. Mit einem Umsatzplus von 9% wurde das prognostizierte zweistellige Wachstum knapp verfehlt. Ohne die Umsatzbeiträge aus den akquirierten Geschäftsbereichen Evotec München und Evotec San Francisco lag der Anstieg vergleichbarer Umsätze (like for like) bei 6%. Im direkten Vergleich sind darüber hinaus die in 2011 besonders hoch ausgefallenen Vorabzahlungen von Roche zu berücksichtigen (Basiseffekt).

Die Bruttomarge fiel auf 35,6% (Vj: 43,7%). Erwartet hatten wir rund 37%. Damit wurde der in den ersten drei Quartalen 2012 beobachtete Trend eines kontinuierlichen Margenanstiegs im Zuge der sich verbessernden Kapazitätsauslastung im vierten Quartal unterbrochen. Neben den ausgebliebenen Meilensteinen war in Q4 vor allem der überproportionale Anstieg der Herstellkosten in Relation zu den traditionellen Serviceumsätzen für die Abweichung zu unserer Prognose ausschlaggebend. Als Hauptgrund für die schwächere Kapazitätsauslastung in Q4 wurde vom Management der Aufbau der nötigen technischen und strategischen Infrastruktur für die im Oktober 2012 angelaufene Kooperation mit Bayer genannt. Das entsprechende Set-up der fünfjährigen Kooperation (u.a. Tiermodelle in Endometriosis) wird sich voraussichtlich noch bis zum Sommer 2013 hinziehen. Darüber hinaus war der signifikante Rückgang der Bruttomarge gegenüber dem Vorjahr jedoch absehbar. Zurückzuführen ist er auf den veränderten Umsatzmix durch geringere Upfront- und Meilensteinzahlungen, das Hochfahren der Kapazitäten im Bereich EVT Execute. Hinzu kommen die niedrige Marge im neu akquirierten Geschäftsbereich Substanzverwaltung (Evotec San Francisco) sowie der Umzug in den neuen Manfred Eigen Campus Anfang 2012.

Die berichteten schwachen Ergebniszahlen verfehlten unsere Erwartungen deutlich. Die niedrige Bruttomarge in Kombination mit einer umfangreichen Wertberichtigung auf immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 3,5 Mio. Euro ließen das operative Ergebnis auf minus 3,2 Mio. Euro (Vj: 5,2 Mio. Euro) einbrechen. Die Wertminderung resultierte dabei größtenteils aus der Entscheidung bei Pharmapartner Pfizer, das ursprünglich von Renovis (später Evotec) einlizenzierte VR1-Programm (TRPV1-Antagonist zur Schmerztherapie) einzustellen und aus dem Portfolio zu nehmen.

Das bereinigte operative Ergebnis (vor Wertberichtigungen und Änderungen bei Earn-out-Komponenten) war mit 1,4 Mio. Euro positiv und in line mit der Guidance des Unternehmens, fiel jedoch geringer aus als in 2011 (5,8 Mio. Euro). F&E-Aufwendungen sowie Verwaltungs- und Vertriebskosten stellten sich erwartungskonform ein. Aufgrund eines hohen latenten Steuerertrages von 8,3 Mio. Euro lag das Nettoergebnis mit 2,5 Mio. Euro am Ende erneut im Plus (Vj: 6,7 Mio. Euro).

Trotz der vergleichsweise schwachen Umsatz- und Ergebniszahlen für 2012 legte Evotec eine starke Cashflow-Performance hin. Der operative Cashflow stieg gegenüber dem Vorjahr um 19% auf 12,0 Mio. Euro (2011: 10,1 Mio. Euro), was in erster Linie der Vorabzahlung von Bayer in Q4 in Höhe von 12 Mio. Euro zu verdanken ist. Trotz umfangreicher Investitionen in Sachanlagen von 8,2 Mio. Euro (Vj: 8,1 Mio. Euro), Investitionen in die Antikörper-Plattform von 4-Antibody sowie Zahlungen für erfolgsabhängige Kaufpreiskomponenten konnte die starke Cashposition auf 64,2 Mio. Euro weiter ausgebaut werden (Vj: 62,4 Mio. Euro).

Ausblick 2013

Nach der Gewinnwarnung im Herbst agiert das Unternehmen nun offenbar vorsichtiger und gibt für seine Umsatzprognose eine deutlich größere Bandbreite an, als wir das bisher vom Unternehmen gewohnt waren. Für 2013 rechnet das Unternehmen mit einem Konzernumsatz von 90-100 Mio. Euro (yoy: 3-15%) und stellt einen Anstieg der Meilensteinumsätze gegenüber 2012 in Aussicht. Die Bruttomarge soll leicht über dem Niveau des Vorjahres liegen. Ebenso erwartet Evotec, das um eventuelle Wertberichtigungen und Earn-out-Komponenten bereinigte operative Ergebnis gegenüber dem Vorjahr zu verbessern. Die F&E-Aufwendungen werden 2013 auf rund 10 Mio. Euro ansteigen. Die zusätzlichen Mittel sind in erster Linie für den Aufbau der Cure X-Pipeline vorgesehen und sollen vorwiegend in die Indikationsbereiche Stoffwechselerkrankungen (Diabetes) und regenerative Medizin fließen. Mit einer CAPEX-Guidance von 7 Mio. Euro wird Evotec weiterhin kräftig in den Ausbau von Kapazitäten und Technologien investieren, jedoch im Vergleich zu den beiden Vorjahren seine Investitionen wie erwartet etwas zurückfahren. Den Free Cashflow plant das Unternehmen gegenüber 2012 weiter zu steigern und seine starke Liquiditätsposition von über 60 Mio. Euro zum Jahresende zu halten. In diesen Prognosen sind Mittelabflüsse für mögliche Akquisitionen noch nicht berücksichtigt.

Mit Blick auf die Verschiebung von Meilensteinen aus Q4 2012 ins Jahr 2013 hatten wir von Evotec eine etwas aggressivere Guidance erwartet. Die nachvollziehbare Zurückhaltung dürfte nicht zuletzt auch psychologisch begründet sein. Dennoch stimmen obere Grenze der Umsatzspanne und relatives Umsatzwachstum mit unsere bisherigen Prognosen gut überein. Nach Angaben des Managements ist die Auftragslage stark. Im laufenden Geschäftsjahr kann sich Evotecs Entwicklungsplan auf eine ausreichende Zahl an potenziellen präklinischen und klinischen Meilensteinen stützen. Bei entsprechenden Entwicklungserfolgen, gerade auch in der Medizinalchemie, sollte ein Umsatzplus von bis zu 15% möglich sein. Das Gros der Meilenstein- und Upfrontzahlungen erwarten wir in der zweiten Jahreshälfte, sodass sich eine Verbesserung der Bruttomargen und operativen Ergebnisse vor allem mit den Geschäftszahlen für Q3 bzw. Q4 einstellen sollte. Infolge der hohen Volatilität der Meilensteine von Quartal zu Quartal ist bis dahin im Jahresverlauf mit starken Schwankungen bei Margen und Ergebniszahlen zu rechnen. Den Auftakt wird ein verlustreiches erstes Quartal machen, für das keine Meilensteine vereinnahmt wurden (die Anfang Januar gemeldeten Zahlungen von MedImmune und Ono Pharmaceutical wurden dem vierten Quartal 2012 zugerechnet).

Evotecs Impairment-Risiko konnte inzwischen erheblich reduziert werden. Zwar ist generell ein gewisses (Buch-)Risiko gegeben, wonach externe Portfolio-Entscheidungen von Lizenzpartnern nicht-cashwirksame Wertberichtigungen auf noch bilanzierte immaterielle Vermögenswerte auslösen können. Durch den im Dezember 2012 mit Janssen geschlossenen Lizenzdeal für die EVT100-Substanzfamilie (NR2B-selektive NMDA-Antagonisten) konnte eine Wertberichtigung aus diesem Projekt in Höhe von ca. 20 Mio. Euro, die bei einer kompletten Einstellung des Programms gedroht hätte, jedoch bis auf Weiteres abgewendet werden.

Anhaltende Dynamik bei der Akquise von Großaufträgen, bei Pipelineausbau und Kommerzialisierungserfolgen

Die im Januar begonnene Innovationsallianz mit der Universität Yale, der zweite Lizenzvertrag mit Janssen und eine neue Forschungsallianz mit Bayer in Q4 2012 belegen die anhaltende Dynamik in Evotecs Geschäftsmodell. Das Erfolgskonzept seiner CureBeta- und CureNephron-Programme mit Harvard wird Evotec in den kommenden Jahren in Form weiterer Cure X-Initiativen mit anderen hochkarätigen akademischen Partnern in den USA und Deutschland "industrialisieren" und die daraus hervorgehenden Produktkandidaten an Industriepartner auslizenzieren. Noch in diesem Jahr wird für eines der laufenden Programme (vermutlich CureNephron) ein weiterer Lizenzdeal mit einem Pharmapartner angestrebt. Für 2013 stellt das Management zudem ein bis zwei neue akademische Forschungsallianzen auf den Gebieten der Herzerkrankungen (CureHeart) bzw. Nervenleiden (CureNeuron) in Aussicht.

Der Fokus der Investoren und Analysten wird sich im laufenden Geschäftsjahr in besonderem Maße auf das Erreichen der Meilensteine richten. Sie sind ein bestimmender Faktor, um die Nachhaltigkeit in der Aufwärtsentwicklung bei Bruttomargen und operativem Ergebnis - und damit die nachhaltige Profitabilität des Geschäftsmodells insgesamt - zu dokumentieren. Auch künftig plant Evotec sein Portfolio an aktiven Multi-Target-Allianzen um mindestens einem neuen Deal pro Jahr zu erweitern. Das wachsende Portfolio sollte daher mit zunehmendem Projektfortschritt gesteigerte Einnahmen an Meilensteinen über die nächsten Jahre erwarten lassen.

Das Management hat die Unternehmensstrategie des Aktionsplans 2016 erneut bekräftigt, der in den nächsten vier Jahren eine Verdopplung der Umsätze und eine gesteigerte Profitabilität vorsieht. Bis spätestens 2016 stellt Evotec eine operative Marge von ca. 15% in Aussicht, die über eine Verbesserung des Mixes aus Umsatzbeteiligungen, Meilensteinzahlungen und Serviceumsätze erreicht werden soll.

Anlageurteil

Ausgehend von der unter unserer Erwartung liegenden Ergebnisentwicklung haben wir unsere Prognosen für 2013 ff. gesenkt. Dies berücksichtigt auch einen etwas langsameren Anstieg der Bruttomarge aufgrund von Anlaufkosten für weitere Forschungsallianzen. Gleichzeit erhöht sich aufgrund des Fortschritts der klinischen Entwicklungsprojekte der Wert der Wirkstoffpipeline. Die SOTP-Bewertung führ somit zu einem unveränderten Kursziel von 4,00 Euro je Aktie. Entsprechend sehen wir unverändert deutliches Kurspotenzial für die Aktie. Wir gehen davon aus, dass weitere kommerzielle und strategische Erfolge im laufenden Jahr positiv auf die Aktie wirken sollten. Zudem dürfte nun, nach Rückkehr von CEO Werner Lanthaler, die Kapitalmarktkommunikation wieder deutlich zunehmen und das Sentiment verbessern. Den deutlichen Kursrückgang der letzten Wochen sehen wir somit als attraktive Gelegenheit für ein Investment und bestätigen unsere Kaufempfehlung für die Aktie.

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Über Montega:

Die Montega AG zählt zu den größten unabhängigen Research-Häusern in Deutschland. Zum Coverage-Universum des Hamburger Unternehmens gehören eine Vielzahl von Small- und MidCaps aus unterschiedlichsten Sektoren. Montega unterhält umfangreiche Kontakte zu institutionellen Investoren, Vermögensverwaltern und Family Offices mit dem Fokus 'Deutsche Nebenwerte' und zeichnet sich durch eine aktive Pressearbeit aus. Die Veröffentlichungen der Analysten werden regelmäßig von der Fach- und Wirtschaftspresse zitiert. Neben der Erstellung von Research-Publikation gehört die Organisation von Roadshows und Field Trips zum Leistungsspektrum der Montega AG.

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