• 26.03.2013, 17:21:25
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Razzia im Fall von Stronachs Schloss Reifnitz

Justiz: Korruptionsermittler stellen umfangreiche Unterlagen an sechs Standorten sicher

Utl.: Justiz: Korruptionsermittler stellen umfangreiche Unterlagen
an sechs Standorten sicher =

Wien (OTS/kurier) - Pikante Schlossaffäre. Im Ermittlungsverfahren um
den mutmaßlichen Diskont-Verkauf des Kärntner Schlosses Reifnitz an
Magna bzw. Frank Stronach hat die Wirtschafts- und
Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) am Dienstag das Tempo erhöht.
Mit 35 Polizeibeamten und mehreren Staatsanwälten hat die zentrale
Ermittlungsbehörde für Wirtschaftskriminalfälle an fünf Standorten in
Kärnten und Niederösterreich Unterlagen und Dokumente sichergestellt.
Nur bei der Kärntner Tourismus Holding in Klagenfurt wurde auch eine
Hausdurchsuchung durchgeführt. Der amtliche Besuch galt vor allem dem
Gemeindeamt Maria Wörth und dem Amt der Kärntner Landesregierung,
aber auch bei Magna in Niederösterreich sollen die Beamten
vorgefahren sein. Privatadressen sollen keine betroffen gewesen sein.
Erich Mayer von den WKStA bestätigt auf Anfrage des KURIER, dass
umfangreiches Material eingesammelt wurde. Die Amtshandlung war Mitte
des Nachmittags abgeschlossen.

Wie der KURIER berichtete, ermittelt die WKStA unter der Aktenzahl 15
St 28/12 gegen neun Gemeinderäte von Maria Wörth, die dem
umstrittenen Verkauf 2005 um 6,4 Millionen Euro an Magna/Stronach
zugestimmt und 2011 - für eine Million Euro Abschlagszahlung - auf
ein Wiederkaufsrecht verzichtet haben. Unter den Verdächtigen sind
der FPK-Bürgermeister Adolf Stark, FPK-Gemeinderat Martin Strutz und
weitere FPKler, aber auch SPÖ-Gemeindevertreter. Verdächtiger Nummer
zehn ist Käufer Frank Stronach. Der Verdacht lautet auf Untreue. Die
Vorwürfe werden bestritten.

Doch die Korruptionsermittler haben auch "Unbekannte Täter" der
Kärntner Landesregierung im Visier, wie aus der Aktenlage hervorgeht.
Sie werden als Verdächtige Nummer elf angeführt: Sie sollen den
Verzicht auf das Wiederverkaufsrecht der Gemeinde Maria Wörth
"missbräuchlich aufsichtsrechtlich genehmigt haben."

Da Stronach laut Kaufvertrag aus Schloss Reifnitz in fünf Jahren
einen Tourismusbetrieb machen hätte müssen, aber diese Vorgabe nicht
erfüllt hatte, hätte das Schloss zum ursprünglichen Kaufpreis an die
Gemeinde zurückfallen müssen. "Auf Wunsch der Gemeinde", heißt es in
den Akten, hätte das Land Kärnten den Rückkauf durchführen und
bezahlen müssen. Den Vertretern des Landes Kärnten wird vorgeworfen,
diese "ergebende Verpflichtung nicht ausgeübt" zu haben.

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