"profil": Finanz fordert von Karl-Heinz Grasser 5,4 Millionen Euro Einkommensteuer

Bescheide für Zeitraum 2003 bis 2010 ergangen - Finanz wirft Grasser vor, Meinl-Honorare den "Besteuerungsgrundlagen" entzogen zu haben

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, stehen Karl-Heinz Grasser empfindliche Steuernachzahlungen ins Haus. Am 14. Februar wurden dem ehemaligen Finanzminister neue Einkommensteuerbescheide für die Jahre 2003 bis 2010 zugestellt. Demnach hat das Wiener Finanzamt 1/23 auf Basis einer umfassenden Untersuchung der Großbetriebsprüfung nun eine Nachzahlung in der Höhe von insgesamt 5,4 Millionen Euro verfügt. Davon entfallen 4,95 Millionen Euro auf die Einkommensteuer sowie 462.375 Euro auf so genannte Anspruchszinsen, zahlbar bis Mitte April. Grasser hat die Bescheide zwischenzeitlich angefochten und damit vorerst einen Zahlungsaufschub erwirkt. Die Finanzverwaltung sieht es als erwiesen an, dass Grassers Stiftungskonstruktionen in Liechtenstein nebst angeschlossenen Briefkastenstrukturen auf Zypern und den Britischen Jungferninseln darauf ausgerichtet waren, die Honorare aus seinem Meinl-Engagement den "österreichischen Besteuerungsgrundlagen" zu entziehen. Zwischen 2007 und 2010 flossen Grasser allein aus seiner Tätigkeit für Meinl insgesamt 8,949 Millionen Euro, wovon gegenüber der österreichischen Finanz lediglich 3,375 Millionen Euro deklariert und versteuert wurden.

Weiters geht die Finanz davon aus, dass auch jene 500.000 Euro, die Grasser zwischen 2005 und 2006 vorgeblich von seiner Schwiegermutter übernommen und für diese veranlagt hatte, ihm selbst zuzurechnen sind. Wie auch die daraus erzielten Gewinne. Auch dafür soll Grasser nun Einkommensteuer bezahlen. Grasser nimmt dazu in "profil" ausführlich Stellung: "Ich habe keine Steuern hinterzogen und wollte das auch nie." Die Verantwortung für das Stiftungskonstrukt und für die von der Finanz monierte unvollständige Offenlegung trage ausschließlich sein früherer Steuerberater Peter Haunold von Deloitte. Haunold wollte das gegenüber "profil" nicht kommentieren.

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