- 19.03.2013, 18:15:31
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WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Produkt und Marketing sind das Geheimnis - von Günter Fritz
Steigen die Zinsen, droht dem Tourismus bald Ungemach
Utl.: Steigen die Zinsen, droht dem Tourismus bald Ungemach =
Wien (OTS) - Österreichs Tourismus jagt von einem Rekord zum nächsten
und sonnt sich angesichts der Winterzwischenbilanz in den
strahlendsten Zukunftsaussichten. Tatsächlich trügt der schöne Schein
aber beträchtlich. Denn laut Daten der Hotel- und Tourismusbank
könnte der Branche schon bald Ungemach drohen: nämlich dann, wenn die
momentan historisch niedrigen Zinsen wieder steigen (siehe Artikel
Seite 2). Der Cashflow vor Zinsen in der Hotellerie, die so stark
fremdfinanziert ist wie kein anderer Wirtschaftszweig, lässt stark zu
wünschen übrig. Seit dem Jahr 2000 ist er um 13,62 Prozent gesunken,
obwohl gleichzeitig so gut wie alle Kostenpositionen zusätzlich zur
Inflation zweistellig gestiegen sind. Einzig der Wareneinsatz war in
dem Zeitraum mit 2,6 Prozent leicht rückläufig. Werden die
Fremdkapitalkosten wieder höher - und das könnte in absehbarer Zeit
der Fall sein - werden die aus der sinkenden Umsatzrentabilität
resultierenden Probleme bald sichtbar werden. Das wäre auch für die
Gesamtwirtschaft negativ, denn immerhin beträgt die direkte
Wertschöpfung des Tourismus 7,5 Prozent des BIP.
Für die Hoteliers gilt es also, künftig mehr auf die Durchsetzung
eines vernünftigen Preises zu schauen als wie bisher auf das Halten
oder Steigern der Auslastung. Und das wiederum geht nur mit den
richtigen Angeboten und Produkten, wie die jüngste Destinationsstudie
der Österreichischen Hoteliervereinigung zeigt: Denn nur jene Orte
beziehungsweise Regionen, die innovativ sind und aktiv zeitgemäßes
Marketing betreiben, können sich über überdurchschnittliche
Nächtigungs- und Umsatzzuwächse freuen - beispielsweise die Wachau,
Saalfelden-Leogang, Werfenweng, Serfaus-Fiss-Ladis oder der
Wolfgangsee. Bei moderner Werbung geht es aber längst nicht mehr nur
um den Mitteleinsatz, der österreichweit mit insgesamt 350 Millionen
Euro Marketingbudget durchaus respektabel ist. Es geht vor allem
darum, ausgetretene Werbepfade zu verlassen und sich noch mehr auf
Internet und Social Media einzulassen. Gerade mit Letzteren tun sich
viele Tourismusbetriebe oft noch schwer, obwohl die Branche auf
Twitter, Facebook, Youtube oder bei Blogs und Foren gleich nach
Inhalten wie Sex oder Autos Topvolumina beim Usertraffic aufweist.
Die neuen Kommunikationskanäle eigenen sich überdies bestens, auch in
fernen Ländern nach Spezialzielgruppen zu fischen, was mit
herkömmlichen Mitteln kaum zu finanzieren wäre. Das Motto "Wer nicht
wirbt, der stirbt", gilt heute ganz besonders im Tourismus -
vorausgesetzt, dass auch entsprechend einzigartige und
konkurrenzfähige Produkte angeboten werden.
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