- 19.03.2013, 11:02:52
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Augenoptiker und Optometristen plädieren für ein Gesundheitssystem neu statt Wacheln mit dem Leichentuch
Wien (OTS) - Falsche Abrechnungen und Ärzte, die ihr erworbenes
Wissen nicht umsetzen, schaden dem Gesundheitssystem. Es krankt,
erleidet Millionenschäden. Das von Arbeitgebern und Arbeitnehmern
finanzierte System ist teuer, starr und verkrustet. Kommerzialrat
Anton Koller, Fachgruppenobmann der Fachgruppe Wien der
Gesundheitsberufe fordert ein neues und wirtschaftlich effizienteres
Gesundheitssystem. Leistungserbringer sollen ausschließlich jene
Tätigkeiten ausführen, für die sie ausgebildet wurden.
Es beginnt bei der Ausbildung von Medizinern und endet bei den
Apothekern. Unser Gesundheitssystem verlangt z. B. die Konsultation
eines Allgemeinmediziners. Nach langer und intensiver Ausbildung
stellt dieser Überweisungen aus und ordnet dem System zu. Ähnlich
ergeht es Apothekern. Gemäß Rezept händigen sie Medikamente aus.
Stehen vom Volk bezahlte Ausbildungen, erworbenes Wissen und
ärztliche Leistungen wirklich in einem sinnvollen Verhältnis?
Ausbildungszeiten sind extrem lang, Lebensarbeitszeiten hingegen
relativ kurz. Passt das erworbene Wissen zu dem vom Sozialstaat
vorgeschriebenen Leistungskatalog des praktizierenden Arztes?
Berücksichtigt man den angeblichen Ärztemangel, so A. Koller, wäre
die Verlagerung von Gatekeeper-Funktionen sinnvoller. Diese könnten
durch diplomiertes Pflegepersonal und gut ausgebildete Fachkräfte
ausgefüllt werden. Würden Augenoptikermeister und Optometristen
entsprechend ihrer Ausbildung Sehbehelfe verordnen, könnten sich
Augenärzte jenen medizinischen Tätigkeiten widmen, für die sie
ausgebildet wurden.
A. Koller fordert eine leistungsgerechte Verteilung und
Erweiterung der Ausbildungen. Das vorherrschende Ärztemonopol
schränkt viele Möglichkeiten ein. Wir brauchen dringend die
Anerkennung und Vernetzung aller Expertengruppen. Vorhandenes
Potenzial bleibt sonst ungenutzt und die Kosten unseres
Gesundheitssystems explodieren weiter.
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