- 18.03.2013, 11:41:58
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ORF-Live-Übertragung der Amtseinführung von Papst Franziskus
Außerdem am 19. März: Papst-Porträt und zwei Dokus in "kreuz und quer"
Utl.: Außerdem am 19. März: Papst-Porträt und zwei Dokus in "kreuz
und quer" =
Wien (OTS) - Seit Mittwochabend hat die katholische Kirche ein neues
Oberhaupt: den Argentinier Jorge Mario Bergoglio, der den Papstnamen
Franziskus gewählt hat. Die Wahl des 76-jährigen Argentiniers kam
dabei für viele überraschend. Für die meisten Vatikan-Beobachter
hatte er nicht zum engsten Favoritenkreis gezählt. Bergoglio ist
nicht nur der erste Papst, der sich den Namen Franziskus gegeben hat,
sondern auch der erste Lateinamerikaner auf dem Stuhl Petri und der
erste Jesuit, der dieses hohe Amt bekleidet. Im Rahmen eines
feierlichen Gottesdienstes im Petersdom wird er am Dienstag, dem 19.
März 2013, in sein Amt eingeführt. ORF 2 überträgt live von 9.05 bis
11.50 Uhr. Im ORF-"Papst-Studio": Christoph Riedl, Stefan Gehrer und
der Pastoraltheologe Paul M. Zulehner. Im Schaltgespräch:
ORF-Rom-Korrespondentin Mathilde Schwabeneder.
Über die Amtseinführung von Papst Franziskus am 19. März berichtet Ö1
im "Mittagsjournal" ab 12.00 Uhr. Ö3, FM4 und die ORF-Regionalradios
informieren umfassend im Rahmen der Nachrichten und "Journale". Am
Mittwoch, dem 20. März, gibt es im Ö1-Religionsmagazin "Praxis -
Religion und Gesellschaft" (16.00 Uhr) einen Rückblick auf die
Amtseinführung des neuen Papstes, und der Jesuitenpater und
Missionsprokurator, der römisch-katholische Theologe Hans Tschiggerl,
analysiert, welche Bedeutung es hat, dass Papst Franziskus aus
Lateinamerika kommt und ein Ordensmann ist.
Unter dem Titel "Franziskus - Ein Papst aus Argentinien" zeigt "kreuz
und quer" - präsentiert von Doris Appel - ebenfalls am 19. März um
22.30 Uhr in ORF 2 ein von Peter Beringer gestaltetes Porträt des
neuen Papstes. Um 22.50 Uhr folgt die Dokumentation "Franz von Assisi
- Programm für die Weltkirche?" von Friedrich Klütsch. Um 23.25 Uhr
porträtieren Elisabeth Krimbacher und Thomas Grusch in "Weit weg von
Rom" die klassische Situation der "Kirche vor Ort" in Österreich:
"Franziskus - Ein Papst aus Argentinien" - Ein Film von Peter
Beringer
Die Überraschung war groß, als sich am Mittwochabend der Argentinier
Jorge Mario Bergoglio als neuer Papst der Öffentlichkeit
präsentierte. Er ist der erste Jesuit und Lateinamerikaner an der
Spitze der katholischen Kirche. Als "Kardinal der Armen" hat sich der
neue Pontifex in seiner Heimat einen Namen gemacht - in sozialen
Fragen hat Bergolgio immer wieder Fehlentwicklungen der
Globalisierung und Schattenseiten der Marktwirtschaft angeprangert.
Wer ist der neue Papst mit dem Namen Franziskus? Wofür steht er? Und
in welche Richtung wird er die römisch-katholische Kirche führen?
"Franz von Assisi - Programm für die Weltkirche?" - Ein Film von
Friedrich Klütsch
Der Name, den sich der neue Papst aus Argentinien gegeben hat, ist
Programm: Franziskus. Er erinnert einerseits an Franz Xaver, den
Mitbegründer des Jesuitenordens, dem ja auch der neue Papst angehört,
vielmehr jedoch an jenen Heiligen, der sich als radikaler
Kirchenkritiker und Reformer dem Ideal der Armut verschrieben hat:
Franz von Assisi. Bereits zu Lebzeiten wurde Franz von Assisi, der in
einer Zeit der Kreuzzüge eine kompromisslose Botschaft des Friedens
formulierte, wie ein Heiliger verehrt. Was aber wollte er wirklich?
Wie lautete seine Botschaft? Und welches Bild von Kirche hatte er vor
Augen?
Wie konnte ein Kaufmannssohn ohne theologische Ausbildung zum
Begründer der größten Ordensfamilie in der römischen Kirche werden?
Warum wurde das Grab des Mannes, der eine wandernde Kirche ohne
Grundbesitz wollte, zum Grundstein eines monumentalen Kirchenbaus?
Über die Wundmale Jesu, die er auf dem Berg La Verna empfangen haben
soll, hat Franz von Assisi zeitlebens geschwiegen. Ab wann wurden die
Stigmata dazu benutzt, ihn zu einem zweiten Christus zu verklären?
Wer hat aus dem radikalen Kirchenkritiker den wichtigsten
katholischen Heiligen gemacht?
Die Dokumentation geht den Widersprüchen in der Gestalt des Franz von
Assisi (1181/82 bis 3.10.1226) nach. Spielszenen beschreiben die
Wendepunkte in seinem Leben. Recherchen an Originalschauplätzen und
Aussagen von Historikern verdichten sich zu einem neuen Bild des
Heiligen. Die Überlieferung, die ihn auf einen Tierfreund und zum
Erfinder der Weihnachtskrippe reduziert hat, wird als
Geschichtsfälschung entlarvt.
Angesichts einer Kirche, der es in erster Linie um Macht und Reichtum
ging, forderte Franz von Assisi eine Rückkehr zum urchristlichen
Ideal der Evangelien. Seine Gemeinschaft von Laienbrüdern wollte
nicht nur die Menschen zu einer Umkehr bewegen, sondern vor allem die
Kirche selbst. Vom Klerus verlangte er die Aufgabe aller
Besitzstände. Die Kirchenhierarchie sollte abgeschafft und die
Geistlichen sich auf immerwährende Wanderschaft begeben. Mit seinen
Forderungen stand der Kirchenerneuerer in der Nähe der
mittelalterlichen Armutsbewegungen wie der der Katharer, die die
Kirche als Bedrohung für ihre Einheit wahrnahm und mit allen Mitteln
bekämpfte. Bei seinem Besuch in Rom würde sich entscheiden, ob der
Bürgersohn aus Assisi selbst als Ketzer verurteilt oder als
kirchenpolitische Antwort auf die Herausforderung durch die
Armutsbewegungen eingesetzt werden sollte. Die Instrumentalisierung
des Kritikers als Garanten für das Überleben der traditionellen
Kirche gelingt. Noch zu Lebzeiten wird Franz von Assisi wie ein
Heiliger verehrt. Zehntausende in ganz Europa schließen sich seiner
Bewegung an. Bald aber beginnt die Kirchenleitung damit, Einfluss auf
die Entwicklung des Ordens der "Minderen Brüder" zu nehmen. Bei der
Diskussion um die Ordensregel greift sie durch und verhindert eine
Festschreibung der radikalen Ziele. Franz von Assisi wird entmachtet
und gibt schließlich die Ordensleitung auf.
Um ihn als Vorbild unerreichbar zu machen, wird er zu einem zweiten
Jesus stilisiert. Seine Botschaft wird verstümmelt. Alle vorhandenen
Darstellungen über sein Leben werden unter Ordensgeneral Bonaventura
(1221-1274) vernichtet und durch eine kirchenkonforme Heiligenlegende
ersetzt. Seine treuesten Anhänger werden als Ketzer verfolgt und
enden auf den Scheiterhaufen der Inquisition.
"Weit weg von Rom" - Ein Film von Elisabeth Krimbacher und Thomas
Grusch
Die Neuwahl von Papst Franziskus lässt mehr denn je Fragen zur
Zukunft der Kirche wachwerden. Wohin wird das neue Oberhaupt die
Gläubigen führen? Werden Konservative oder Reformer den Kirchenkurs
bestimmen - und was bedeutet das für den Einzelnen? Werden die
Unterstützer der österreichischen Pfarrer-Initiative in den
geforderten Reformen bekräftigt oder kommt es in Zukunft gar zu einer
echten Spaltung: hier die Erneuerer, die auf strukturelle Reformen
pochen, und dort die sogenannten Traditionellen, die in erster Linie
eine Gotteskrise orten, der man mit Strukturänderungen nicht
nachkommen könne?
"Das Gesäusel macht mich narrisch", sagt Max Tödtling (43), Dechant
von Leoben und Mitglied der Pfarrer-Initiative: "Das wären ja alles
nur Randprobleme, meint die Kirchenleitung, und: Wir sollen lieber
mehr über Jesus reden. Ja, wenn das so ist, warum tun wir dann so
lang herum mit den Randproblemen und lösen sie nicht ganz einfach,
damit wir uns auf das Wichtige konzentrieren können?" Tödtling beruft
sich auf das Zweite Vatikanische Konzil, wenn er sagt, es wäre
geradezu seine Pflicht als Seelsorger, aufzustehen und auf Missstände
hinzuweisen: "Wir Pfarrer sind in Sorge und sagen damit einfach: Wir
können so nicht mehr weitermachen!" Dechant Tödling ist einer jener
vielbeschäftigten Seelsorger in Österreich. Er leitet momentan vier
Pfarren in Leoben: Hinterberg, Göss, Donawitz und Waasen, insgesamt
12.500 Personen sind hier zu betreuen. Gemeinsam mit Kaplan Lukasz
Wojtyczka und seinem "Team" versucht er, zwischen seinen vielen
Terminen die Menschen nicht zu vergessen. Für ihn ist die Arbeit an
der Basis das Um und Auf - zuerst Mensch sein und dann erst das Amt
repräsentieren - und täglich die Balance schaffen zwischen den
Verordnungen der Amtskirche und dem Umgang mit den Anliegen, Sorgen,
Nöten, den Freuden und auch dem Scheitern der einzelnen Gläubigen.
Der Film porträtiert die klassische Situation der "Kirche vor Ort" in
Österreich: immer größere Pfarrverbände, Priestermangel, steigende
Kirchenaustritte und ein schwindendes Interesse nicht nur seitens der
Jugendlichen an der römisch-katholischen Kirche. Zu Wort kommen die
Kleriker, engagierte Laien und das ganz normale Kirchenvolk - denn
sie alle machen die Kirche heute aus.
Auf der ORF-TVthek wird der feierliche Gottesdienst zur
Amtseinführung von Papst Franziskus als Live-Stream und als
Video-on-Demand bereitgestellt. Im Rahmen eines Themenschwerpunkts
stehen außerdem zahlreiche weitere Sendungen rund um die Papstwahl
und den neuen Papst als Video-on-Demand zur Verfügung.
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