25. Jahrestag des Giftgasangriffs auf Halabja

Ein Volk erinnert sich: der traurige Höhepunkt des Völkermords an den Kurden Iraks jährt sich heute zum 25. Mal.

Wien (OTS) - Dem Angriff der irakischen Luftwaffe auf die hauptsächlich von Kurden bewohnte Stadt Halabja fielen am 16. März 1988 etwa 5 000 Menschen zum Opfer, mehr als 7 000 Personen wurden teils schwer verletzt. Die internationale Aufarbeitung des Genozids an der kurdischen Bevölkerung ist bis heute nicht abgeschlossen.

Systematischer Vernichtungsfeldzug gegen Kurden

Der Giftgasangriff auf Halabja war Teil einer Welle von Angriffen Saddam Husseins auf die Kurden Iraks, die zwischen 1983 und 1989 einem systematischen Völkermord durch das Regime ausgesetzt waren. Bereits 1983 wurden 8 000 Mitglieder des kurdischen Barzani-Stammes verschleppt und ermordet. 1987 initiierte das Regime schließlich die acht Monate andauernde Anfal-Kampagne, die durch Bodenoffensiven, Luftangriffe und Massendeportationen den Tod von etwa 182 000 Menschen zur Folge hatte und weite Teile der Kurdengebiete im Irak dem Erdboden gleichmachte. Der Angriff auf Halabja im Jahr 1988 erlangte, als weltweit bisher größter Giftgansanschlag auf bewohntes Gebiet, international traurige Berühmtheit. Noch heute kämpfen die Opfer und ihre Nachkommen mit Spätfolgen wie chronischen Krankheiten, Unfruchtbarkeit und Geburtsfehlern.

Kampf um Anerkennung des Genozids durch internationale Gemeinschaft

Der anti-kurdische Feldzug unter Saddam Hussein wird derzeit lediglich von wenigen Staaten als Genozid anerkannt, obwohl die US-amerikanische Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch die Gewalttaten bereits 1993 als Völkermord klassifizierte. Weitere internationale Anerkennung folgte 2005 durch das Urteil eines niederländischen Gerichts, das die Angriffe auf die kurdische Bevölkerung als Genozid bezeichnete. Als erster westlicher Staat erkannte Kanada 2010 die Gewalt gegen Kurden als Verbrechen gegen die Menschlichkeit an, die Parlamente Schwedens, Norwegens und des Vereinigten Königreichs deklarierten sie als Völkermord. Nach dem Sturz Saddam Husseins wurde die Verfolgung der kurdischen Bevölkerung auch von der irakischen Regierung als Völkermord verurteilt. Eine breitere internationale Anerkennung der Verbrechen als Genozid, etwa durch die Vereinten Nationen oder die Europäische Union, könnte die Opfer und Hinterbliebenen dabei unterstützen, mit diesem dunklen Kapitel der kurdischen Geschichte abzuschließen.

Halabja-Konferenz mit internationaler Beteiligung

Um den Opfern von Halabja zu gedenken und die Relevanz einer breiteren internationalen Anerkennung der Verbrechen als Völkermord zu diskutieren, trafen Betroffene, internationale Politiker, Experten und Journalisten - unter anderem mit österreichischer Beteiligung -zur "Kurdish Genocide Conference" von 14.-16. März 2013 in Erbil, der Hauptstadt der Region Kurdistan-Irak, zusammen.

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