- 13.03.2013, 22:36:21
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Ordensvertreter: Franziskus I. ist große Chance für die Kirche
P. Lorenz Voith: Neuer Papst könnte Kirche "neuen Modus der Geschwisterlichkeit und Nächstenliebe" bringen - Sr. Beatrix Mayrhofer: Jesuitisches Charisma gut für aktuelle Problemen
Utl.: P. Lorenz Voith: Neuer Papst könnte Kirche "neuen Modus der
Geschwisterlichkeit und Nächstenliebe" bringen - Sr. Beatrix
Mayrhofer: Jesuitisches Charisma gut für aktuelle Problemen =
Wien, 13.03.13 (KAP) Für die Ordensgemeinschaften Österreich war die
Wahl von Kardinal Jorge Mario Bergoglio zu neuen Papst "eine große
Überraschung", wie der zweite Vorsitzende der Superiorenkonferenz,
Pater Lorenz Voith, am Mittwochabend gegenüber "Kathpress" erklärt
hat. Ebenso wie die Präsidentin der Frauenorden, Beatrix Mayrhofer,
sah Voith die Entscheidung der Kardinäle mit großer Hoffnung: "Da
kommt noch einiges Positives auf uns zu."
Von Mitbrüdern seines Ordens - Voith ist Provinzial der Wiener
Redemptoristen - wisse er, dass der neue Papst in Lateinamerika
einen sehr guten Ruf habe. "Er repräsentiert die Kirche bei den
Armen und mit den Armen. Das ist ein Zeichen für die heutige Zeit,
das wir nun auch fortan für die Menschen setzen müssen." Soziale
Randschichten, jedoch auch viele "am Rande und fern der Kirche"
sollten künftig stärker angesprochen werden, hofft Voith, zudem
gelte es "Geschwisterlichkeit und Nächstenliebe in neuer Form -
nicht so sehr intellektuell und doch fundiert -" zu leben.
Zwar sei Franziskus I. "im vorgerückten Alter" gewählt worden, doch
auch der 1958 gewählte Johannes XXIII. habe in derselben Situation
für Überraschungen gesorgt, so Voith.
Als Ordensmann, der lange Novizenmeister und Provinizial in
Argentinien gewesen ist, sei dem neuen Papst in der Einschätzung
Pater Lorenz Voiths eine "synodal und demokratisch verfasste Kirche"
vertraut. Franziskus I. kenne die Themen der Orden und wisse um
deren wichtigen Anteil in der Weltkirche, besonders in der Arbeit an
der Basis in Südamerika. "Das kann uns Orden auch in Europa dazu
ermutigen, dass wir uns noch stärker in die Ortskirche einbinden
lassen", so der Vertreter der österreichischen Männerorden.
Mayrhofer: "Papst bringt wertvolle Erfahrungen mit"
Franziskus I. könnte der Kirche "eine große Chance bringen", so die
Meinung von Schwester Beatrix Mayrhofer, Präsidentin der Vereinigung
der Frauenorden Österreichs (VFOE) gegenüber "Kathpress".
Dass mit Kardinal Bergoglios Wahl zum Papst erstmals seit 167 Jahren
wieder ein Ordensmitglied an der Spitze der katholischen Kirche
steht, werde für die Orden keine unmittelbaren Folgen haben, so die
oberste Ordensschwester Österreichs. "Ein Papst ist immer für die
gesamte Kirche da und kann den Fokus nicht allein auf
Ordensgemeinschaften legen. Ähnlich wie zuvor als Erzbischof von
Buenos Aires muss der Papst Franziskus I. auch nun aus seiner
Ordensgemeinschaft gewissermaßen heraussteigen und Papst für alle
sein. Wie ich mir denken kann, wird die Kirche aus seinem
Hintergrund jedoch viel profitieren."
Die Wahl eines Jesuiten sah die Ordensfrau als "enorm spannend": "Er
stammt aus einer Gemeinschaft, die einerseits immer absolut loyal zu
den Päpsten gestanden ist und dazu auch in ihrer inneren
Verfasstheit verpflichtet ist. Zugleich sind Jesuiten auch sehr
kritisch und analytisch denkende Menschen. Franziskus I. wird viele
Charismen aus seiner Ordensgemeinschaft in die Kirche einbringen."
Die Namenswahl "Franziskus" sei "Programm", so Mayrhofer und
erinnerte zugleich daran, dass sich auch der Jesuiten-Gründer
Ignatius von Loyola durch schlichte Lebensweise ausgezeichnet habe.
Der erste Auftritt des neugewählten Papstes sei "eine ganz andere
Begegnung" gewesen als bisher bei Päpsten gewohnt: "Er wirkte sehr
verhalten, eher zurückziehend, aber trotzdem in einer
unkomplizierten und sehr schlichten Weise", so die Beobachtung
Mayrhofers. Verwunderung äußerte allerdings darüber, dass nach dem
Amtsverzicht Benedikts XVI. aus Altersgründen erneut ein älterer
Kandidat gewählt worden sei.
Es sei bereits "Zeit für einen Papst der Weltkirche und aus einem
anderen Kontext gewesen", so Mayrhofer, die dem neuen Nachfolger
Petri auch alles Gute wünschte: "Es kommen schwierige Probleme auf
ihn zu". Sie sei jedoch zuversichtlich - u.a. angesichts der
Erfahrung des Papstes als früherer Jesuitenprovinzial in schwierigen
Zeiten.
Persönlich hoffe sie, so Mayrhofer, dass der neue Papst die Kirche
"in geistliche Erneuerung" führe. "Die spirituelle Tiefe, die Treue
zum Evangelium und damit zum Leben Jesu war auch das Programm von
Franziskus". Wichtig sei zugleich, dass die Kirche den Blick über
sich selbst hinaus übe. "Wir müssen wahrnehmen, was los ist in der
Welt, sehen, wo die Probleme sind, und die befreiende Botschaft des
Evangeliums einbringen. Angesichts der vielen Nöte geht es nicht,
dass wir immer nur nachdenken über die internen Schwierigkeiten, die
wir uns zum Teil selbst eingebrockt haben", so die Ordensschwester.
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