Kapellari: Ein Jesuit namens Franziskus ist "starkes Symbol"

Grazer Bischof "höchst erstaunt und tief bewegt" bei erstem Auftritt des neu gewählten Papstes aus Lateinamerika - Jesuit auf dem Stuhl Petri mit Namen Franziskus, ist "starkes Symbol" - "Die Leute werden ihn mögen"

Wien, 13.03.13 (KAP) "Höchst erstaunt und tief bewegt" hat der Grazer Diözesanbischof Egon Kapellari auf die Wahl von Kardinal Jorge Mario Bergoglio zum neuen Papst reagiert. Der stellvertretende Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz, der den ersten Auftritt von Franziskus I. in den Redaktionsräumen der "Kathpress" in Wien mitverfolgte, nannte es in einer ersten Reaktion ein "starkes Symbol", dass der erste Jesuit auf dem Stuhl Petri fortan den Namen des populären Heiligen und "herausragenden Liebenden der Kirche und der Menschen" trägt. Diese "prophetische Geste" zeige, dass der neuen Papst die soziale Dimension des christlichen Glaubens sehr ernst nimmt, so Kapellari. Zugleich sieht er in der Ernennung eines Mannes aus Lateinamerika eine Verdeutlichung, "dass wir eine Weltkirche sind".

"Überrascht" sei er, weil er nach dem vergleichsweise kurzen Konklave mit der Wahl eines Italieners gerechnet hätte, sagte der Grazer Bischof. Bergoglio sei zudem kein Name gewesen, der zuletzt als Favorit gegolten habe. Andererseits sei der 76-jährige Argentinier bereits vor acht Jahren allem Vernehmen nach im Blickfeld gewesen und seine nunmehrige Wahl somit "auch wieder nicht überraschend", erinnerte Kapellari.

Befragt nach nun für den Papst anstehenden vordringlichen Aufgaben und Erneuerungsschritten sagte der Bischof, "die Probleme sind da und bleiben es auch". Die Kirche sei "lebendig und bewegt sich unabhängig von der Person des Papstes". Aber sie werde "nicht galoppieren" und sich den Rhythmus ihrer Bewegung nicht von außen oder von einer Ortskirche auferlegen lassen.

Den ersten Auftritt von Franziskus I. auf der Loggia im Vatikan empfand Bischof Kapellari - wie er sagte - als "beeindruckend schlicht und leise" jenseits von Pathos und "Theatralik". Dass der Papst sich vor dem Segen der am Petersplatz versammelten Gläubigen an diese mit der Bitte wandte, sich erst still und fürbittend für ihn an Gott zu wenden, sei eine "neue Dramaturgie", die beeindrucke. "Die Leute werden ihn mögen", prophezeite Kapellari.

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