Landesrechnungshof zeigt auf: Beraterkosten bei Fusionierung BiMEZ-EDUHI 5 Mal höher als geplant

SPÖ-Klubvorsitzende Jahn: "Massive Schwachstellen beim Projektmanagement."

Linz (OTS) - Keine Vergleichsangebote, massive Kostensteigerungen und unrealistische Einsparungspotenziale sind nur einige der vielen Kritikpunkte des Oö. Landesrechnungshofs im jüngsten Bericht zur Zusammenlegung des BildungsMedienZentrums (BiMEZ) und des Education Highway Innovationszentrums (EDUHI). "Der Bericht offenbart schonungslos die Schwächen der Verantwortlichen beim Projektmanagement. Statt geplant 24.400 zzgl. Umsatzsteuer wurden 134.000 Euro an Beratungskosten verrechnet und bezahlt", zeigt SPÖ-Klubvorsitzende Mag.a Gertraud Jahn auf. Zudem sei eine Gesamtbetrachtung erforderlich, um echte Einsparungen zu lukrieren, statt Kosten nur zwischen Land Oberösterreich und Gemeinden als Schulerhaltern zu verschieben.

Als wesentliche Ursache für die nicht realisierten Einsparungen bezeichnet der Landesrechnungshof die noch immer getrennten Standorte der beiden Organisationen EDUHI und BiMEZ - die Empfehlung lautet daher auf sofortige Zusammenführung. "Völlig unverständlich ist es zudem, dass bei der Berechnung der Einsparungspotenziale die notwendigen Erstinvestitionen nicht berücksichtigt wurden. Wenig überraschend konnten daher die Ziele nicht erreicht werden", stellt Jahn klar.

Auch weist der Landesrechnungshof ausdrücklich darauf hin, dass Einsparungen beim Land Oberösterreich zu Mehrausgaben bei Schulerhaltern und Gemeinden führen können, weshalb stets eine Gesamtbetrachtung notwendig ist, um echte Einsparungen für die öffentliche Hand zu realisieren.

Die Kosten des im Bericht nicht namentlich genannten externen Beratungsunternehmens wurden mit einem Höchstbetrag von 24.400 Euro zzgl. Ust festgelegt - verrechnet und bezahlt wurden von vier verschiedenen Organisationseinheiten jedoch insgesamt 134.000 Euro auch deshalb weil über den Höchstrahmen hinaus weitere Aufträge erteilt wurden. "Eine Kostensteigerung um das Fünffache zeugt von schweren Mängeln in der Projektplanung", betont die SPÖ-Klubvorsitzende.

Einsparungen durch Umstieg auf elektronische Distribution von Dienstleistungen und Produkten konnten weiters deshalb nicht realisiert werden, weil teilweise die technische Infrastruktur in den Schulen nicht ausreichend ausgebaut ist. "Bei Verwaltungsreformen müssen andere öffentliche Partner schon beim Projektdesign mitgeplant werden - sonst droht aus einer vermeintlichen Effizienzsteigerung eine Verteuerung für andere oder sogar eine Leistungskürzung zu werden", gibt Jahn zu bedenken.

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