• 13.03.2013, 11:33:56
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Braucht Europa eine neue Industriepolitik? - Diskussion im forum bmvit mit Aiginger, Burtscher, Herlitschka und Schwab

http://www.apa-fotoservice.at/galerie/3950 Im Bild
v.l.n.r.: Johannes Steiner, Peter Schwab, Sabine Herlitschka, Karl
Aiginger und Wolfgang Burtscher.

Wien (OTS/BMVIT) - "Industriepolitik hat heute wieder Top-Priorität",
erklärte Karl Aiginger, der Direktor des Österreichschen
Wirtschaftsforschungsinstituts, in seinem Eröffnungsreferat beim
jüngsten "forum bmvit - Zukunft heißt Innovation" am Dienstag in
Wien. Die Erfahrungen der Finanzkrise, in der sich die Länder mit
einer starken Industriebasis am besten behaupten konnten, wie auch
der rasante Aufstieg Chinas zur Industrienation Nummer eins sind
dafür schlagende Argumente. Industriepolitik dürfe heute aber nicht
mehr eine isolierte Politik sein, sie müsse systemisch verstanden
werden und viele Bereiche umfassen: von der Bildungspolitik bis zur
Forschung, von der Wettbewerbspolitik bis zur Handelspolitik.
Österreich gehe dabei von einer guten Position aus. Es verfügt über
eine stabile industrielle Basis und weist in Europa den dritthöchsten
Industrieanteil an der nationalen Wertschöpfung auf.

Wolfgang Burtscher, stellvertretender Generaldirektor in der DG
Research der Europäischen Kommission, wies in seinem Statement auf
die zentrale Rolle von Forschung und Innovation in einer europäischen
Industriepolitik hin. Die privaten Investitionen in die Forschung
lägen in Europa heute wieder auf dem Niveau von vor der Finanzkrise,
im weltweiten Vergleich seien sie aber immer noch niedrig. In dem
neuen, 2014 startenden Forschungsrahmenprogramm der EU - Horizon 2020
- bemühe man sich daher, die Industrie zu einem verstärkten
Engagement zu motivieren. So sind für die industrielle Forschung
Förderungsintensitäten von bis zu 100 Prozent vorgesehen.

Ingolf Schädler, Bereichsleiter Innovation im BMVIT, wies
einleitend darauf hin, dass die EU heute in wichtigen
Politikbereichen die Weichen neu stellt. Nicht nur Horizon 2020
starte ab 2014, auch die Strukturfonds und das Beilhilfenregime der
EU würden neu aufgesetzt. Diese nach innen gerichteten Politiken
müssten aber auch durch eine aktive Handelspolitik der EU verbunden
werden, die Europa auch ermöglicht, in der zunehmend schärfer
werdenden Auseinandersetzung auf den Weltmärkten auch "Zähne zeigen
zu können".

In der folgenden Diskussion setzten sich Aiginger und Burtscher
sowie Spitzenvertreter der heimischen Industrie - Sabine Herlitschka,
Vorstand für Technik und Innovation bei Infineon Austria, und Peter
Schwab, Leiter der Konzernforschung voestalpine - mit der
Notwendigkeit, den Potenzialen und den Herausforderungen einer neuen
Industriepolitik auseinander. (Schluss)

Weitere Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/3950

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