StR Ludwig: Stop der Preistreiberei am privaten Wohnungsmarkt durch Mieten-Transparenz

Fälle von unzulässig eingehobenem Mietzins steigen an. Betroffene werden von der Stadt Wien umfassend unterstützt.

Wien (OTS) - Häufig werden auf dem Rücken der MieterInnen saftige Profite erwirtschaftet, die sich bei Überprüfungen als gesetzeswidrig herausstellen. Eine Entwicklung, die durch KonsumentInnen feindliche Intransparenz ermöglicht. Preistreiberei und Abzocke werden durch die mangelhaften bundesgesetzlichen Regelungen Tür und Tor geöffnet. Wohnbaustadtrat Michael Ludwig bekräftigt seine Forderung nach einem dringend notwendigen Transparenzpaket. "Wir stellen eine zunehmende Häufung unlauterer Praktiken bei der Vermietung am privaten Wohnungsmarkt fest", erklärt Wohnbaustadtrat Michael Ludwig:
"Einerseits gibt es zwar klare gesetzliche Bestimmungen, welche Zu-und Abschläge bei der Berechnung des Mietzinses geltend gemacht werden dürfen. Andererseits müssen diese aber nicht ausgewiesen und den Mieterinnen und Mietern offengelegt werden. Wohnungssuchenden fehlt somit jede Möglichkeit zur unmittelbaren Überprüfung." ****

Der Wiener Wohnbaustadtrat fordert daher erneut ein Transparenzpaket für Mieten. Denn durch die vorherrschende Intransparenz werde Preistreiberei und Abzocke Tür und Tor geöffnet. "Die mietrechtlichen Regelungen müssen vom Bundesgesetzgeber dringend reformiert werden. Die tägliche Praxis zeigt, dass das aufgrund der fehlenden Transparenz in der Regel Zuschläge willkürlich und ohne Grenzen nach oben verrechnet werden. Die Betroffenen sind dieser konsumentenfeindlichen Praxis immer stärker ausgeliefert."

Den vielen seriösen VermieterInnen steht eine größer werdende Gruppe von "schwarzen Schafen" gegenüber. Dies wirkt sich auf die gesamte Branche aus. Der Preistreiberei müsse durch klare gesetzliche Regelungen dringend Einhalt geboten werden, bekräftigt Stadtrat Ludwig. Denn derzeit kommen nur jene zu ihrem Recht, die sich auch zur Wehr setzen. "Wir brauchen ein Transparenzpaket, das verpflichtend festschreibt, dass die Zu- und Abschläge taxativ für alle Seiten, allen voran die Mieterinnen und Mieter, nachvollziehbar aufgelistet werden. Was bei jedem Autokauf als Ausstattungs- und Aufpreisliste für Extras üblich ist, sollte auch im viel wichtigeren Bereich der Mieten und des Wohnens Standard sein. Und zwar verbindlich gesetzlich geregelt, um den Mieterinnen und Mietern Rechtssicherheit zu bieten." Darüber hinaus fordert der Wiener Wohnbaustadtrat eine gesetzliche Begrenzung der Zuschläge mit 25 Prozent.

An MieterInnen und Wohnungssuchende appelliert Wohnbaustadtrat Michael Ludwig daher, dass sie die kostenlosen Unterstützungsangebote und Serviceleistungen der Stadt Wien nutzen. "Die Menschen haben ein Recht auf die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen. Wir helfen ihnen, dass sie zu diesem Recht kommen", so Ludwig.

Die Unterstützungsangebote der Stadt Wien

Mit dem Wiener Mietenrechner kann die Höhe des gesetzlich geregelten Richtwertmietzinses kostenlos überprüft werden - sowohl vor Abschluss eines Mietvertrages als auch bei bestehenden Mietverhältnissen. Eventuelle Ansprüche können drei Jahre rückwirkend geltend gemacht werden. Zur Ermittlung werden lediglich Angaben zu Adresse, Wohnungsgröße und Ausstattungsmerkmale - etwa Aufzug, Kellerabteil, Balkon, Terrasse etc. - benötigt. Das Servicetool ist unter www.mietenrechner.wien.at abrufbar.
"Wir bieten damit den Wienerinnen und Wienern die Möglichkeit der Überprüfung, die derzeit durch die gegebenen Regelungslücken in der Bundesgesetzgebung und die einhergehende Intransparenz sonst nicht möglich wäre", betont Ludwig.

Kostenlose Überprüfungen sind außerdem auch bei der Mieterhilfe und über das Mieterhilfe-Telefon unter der Nummer 01/4000-8000 möglich. www.mieterhilfe.at

Die Gebietsbetreuungen Stadterneuerung bieten umfassende Information und klären Fragen rund um wohnungs- und mietrechtliche Themen. Die Mobile Gebietsbetreuung (GB*mobil) unterstützt MieterInnen ihre Rechte zu wahren und bietet rasche, unbürokratische und kostenlose Information und Beratung. Online-Informationen - auch zu überhöhtem Mietzins und Mietzinsminderungen - kompakt strukturiert und verständlich aufbereitet stehen unter
http://www.gbstern.at/teams/gbmobil/fragen-antworten/ Interessierten
rasch zur Verfügung.
www.gbstern.at

Mit der Schlichtungsstelle der MA 50 steht zudem eine weitere unabhängige Service- und Beratungsstelle zur Durchsetzung der Rechte von MieterInnen und VermieterInnen, zum Beispiel im Bereich der Mietzinsüberprüfungen, zur Verfügung. Die Schlichtungsstelle ist eine den Gerichten vorgelagerte Anlaufstelle zur Klärung rechtlicher Verfahren bzw. auch bei Differenzen zwischen MieterInnen und HauseigentümerInnen bzw. der Hausverwaltung. Die Schlichtungsstelle ist weisungsunabhängig. Für Verfahren, die bei der Schlichtungsstelle anhängig sind, entstehen den Beteiligten keinerlei Verfahrenskosten. Ein weiterer wesentlicher Unterschied zu gerichtlichen Auseinandersetzungen ist zudem, dass keine Notwendigkeit für eine anwaltliche Vertretung der Parteien besteht.
http://www.wien.gv.at/wohnen/schlichtungsstelle/ (Schluss) kau

Rückfragen & Kontakt:

Christian Kaufmann
Mediensprecher Wohnbaustadtrat Dr. Michael Ludwig
Tel.: 01/4000-81277
christian.kaufmann@wien.gv.at

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