- 11.03.2013, 19:59:08
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Die Unmenschlichkeit im "Alltag" (von Michaela Geistler-Quendler)
Ausgabe 12. März 2013
Utl.: Ausgabe 12. März 2013 =
Klagenfurt (OTS) - Am 12. März 1938 verschwand Österreich von der
Landkarte. Es hat lange Zeit gebraucht, bis sich dieses Land seiner
nationalsozialistischen Vergangenheit gestellt hat. Viele Versuche,
dies zu tun, wurden mit dem Killerargument konterkariert, es sei
Zeit, einen sogenannten "Schlussstrich" zu ziehen. Vieles ist noch
immer nicht aufgearbeitet, manche Institutionen - auch im kulturellen
Bereich - widmen sich diesem Thema erst jetzt in vollem Umfang. Für
die Wissenschaft bleibt hier noch einiges zu tun, denn jeder dieser
Prozesse hat eine ganz besondere Bedeutung. Ihr Wert besteht darin,
aufzuschlüsseln, wie sich Unmenschlichkeit im "ganz normalen Alltag"
ihren Weg bahnte, weil sie hingenommen wurde. Ihr Wert liegt aber
auch darin, darzustellen, welche Relevanz Zivilcourage und Widerstand
für eine Gesellschaft haben. Der Blick zurück ist daher immer
zugleich auch ein Blick nach vorn, in die Zukunft, in der, was
geschah, nie mehr geschehen darf.
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