Die Unmenschlichkeit im "Alltag" (von Michaela Geistler-Quendler)

Ausgabe 12. März 2013

Klagenfurt (OTS) - Am 12. März 1938 verschwand Österreich von der Landkarte. Es hat lange Zeit gebraucht, bis sich dieses Land seiner nationalsozialistischen Vergangenheit gestellt hat. Viele Versuche, dies zu tun, wurden mit dem Killerargument konterkariert, es sei Zeit, einen sogenannten "Schlussstrich" zu ziehen. Vieles ist noch immer nicht aufgearbeitet, manche Institutionen - auch im kulturellen Bereich - widmen sich diesem Thema erst jetzt in vollem Umfang. Für die Wissenschaft bleibt hier noch einiges zu tun, denn jeder dieser Prozesse hat eine ganz besondere Bedeutung. Ihr Wert besteht darin, aufzuschlüsseln, wie sich Unmenschlichkeit im "ganz normalen Alltag" ihren Weg bahnte, weil sie hingenommen wurde. Ihr Wert liegt aber auch darin, darzustellen, welche Relevanz Zivilcourage und Widerstand für eine Gesellschaft haben. Der Blick zurück ist daher immer zugleich auch ein Blick nach vorn, in die Zukunft, in der, was geschah, nie mehr geschehen darf.

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