- 11.03.2013, 19:12:08
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Wiener Zeitung: "Etablierte Parteien kennen das nicht". Von Reinhard Göweil
Strabag-Chef hilft, finanziert aber den Wahlkampf der Liberalen nicht (Ausgabe vom 12. März 2013)
Utl.: Strabag-Chef hilft, finanziert aber den Wahlkampf der
Liberalen nicht (Ausgabe vom 12. März 2013) =
Wien (OTS) - Ein prominenter Spitzenkandidat würde die Wahlchancen
natürlich enorm verbessern", sagt Hans-Peter Haselsteiner im Gespräch
mit der "Wiener Zeitung". Herbert Paierl hätte er sich gut vorstellen
können, aber der winkte ab. Haselsteiners Herz schlägt nach wie vor
für die Liberalen - und er kann sich auch vorstellen, das Wahlbündnis
aus Neos und LIF finanziell zu unterstützen, "wenn 100.000 Euro oder
so fehlen. Den Wahlkampf finanziere ich ihnen aber nicht."
Dass er selbst in die Politik zurückkehrt, schließt Haselsteiner aus.
Er war 1994 bis 1998 Nationalratsabgeordneter für das Liberale Forum.
"Das wäre was, wenn Frank Stronach und ich gegeneinander antreten
würden", meint er lachend. Haselsteiner (69) ist Chef und
Miteigentümer des Baukonzerns Strabag. Er zählt damit - wie Stronach
- zu den Superreichen des Landes. Dass reiche Gönner neue politische
Gruppierungen aus dem Boden stampfen, "ist in Österreich halt niemand
gewohnt, vor allem nicht die etablierten Parteien".
Haselsteiner hat schon Wahlkämpfe für die frühere LIF-Chefin Heide
Schmidt geführt und finanziert. Wie viel er dafür ausgegeben hat,
weiß er nicht mehr - oder will es nicht mehr wissen. Eine
Zusammenarbeit von Neos und LIF "halte ich für richtig".
Der Bau-Industrielle ist wirtschaftsliberal, mit Ausnahme der
Sozialpolitik. So kann er sich durchaus mit einem höheren Steuersatz
für hohe Einkommen anfreunden. Zuletzt äußerte er sich - aus Anlass
des Weltfrauentages - zur (für männliche Führungskräfte ungewohnten)
Frage nach Vereinbarkeit von Familie und Beruf durchaus
selbstkritisch. "Ich bin ein Paradebeispiel des traditionellen
Rollenspiels. Heute würde ich das anders machen", erklärte
Haselsteiner.
Er fände es auch positiv, wenn die Gruppierung von Neos/Liberales
Forum den finanziellen Atem hätte, nicht nur bei der Nationalratswahl
Ende September, sondern auch 2014 bei der EU-Wahl und danach bei der
Wiener Landtagswahl anzutreten. Als "Stronach der Liberalen" sieht er
sich aber nicht. Wahlkämpfe gehen in die Millionen - wie er selbst
weiß.
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