Frauennetzwerk Medien: "V-Frage hat endlich wachgerüttelt"

Mehr als 30 Männern wurde die Frage nach Vereinbarkeit von Familie und Beruf gestellt.

Wien (OTS) - Eine Woche lang wurde der Spieß umgedreht:
Journalistinnen wie Journalisten haben in verschiedenen Interviews Männern in Top-Positionen die Frage nach der Vereinbarkeit von Familie und Beruf stellt. Mindestens 18 Medien beteiligten sich an der Aktion, die Antworten gaben (erstmals) einen Einblick in die Familienleben von Politikern, Managern und Entertainern.

Dass ihm die Frage als Familienminister bisher noch nie gestellt wurde, musste etwa Reinhold Mitterlehner einräumen. Für den Wiener Bürgermeister, Michael Häupl, war die V-Frage gar "eine schmerzende". Er gab offen zu, dass ihm die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht immer gelungen sei. Auch Strabag-Chef Hans Peter Haselsteiner schlägt in dieselbe Kerbe: "Ich bin ein Paradebeispiel des traditionellen Rollenspiels." Heute würde Haselsteiner "das anders machen". Und Entertainer Harald Schmidt gab unumwunden zu, dass er sich in die Erziehung seiner fünf Kinder erst gar nicht einmischt.

"Die Aktion hat endlich wachgerüttelt", zieht Karin Strobl, Vorsitzende vom Frauennetzwerk Medien, Bilanz. "Es wurde auch deutlich, dass Frauen im öffentlichen Bewusstsein noch immer nicht gleich gesehen und beurteilt werden. Denn solche Antworten wären für Politikerinnen oder Managerinnen unvorstellbar. Sie könnten ihr Funktion gleich abgeben, würden sie offen eingestehen, ihre Familienleben nicht im Griff zu haben."

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