• 08.03.2013, 12:23:23
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Humanitärer Kongress: "Regierung tut zu wenig, um gut zu sein"

Caritas sieht "Licht und Schatten" zugleich in der österreichischen Katastrophenhilfe - Sudan auch zehn Jahre nach Konflikteskalation noch Krisenherd

Utl.: Caritas sieht "Licht und Schatten" zugleich in der
österreichischen Katastrophenhilfe - Sudan auch zehn Jahre
nach Konflikteskalation
noch Krisenherd =

Wien, 08.03.13 (KAP) Die Katastrophenhilfe der österreichischen
Bundesregierung ist nach Auffassung der Caritas "zu wenig, um gut zu
sein": Mit fünf Millionen Euro sei der Auslands- und
Katastrophenhilfsfonds sehr gering dotiert, zudem sei diese Summe
auf mehrere Ministerien aufgesplittert. "Österreichs solidarischer
Beitrag in der humanitären Hilfe ist somit doch sehr dürftig",
kritisierte der Generalsekretär für Internationale Programme der
Caritas Österreich, Christoph Schweifer am Freitag beim humanitären
Kongress in Wien.

Gespalten müsse die Frage ausfallen, ob Österreichs solidarischer
Beitrag in der humanitären und Katastrophenhilfe ausreiche: 2010
habe Österreich pro Einwohner 1,2 Euro dafür ausgegeben, die Schweiz
hingegen 23,8 Euro, so Schweifer. Forderungen einer Erhöhung würden
der ersten Empfehlung der OECD folgen, wonach Österreich die Mittel
für die humanitäre Hilfe drastisch aufstocken muss, um überhaupt im
Durchschnitt der Länder mit dabei zu sein. "Von Spitzenwerten ist
hier noch gar keine Rede", so der Caritas-Experte.

Als "positive Seite" erwähnte Schweifer, "dass die österreichische
Regierung kann, wenn sie wirklich will, wie etwa die Hungerkrise im
Jahr 2011 am Horn von Afrika gezeigt hat. Hier war der
Katastrophenfonds mit fünf Millionen Euro dotiert. Dennoch ist es
der Regierung gelungen, das Volumen auf mehr als acht Millionen Euro
auszudehnen." Bei entsprechendem politischen Willen sei in
Österreich somit "viel machbar". Um seine Chance, "eine aktive, gute
Rolle zu spielen", nutzen zu können, brauche Österreich qualitative
und quantitative Reformen bei der humanitären Hilfe, was "auch die
politische Klugheit" gebiete, stellte Schweifer klar.

Während Schweifer näher auf die humanitäre Situation der
Syrien-Flüchtlinge einging, warnte Alistair Dutton, Direktor für
humanitäre Projekte der Caritas Internationalis, gegenüber
"Kathpress" vor der anhaltend katastrophalen Lage im Sudan: In der
Krisenregionen Darfur wie auch in den der Weltöffentlichkeit kaum
bekannten Nuba-Bergen im Süden des Landes seien weiterhin über vier
Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen, zudem gebe es hier derzeit
drei Millionen Flüchtlinge und Binnenvertriebene.

(forts. mgl.) nem/per/

nnnn

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