Humanitärer Kongress: "Regierung tut zu wenig, um gut zu sein"

Caritas sieht "Licht und Schatten" zugleich in der österreichischen Katastrophenhilfe - Sudan auch zehn Jahre nach Konflikteskalation noch Krisenherd

Wien, 08.03.13 (KAP) Die Katastrophenhilfe der österreichischen Bundesregierung ist nach Auffassung der Caritas "zu wenig, um gut zu sein": Mit fünf Millionen Euro sei der Auslands- und Katastrophenhilfsfonds sehr gering dotiert, zudem sei diese Summe auf mehrere Ministerien aufgesplittert. "Österreichs solidarischer Beitrag in der humanitären Hilfe ist somit doch sehr dürftig", kritisierte der Generalsekretär für Internationale Programme der Caritas Österreich, Christoph Schweifer am Freitag beim humanitären Kongress in Wien.

Gespalten müsse die Frage ausfallen, ob Österreichs solidarischer Beitrag in der humanitären und Katastrophenhilfe ausreiche: 2010 habe Österreich pro Einwohner 1,2 Euro dafür ausgegeben, die Schweiz hingegen 23,8 Euro, so Schweifer. Forderungen einer Erhöhung würden der ersten Empfehlung der OECD folgen, wonach Österreich die Mittel für die humanitäre Hilfe drastisch aufstocken muss, um überhaupt im Durchschnitt der Länder mit dabei zu sein. "Von Spitzenwerten ist hier noch gar keine Rede", so der Caritas-Experte.

Als "positive Seite" erwähnte Schweifer, "dass die österreichische Regierung kann, wenn sie wirklich will, wie etwa die Hungerkrise im Jahr 2011 am Horn von Afrika gezeigt hat. Hier war der Katastrophenfonds mit fünf Millionen Euro dotiert. Dennoch ist es der Regierung gelungen, das Volumen auf mehr als acht Millionen Euro auszudehnen." Bei entsprechendem politischen Willen sei in Österreich somit "viel machbar". Um seine Chance, "eine aktive, gute Rolle zu spielen", nutzen zu können, brauche Österreich qualitative und quantitative Reformen bei der humanitären Hilfe, was "auch die politische Klugheit" gebiete, stellte Schweifer klar.

Während Schweifer näher auf die humanitäre Situation der Syrien-Flüchtlinge einging, warnte Alistair Dutton, Direktor für humanitäre Projekte der Caritas Internationalis, gegenüber "Kathpress" vor der anhaltend katastrophalen Lage im Sudan: In der Krisenregionen Darfur wie auch in den der Weltöffentlichkeit kaum bekannten Nuba-Bergen im Süden des Landes seien weiterhin über vier Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen, zudem gebe es hier derzeit drei Millionen Flüchtlinge und Binnenvertriebene.

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