- 08.03.2013, 08:30:31
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Orden für Gustav "Ironimus" Peichl
Claudia Schmied "überrascht" Architekt Peichl mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I.Klasse.
Utl.: Claudia Schmied "überrascht" Architekt Peichl mit dem
Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst
I.Klasse. =
Wien (OTS/BMUKK) - Eigentlich hatte sich Gustav Peichl gestern Abend
auf eine Präsentation seines neuen Buchs "Der Doppelgänger"
eingestellt. Umso größer war seine Überraschung, als er im Zuge der
Veranstaltung das Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und
Kunst I. Klasse von Kulturministerin Claudia Schmied erhielt.
"In der Architektur war Ihnen die Qualität das Allerwichtigste und
nicht das Schaffen von Quadratmetern", so Schmied in ihrer Begrüßung
des Ehrengastes. "Sie haben wie kaum ein anderer zeitgenössischer
Architekt Kulturlandschaften mitgestaltet und nachhaltig geprägt.
Beides - Ihre Bauten und Ihre Bilder - haben sich in unsere
Alltagswelt eingeschrieben und kommentieren die Geschichte unseres
Landes mit jener feinen Prise Ironie, die es möglich macht, trotzdem
zu lachen."
Josef Winkler, Präsident des Österreichischen Kunstsenats sprach
einführende Worte zu Peichls Werk und Leben. Darin verlieh er auch
seiner Hoffnung Ausdruck, dass Peichl als "das längsdienende Mitglied
des Kunstsenats", diesem noch lange als "treues, humorvolles,
kritisches und vor allem kämpferisches Mitglied erhalten" bleibe.
Robert Fleck, der die Lebenserfahrungen Peichls in "Der Doppelgänger"
schriftlich festgehalten hat, meinte, das Buch sei "nicht nur die
halbe Autobiographie von Gustav Peichl, sondern auch eine
österreichische Geschichte für junge Leser." Wie kurzweilig es
außerdem ist, bewies anschließend die Schauspielerin Mavie Hörbiger,
die einige Episoden daraus las.
"Ich bin sprachlos", bekannte Peichl angesichts der überraschenden
Verleihung des Ehrenkreuzes. In seiner Dankesrede bewies er einmal
mehr das satirische Talent, für welches er bekannt ist. Insbesondere
dankte Gustav Peichl den elf Bundeskanzlern, die er erlebt hatte,
sowie den elf Chefredakteuren, unter denen er arbeiten durfte. "Ich
bin ein eigenartiger Mensch - ich will immer Recht haben. Aber das
geht nicht", so Peichl philosophisch. Zuletzt dankte er "allen, die
heute gekommen sind. Und allen, die nicht gekommen sind."
Gustav Peichl wurde am 18. März 1928 in Wien geboren. Als Schüler
von Clemens Holzmeister studierte er Architektur an der Akademie der
bildenden Künste Wien. 1955 eröffnete er ein eigenes Architekturbüro.
Bereits ein Jahr zuvor veröffentlichte er erste Karikaturen unter dem
Künstlernamen Ironimus. Peichl zeichnete unter anderem für Die
Presse, die Süddeutsche Zeitung und den ORF. Gemeinsam mit Manfred
Deix hat er eine permanente Ausstellung im Karikaturmuseum in Krems
an der Donau.
Zu Peichls bekanntesten Werken als Architekt zählen der Pavillon für
die Weltausstellung im Jahr 1964, sechs ORF-Studios sowie die
Kindertagesstätte in Berlin. Von 1973 bis 1996 war er Professor an
der Akademie der bildenden Künste Wien und Leiter der Meisterschule
sowie ab 1987 einige Jahre lang als Rektor tätig.
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