Personal-Debatte in der FPÖ: Deutliche Kritik von Strache an Rosenkranz

NÖ-Landesparteivorstand berät über Konsequenzen aus Wahlschlappe

Wien (OTS) - Vor der Sitzung des FPÖ-Landesparteivorstands von Niederösterreich hat Parteiobmann Heinz-Christian Strache kein gutes Haar am Landtags-Wahlkampf der Freiheitlichen Spitzenkandidatin Barbara Rosenkranz gelassen. Auch ihre Arbeit als Landeschefin der FPÖ in Niederösterreich kritisierte er. In der ATV-Diskussionssendung "Am Punkt" sagte Strache: "Offenbar ist in den letzten Jahren dort zu wenig kantige Oppositionspolitik gelebt worden und da hätten die Menschen mehr erwartet an Opposition, an kantigem Auftreten gegenüber einer allmächtigen ÖVP." Die Frage von ATV-Moderator Meinrad Knapp, ob Rosenkranz als Landeschefin zurücktreten solle, wollte Strache nicht beantworten. Allerdings fügte er hinzu: "Natürlich ist es so, dass ein Spitzenkandidat auch immer die Hauptverantwortung trägt. Das ist genau der Unterschied: ich habe auf Bundesebene seit Jahren eine kontinuierliche, klare Oppositionspolitik gelebt."

Die langjährige Politik-Beobachterin und Journalistin Anneliese Rohrer sagte in "Am Punkt", dass Straches politische Zukunft davon abhänge, ob er sich bei der Frage der Erneuerung der Freiheitlichen in Kärnten und Niederösterreich durchsetzen könne: "Das Hauptproblem des Herrn Strache ist seine Autorität. Wenn er die in der nächsten Zeit nicht wirklich herstellen kann, dann hat er ein Problem und das Problem kommt aus der eigenen Partei. Wenn Niederösterreich nicht pariert wie er will, wenn der Wiedervereinigungsparteitag in Kärnten nicht so läuft wie er will, kriegt er intern ein Problem. Warum? Weil der Erfolg natürlich alles zudeckt und wenn der Erfolg ausbleibt, wie jetzt zum ersten Mal, dann werden sich die Bruchlinien in der FPÖ zeigen, das ist der ganz rechte Rand, das sind die Burschenschaften, und da wird er sich durchsetzen müssen." Rohrer verwies darauf, dass Rosenkranz, die dem rechten Flügel der Partei zugeordnet wird, einen Rücktritt ausgeschlossen habe und aus der FPK Widerstand zu Straches Plänen komme, die FPÖ und die FPK zu vereinen.

Der Politikberater Thomas Hofer meinte in "Am Punkt", Strache stecke bezüglich einer Erneuerung der Partei in einem Dilemma: "Er kann auf den rechten Flügel gar nicht verzichten, weil das Personal-Reservoir der FPÖ mehr als begrenzt ist.", so Hofer, "die FPÖ ist eine Ein-Mann-Partei, es gibt keine zweite Reihe."

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