- 07.03.2013, 11:29:38
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"Universum History"-Doku erinnert an "Lise Meitner - Die Mutter der Atombombe"
Zum Weltfrauentag am 8. März um 22.40 Uhr in ORF 2
Utl.: Zum Weltfrauentag am 8. März um 22.40 Uhr in ORF 2 =
Wien (OTS) - Lise Meitners Biografie ist das Zeugnis einer starken
Frau: Als Jüdin im Dritten Reich bleibt sie zu Kriegszeiten
Pazifistin, als Physikerin, die die Grundlagen der Kernspaltung
erforscht, setzt sie sich Zeit ihres Lebens für die friedliche
Nutzung der Atomkraft ein. Zum Weltfrauentag (Infos zur ausführlichen
ORF-Berichterstattung unter presse.ORF.at) würdigt "Universum
History" die gebürtige Wienerin am Freitag, dem 8. März 2013, um
22.40 Uhr in ORF 2 mit dem Film "Lise Meitner - Die Mutter der
Atombombe" von Wolf von Truchsess. Zeit ihres Lebens kämpfte Lise
Meitner gegen soziale und politische Widerstände, heute muss sie in
einem Atemzug mit Einstein oder Heisenberg genannt werden. Trotzdem
blieb Meitner der Nobelpreis verwehrt - er geht an die Männer, mit
denen sie während ihrer Forscher/innen-karriere gearbeitet hat. Aus
diesem Grund ist ihr Leben auch ein Beispiel für die Benachteiligung
von Frauen in Wissenschaft und Forschung.
Als Meitner 1878 in Wien als Tochter eines jüdischen Rechtsanwalts
zur Welt kommt, ist für Mädchen der Besuch höherer Schulen oder gar
Universitäten nicht vorgesehen. Also bereitet sie sich im
Selbststudium auf die Matura vor, schafft diese und promoviert 1906
als zweite Frau in Österreich an einer Universität. Später geht sie
nach Berlin, arbeitet mit Max Planck und lernt Otto Hahn, ihren
Forschungspartner für die nächsten 30 Jahre, kennen. Auch in Preußen
hat Meitner mit Widerständen zu kämpfen: Frauen sind damals nicht an
Universitäten zugelassen, Meitner muss anfangs ohne Bezahlung
arbeiten. Doch langsam bessert sich die Situation und sie erarbeitet
sich gemeinsam mit Otto Hahn durch ihre Grundlagenforschung im
Bereich der Kernphysik großes Renommee.
Sie trifft die größten Forscher des 20. Jahrhunderts, etwa Niels Bohr
oder Albert Einstein, der sie die "deutsche Marie Curie" nennt. 1926
wird sie schließlich außerordentliche Professorin für theoretische
Physik, doch 1933 entziehen die Nazis der Jüdin Meitner die
Lehrerlaubnis. Vom größten Triumph ihrer Karriere, der ersten
erfolgreichen Kernspaltung, erfährt sie 1938 von ihrem
Forschungspartner Otto Hahn. Auch wenn Meitner die Kernspaltung
selbst nicht durchführte, war es ihr Verdienst, die Beobachtungen
Hahns unter der Zuhilfenahme von Einsteins Relativitätstheorie
nachvollziehbar und damit nutzbar zu machen.
Hahn und Meitners Forschungsergebnisse verändern die Welt für immer.
Die Amerikaner werden auf Meitner aufmerksam, doch für die glühende
Verfechterin der friedlichen Nutzung der Atomkraft ist es undenkbar,
ihre Arbeit in den Dienst einer aufkommenden Atommacht zu stellen.
Aus ihrem Exil muss sie nicht nur mitansehen, wie in Hiroshima und in
Nagasaki durch die Anwendung ihrer Entdeckung Hunderttausende
Menschen einen grausamen Tod sterben, sondern auch wie Otto Hahn 1946
den Nobelpreis für Chemie verliehen bekommt - für die Entdeckung der
Kernspaltung, die ohne ihren Beitrag undenkbar ist. Der Titel
"Nobelpreisträgerin" bleibt ihr trotz zahlloser Auszeichnungen bis in
ihre Nachrufe verwehrt.
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