- 06.03.2013, 01:06:06
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Neue klinische Richtlinien für ältere Patienten mit Typ 2 Diabetes, um einen europaweiten Pflegenotstand zu verhindern
London (ots/PRNewswire) -
Das Institute of Diabetes for Older People (IDOP) (Institut für
Diabetes bei älteren Menschen) hat die 'European Diabetes Working
Party for Older People 2011 Clinical Guidelines for Type 2 Diabetes
Mellitus (EDWPOP)' (Europäische Diabetes-Arbeitsgruppe für ältere
Menschen 2011 Klinische Richtlinien für Typ 2 Diabetes Mellitus)
herausgegeben, mit dem Ziel, klinische Entscheidungen zu unterstützen
und die Qualität der Betreuung von Millionen älteren Menschen mit
Diabetes zu verbessern und gleichzeitig einen Pflegenotstand in
Europa zu verhindern.
(Logo: http://photos.prnewswire.com/prnh/20130306/600190 )
Diabetes ist in den letzten Jahren weltweit zu einer der am
besorgniserregendsten Erkrankungen geworden. Im Jahr 2010 wurden über
54,4 Millionen Menschen mit Diabetes diagnostiziert und es wird
erwartet, dass bis zum Jahr 2030 diese bereits enorme Zahl auf 66,5
Millionen ansteigt. Es wird angenommen, dass über die Hälfte dieser
Erkrankten mehr als 60 Jahre alt sind.[1]
Der demographische Wandel wird bis 2030 und danach eine Welle von
älteren Menschen mit Diabetes verursachen, wodurch die Mittel der
öffentlichen Gesundheitswesen stark strapaziert werden. Die EU gibt
zurzeit 80 Millionen Euro für diese Menschen aus, was 10 % der
gesamten Ausgaben des öffentlichen Gesundheitswesens ausmacht. Es
wird erwartet, dass diese Zahl bis 2030 auf 94 Millionen Euro in die
Höhe schnellt.
"Wenn wir jetzt nichts unternehmen, um die Betreuung von älteren
Menschen mit Typ 2 Diabetes zu verbessern, wird das katastrophale
Auswirkungen auf die Patienten und das gesamte europäische
Gesundheitswesen haben. Es besteht ein besonderes Risiko für Länder,
die ein staatliches Gesundheitssystem haben, wie Grossbritannien, wo
diese Diabetes-Zeitbombe einen potentiellen finanziellen Ruin des
bereits strapazierten Gesundheitssystems darstellt", sagt Professor
Alan Sinclair, Direktor des IDOP.
Die EDWPOP Richtlinien wurden herausgegeben, um Lücken im
Gesundheitswesen zu schliessen, die in einem Positionspapier, das von
der International Association of Gerontology and Geriatics (IAGG),
der European Diabetes Working Party for Older People (EDWPOP), und
der International Task Force of Experts in Diabetes entwickelt wurde.
Dieser Expertenpool erforschte die wesentlichen Probleme von Diabetes
bei älteren Patienten im Konsensweg, zusammen mit einer
evidenzbasierten Literaturstudie.
In diesem Positionspapier wird der Bedarf an spezifischen Richtlinien
identifiziert, da bestehende Richtlinien nicht auf die Bedürfnisse
von älteren Menschen eingehen. Dazu gehören:
- Der Einsatz von Bewegungstherapie, Ernährungstherapie und blutzuckersenkenden Therapien zur zielgruppenorientierten, wirksamen Behandlung von Typ 2 Diabetes bei älteren Menschen - Praktische ambulante Interventionen, um stationäre Aufenthalte zu reduzieren - Methoden zur Verringerung von Hypoglykämien in verschiedenen Settings - Gesundheitsökonomische Bewertung von Stoffwechselbehandlung - Interventionen zur Verzögerung/Prävention von Diabetes-bedingten Komplikationen, die häufig bei älteren Patienten vorkommen, wie kognitive Störungen und funktioneller Abhängigkeit - Entwicklung von technischen Hilfsmitteln, die den älteren Diabetespatienten zur Selbstständigkeit und Sicherheit verhelfen
"Die meisten europäischen Richtlinien gehen nicht auf die besonderen
Bedürfnisse bezüglich Behandlung und Abhängigkeit bei älteren
Diabetespatienten ein, und diese neuen Richtlinien enthalten
praktische Behandlungsempfehlungen, die für alle im Gesundheitswesen
Tätige in ganz Europa anwendbar sind", sagt Professor Sinclair.
Betreuung von älteren Patienten mit Diabetes
Eine wirksame Versorgung von älteren Patienten mit Diabetes sollte
sich auf Folgendes konzentrieren: Sicherheitsaspekte,
Diabetes-Prävention, frühe Behandlung von Gefässerkrankungen und
funktionelle Diagnose vor und nach Amputation der Gliedmassen,
Augenleiden und Schlaganfällen. Zusätzlich sollten bei älteren
Patienten die Prävention und die Behandlung von diabetesbedingten
Komplikationen wie Gebrechlichkeit, kognitive Funktionsstörung,
funktionelle Abhängigkeit und Depression im Vordergrund stehen.
Die EDWPOP-Richtlinien bieten Folgendes:
Die EDWPOP Richtlinien liefern eine evidenzbasierte und detaillierte
Zusammenfassung davon, was im Gesundheitswesen Tätige in ganz Europa
jetzt tun sollten, um älteren Menschen die bestmögliche Behandlung
von Diabetes zu ermöglichen. Dazu gehört:
- Eine evidenzbasierte Analyse von Behandlungsmethoden für ältere Diabetespatienten - und diese gilt als Ansatz für klinische Entscheidungen - Eine benutzerfreundliche Empfehlungsliste für stationäre und ambulante Behandlungsrahmen - Leitfaden für 18 Themengebiete mit klinischem Interesse, unter anderem: Tests und Diagnose, Prävention, sekundäre Komplikationen, Hypoglykämie, kognitive Störungen, Stürze und Immobilität
Redaktionelle Hinweise:
Über EDWPOP
Die ursprüngliche European Diabetes Working Party for Older People
(EDWPOP) (Europäische Diabetes-Arbeitsgruppe für ältere Menschen)
wurde im Dezember 2000 gegründet, um sicherzustellen, dass ältere
Menschen in der gesamten europäischen Union eine gleichwertige und
qualitativ hochwertige, langfristige Diabetesbetreuung erhalten.
Über das Institute of Diabetes for Older People
Das IDOP (Institut für Diabetes bei älteren Menschen) ist ein
gemeinnütziges Forschungsinstitut an der Universität von Bedfordshire
(England), das der Verbesserung der Gesundheit und des Wohlergehens
aller älteren Menschen mit Diabetes und verwandten metabolischen
Erkrankungen gewidmet ist.
1. Shaw JE, Sicree RA, Zimmet PZ. Global estimates of the prevalence
of diabetes for 2010 and 2030. Diab Res Clin Prac 2010;7:4-14.
2. Zhang P, Zhang X, Brown J, Vistisen D, Sicree R, Shaw J, et al.
Global Healthcare expenditure on diabetes for 2010 and 2030. Diabetes
Research and Clinical Practice 2010;87:293-301.
Photo: http://photos.prnewswire.com/prnh/20130306/600190
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