LKW Lenk- und Ruhezeiten

Eine Gradwanderung zwischen Verpflichtung und Rechten

Wien (OTS/RfW) - Unternehmer, die Winterdienst verrichten, kommen in schneereichen Wintern wie in diesem mit der Lenk- und Ruhezeitverordnung arg in Bedrängnis: "Ich kenne die Problematik aus eigener Erfahrung. Arbeitsbeginn ist meist um 7 Uhr früh. An normalen Tagen kann das täglich anfallende Geschäft in acht Stunden absolviert werden. Dem Gesetze nach kann aber ein Fahrer, der das Tagesgeschäft erledigt hat bei Schneefall oder absinkender Temperatur in den Abend-und Nachtstunden nicht mehr zum Einsatz kommen, da er die Lenk- und Ruhezeit überschreitet", erzählt KommR Walter Fischer, Landesobmann des RfW-Niederösterreich aus der Praxis.

Solche Tage kommen zwar nicht oft vor, aber, wie die Erfahrung aus diesem Winter zeigt, doch das ein oder andere Mal: "Hier wäre es wünschenswert, wenn die Unternehmer nicht dafür bestraft werden, wenn sie die Arbeit für das Gemeinwohl verrichten, und die Straßen schneefrei halten", so Fischer.

Diese Missstände gibt es aber nicht nur im Winterdienst. Auch der Baustellenverkehr, wie bspw. die Betonpumpe oder der Kranwagen erleben dieselbe Problematik: "Ein Betonpumpenfahrer muss seine Tätigkeit nach vier Stunden eine halbe Stunde unterbrechen. In der Praxis ist das nicht durchführbar, denn gewisse Betonpumpenarbeiten müssen in einem Zuge durchgeführt werden", erklärt der RfW-Landesobmann.

An solchen Beispielen zeigt sich, dass Praxis und Gesetz weit auseinanderklaffen - und das am Rücken der Unternehmer - denn schon Verstöße im geringsten Ausmaß werden sofort geahndet und belasten die Unternehmer zusätzlich. "Natürlich soll es für die Arbeitnehmer Ruhezeiten geben, das ist auch gut und wichtig. Aber in Notfällen oder solchen Ausnahmesituationen sollte, nach Rücksprache zwischen Arbeitgeber und -nehmer, mehr Flexibilität möglich sein. Wir als Unternehmervertretung fordern daher in diesem Bereich ein rasches Umdenken in der Gesetzgebung", stellt Fischer abschließend fest.

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