- 04.03.2013, 09:37:37
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WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Innovation ist der einzige Ausweg - von Herbert Geyer
Raucherräume werden zur Kreativwerkstatt
Utl.: Raucherräume werden zur Kreativwerkstatt =
Wien (OTS) - Optimismus ist momentan nicht gerade die vorherrschende
Stimmung in der Weltwirtschaft. Der IWF hat bereits angekündigt
angesichts der Budgetstreitigkeiten in den USA und der deswegen in
Kraft getretenen automatischen Kürzungen die Wachstumsprognose um
zumindest einen halben Prozentpunkt zu senken.
Ein Wachstum von nur 1,5 Prozent oder noch weniger genügt aber nicht,
um die Arbeitslosigkeit in der Konsumgroßmacht der Welt zu senken -
zumal auch die die erzwungenen Sparmaßnahmen Hunderttausende Stellen
abbauen werden. Die Schwäche der USA wird sich also direkt auf die
Nachfrage Exporten aus Europa und China auswirken.
Wo die Konjunktur ebenfalls nicht gerade schnurrt wie eine
Nähmaschine. Auch Europa leidet unter Sparpaketen und einer immer
noch steigenden Arbeitslosigkeit, und die erhoffte Erholung der
chinesischen Wirtschaft ist noch alles andere als gesichert. Von
Japan, wo bloße Ankündigungen offenbar nicht ausreichen, um das
Deflationsgespenst zu vertreben, ganz zu schweigen.
Es ist daher mehr als vernünftig, wenn österreichische Unternehmen
sich nach Strategien umsehen, wie sie mit einer länger anhaltenden
Flaute umgehen können. Die Ausrichtung der Exportwirtschaft auf
wachsende Märkte außerhalb Europas ist ein logischer Ansatz.
Dass Österreich mit seinen relativ hohen Lohnkosten dort mit
Billigproduktionen nicht konkurrieren kann, versteht sich selbst. Da
wird es auch nichts nützen, weiter Lohnkosten zu drücken, weitere
Beschäftigungsverhältnisse ins Präkariat oder weitere Produktionen in
Billigländer auszulagern.
Um auf den Weltmärkten Konkurrenzfähigkeit zu gewinnen, hilft nur ein
billiger Euro (dafür sorgt schon Italien), die Steigerung der
Produktivität und geniale neue Produkte.
Dafür braucht es aber kreative und motivierte Mitarbeiter. Wenn schon
eine verfehlte Bildungspolitik alles in ihrer Macht stehende
versucht, um möglichst viele Maturanten von der Aufnahme eines
Studiums abzuhalten, statt die Akademikerquote zu erhöhen, dann
müssen die Unternehmen halt ihre inneren Ressourcen heben: Jeder
Mitarbeiter hat Vorschläge, wie sich in seiner Umgebung die
Arbeitsabläufe verbessern ließen. Und wenn dann gar noch Beschäftigte
aus verschiedenen Abteilungen miteinander ins Gespräch kommen,
entsteht ein Kreativpotenzial, das jeden externen Consultant ersetzt.
Raucherräume, in denen solche Begegnungen quasi institutionalisiert
sind, werden so zur Kreativwerkstatt. Man muss diese Potenziale nur
nutzen.
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