WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Innovation ist der einzige Ausweg - von Herbert Geyer

Raucherräume werden zur Kreativwerkstatt

Wien (OTS) - Optimismus ist momentan nicht gerade die vorherrschende Stimmung in der Weltwirtschaft. Der IWF hat bereits angekündigt angesichts der Budgetstreitigkeiten in den USA und der deswegen in Kraft getretenen automatischen Kürzungen die Wachstumsprognose um zumindest einen halben Prozentpunkt zu senken.

Ein Wachstum von nur 1,5 Prozent oder noch weniger genügt aber nicht, um die Arbeitslosigkeit in der Konsumgroßmacht der Welt zu senken -zumal auch die die erzwungenen Sparmaßnahmen Hunderttausende Stellen abbauen werden. Die Schwäche der USA wird sich also direkt auf die Nachfrage Exporten aus Europa und China auswirken.

Wo die Konjunktur ebenfalls nicht gerade schnurrt wie eine Nähmaschine. Auch Europa leidet unter Sparpaketen und einer immer noch steigenden Arbeitslosigkeit, und die erhoffte Erholung der chinesischen Wirtschaft ist noch alles andere als gesichert. Von Japan, wo bloße Ankündigungen offenbar nicht ausreichen, um das Deflationsgespenst zu vertreben, ganz zu schweigen.

Es ist daher mehr als vernünftig, wenn österreichische Unternehmen sich nach Strategien umsehen, wie sie mit einer länger anhaltenden Flaute umgehen können. Die Ausrichtung der Exportwirtschaft auf wachsende Märkte außerhalb Europas ist ein logischer Ansatz.

Dass Österreich mit seinen relativ hohen Lohnkosten dort mit Billigproduktionen nicht konkurrieren kann, versteht sich selbst. Da wird es auch nichts nützen, weiter Lohnkosten zu drücken, weitere Beschäftigungsverhältnisse ins Präkariat oder weitere Produktionen in Billigländer auszulagern.

Um auf den Weltmärkten Konkurrenzfähigkeit zu gewinnen, hilft nur ein billiger Euro (dafür sorgt schon Italien), die Steigerung der Produktivität und geniale neue Produkte.

Dafür braucht es aber kreative und motivierte Mitarbeiter. Wenn schon eine verfehlte Bildungspolitik alles in ihrer Macht stehende versucht, um möglichst viele Maturanten von der Aufnahme eines Studiums abzuhalten, statt die Akademikerquote zu erhöhen, dann müssen die Unternehmen halt ihre inneren Ressourcen heben: Jeder Mitarbeiter hat Vorschläge, wie sich in seiner Umgebung die Arbeitsabläufe verbessern ließen. Und wenn dann gar noch Beschäftigte aus verschiedenen Abteilungen miteinander ins Gespräch kommen, entsteht ein Kreativpotenzial, das jeden externen Consultant ersetzt.

Raucherräume, in denen solche Begegnungen quasi institutionalisiert sind, werden so zur Kreativwerkstatt. Man muss diese Potenziale nur nutzen.

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