Hundstorfer: Anstieg der Arbeitslosigkeit erstmals seit Sommer des Vorjahres verlangsamt

Noch zu früh für Entwarnung - Österreich nach wie vor geringste Arbeitslosigkeit in Europa - erstmals über 3,3 Mio. Beschäftigte in einem Februar

Wien (OTS/BMASK) - Mit 326.401 Arbeitslose (+16.337 oder +5,3 Prozent) und 77.605 SchulungsteilnehmerInnen (+7.209 oder +10,2 Prozent) hat sich der Anstieg der Arbeitslosigkeit erstmals seit August 2012 verlangsamt, berichtet Sozialminister Rudolf Hundstorfer angesichts der Arbeitsmarktdaten für den Monat Februar. Weiterhin hat Österreich mit 4,9 Prozent die geringste Arbeitslosigkeit in der EU und liegt bei der Jugendarbeitslosigkeit hinter Deutschland an zweiter Stelle. Die Beschäftigung steigt wieder etwas stärker als zuletzt. Mit 3.321.000 aktiv Beschäftigten waren erstmals in einem Februar mehr als 3,3 Mio. Menschen in Österreich beschäftigt - das ist ein Plus von 27.000 Arbeitsplätzen. Beinahe ein Drittel der als arbeitslos gemeldeten Menschen - ca. 97.000 - haben bereits eine Einstellzusage und beginnen heute oder in den nächsten Wochen ihre neue Tätigkeit. "Es ist aber zu früh um von einer Trendwende zu sprechen: die Zahl der offenen Stellen sinkt um knapp zehn Prozent. Trotz der üblichen Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt und trotz weiterer Beschäftigungsgewinne muss auch in den nächsten Monaten mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich gerechnet werden", so Hundstorfer. ****

"Bevor sich Europa nicht aus dem seit fast fünf Jahren anhaltenden Finanzkrise, Wirtschaftskrise, steigender Staatsverschuldung und Sparpaketen lösen kann, wird auch die exportabhängige österreichische Wirtschaft nicht genügend Arbeitsplätze schaffen können um die Arbeitslosigkeit nachhaltig zu senken", unterstrich der Sozialminister. Mit dem Beschluss der europäischen Jugendgarantie nach österreichischem Vorbild sei gestern jedoch ein wichtiger Schritt und ein deutliches erstes Zeichen an die jungen Menschen in Europa gesetzt worden. "Jetzt müssen die Mitgliedsstaaten die nötigen Schwerpunkte in ihrer Politik setzen und die notwendigen Mittel in die Hand nehmen", betonte der Minister.

Männer (+6 Prozent) sind von der steigenden Arbeitslosigkeit stärker betroffen als Frauen (+3,9 Prozent). Bei Jugendlichen (+3,5 Prozent) steigt die Arbeitslosigkeit ebenfalls unterdurchschnittlich. Bei den 15-19-jährigen geht die Arbeitslosigkeit sogar um 4,3 Prozent zurück und es gibt auch weniger Lehrstellensuchende (-3,7 Prozent). "Die Ausbildungsgarantie der Bundesregierung funktioniert. Qualifikation ist nach wie vor der wichtigste Schlüssel zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Fast die Hälfte aller Arbeitslosen verfügt maximal über einen Pflichtschulabschluss. Ein Fachkräftemangel lässt sich aus den Arbeitsmarktdaten hingegen nicht herauslesen, da auch bei den Hochqualifizierten - wenn auch auf niedrigem Niveau - die Arbeitslosigkeit steigt. Den mit Abstand stärksten Anstieg der Arbeitslosigkeit verzeichnen übrigens AbsolventInnen eines Bakkalaureatsstudiums mit +39,4 Prozent. Ein Zeichen, dass Bachelors von der Wirtschaft nicht sehr stark nachgefragt werden", sagte der Sozialminister.

Im Westen Österreichs ist die Arbeitsmarktentwicklung etwas besser: in Tirol (+1,9 Prozent) Vorarlberg (+2,2 Prozent) und Salzburg (+3,8 Prozent) steigt die Arbeitslosigkeit am wenigsten an. Auch Wien (+4,3 Prozent und die Steiermark (+4,8%) verzeichnen einen unterdurchschnittlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Den stärksten Anstieg der Arbeitslosigkeit gibt es in Oberösterreich (+8,6 Prozent), allerdings ist die Arbeitslosigkeit in Oberösterreich nach wie vor gering. Kärnten hat mit 6,5 Prozent nicht nur den zweithöchsten Anstieg der Arbeitslosigkeit, Kärnten war zuletzt auch das einzige Bundesland mit sinkender Beschäftigung. Die traditionell schwache Wirtschaftsstruktur Kärntens wird durch die Rezession in Italien zusätzlich belastet. Auch Niederösterreich (+6,2 Prozent) und das Burgenland (+6,2 Prozent) verzeichnen einen überdurchschnittlich starken Anstieg der Arbeitslosigkeit. (Schluss)

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