"Rosa Handtaschl" an profil-Herausgeber Christian Rainer

Frauennetzwerk Medien: Magazin am Weg hin zum billig-sexistischen Boulevard

Wien (OTS) - Wenn der Geschlechter-Unterschied beim Erwerbs-Einkommen mit persönlicher Interpretation glatt gebügelt wird.

Wenn Behauptungen von Firmen-SprecherInnen (neun von elf zudem männlich) als Belege für das Nichtvorhandensein gender-bezogener Gehaltsdifferenzen genügen.

Wenn der Diabetes-Report mit einer nackten jungen Frau aufgemacht wird, obwohl das Problem in jungen und mittleren Jahren mehrheitlich Männer betrifft.

Wenn Reproduktionsmedizin laut Cover-Anreißer den Kinderwunsch von Frauen erfüllt (statt den von Paaren).

Wenn den Titel-Textern zu "150.000 österreichische Alleinerzieherinnen" nur die sensationsgeile Frage "Schlecht für die Psyche der Kinder?" einfällt.

Wenn die Traumatisierung von Scheidungskindern an praktischen Beispielen illustriert wird, in denen es immer um fern gehaltene Väter geht; und Väterrechtler wie Feminismus-Kritiker zunehmend breitere mediale Bühnen im Blatt bekommen, während Frauen-Bilder immer häufiger nur in Form von Nacktfotos vorkommen.

Wenn sexueller Missbrauch durch Machthaber mit der Versuchung gerechtfertigt wird, der sich Mann halt leider sooo schwer erwehren kann.

Dann sind das nur ein paar Beispiele dafür, wie sich das profi in der letzten Zeit entwickelt hat: Weg vom Qualitätsjournalismus eines seriösen Nachrichten-Magazins, hin zum billig-sexistischen Boulevard. Für diese bedauerliche publizistische Fehlentwicklung verleiht das Frauennetzwerk Medien profil-Herausgeber Christian Rainer das "Rosa Handtaschl" 2013 - verbunden mit dem Wunsch, es möge ihm als Memento dienen, um den in seiner Redaktion noch vorhandenen Tendenzen zu ausgewogener Berichterstattung wieder mehr Raum zu geben.

"Wir verleihen heuer das Handtaschl also an einen Mann, an dessen Lern- und Entwicklungsfähigkeit wir noch glauben. Es wäre gut für Österreichs Gesellschaft und gut für die Medienlandschaft, wenn sich diese Hoffnung auch erfüllt", erklärt Karin Strobl, Vorsitzende Frauennetzwerk Medien, die Begründung der Jury.

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