- 22.02.2013, 17:24:26
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Programmänderung: "dok.film: Warme Gefühle - Vier Liebesgeschichten aus Österreich" am 24. Februar in ORF 2
Zuvor: "im ZENTRUM" über "Zwei Frauen und ein Baby - Was ist Familie?"
Utl.: Zuvor: "im ZENTRUM" über "Zwei Frauen und ein Baby - Was ist
Familie?" =
Wien (OTS) - Aus aktuellem Anlass - "im ZENTRUM" widmet sich am
Sonntag, dem 24. Februar 2013, um 22.00 Uhr dem Thema "Zwei Frauen
und ein Baby - Was ist Familie?" - zeigt ORF 2 danach um ca. 23.05
Uhr den "dok.film: Warme Gefühle - Vier Liebesgeschichten aus
Österreich": Katharina Miko und Raffael Frick sprechen mit älteren
Menschen über Homosexualität und befragen sie nach ihren Erfahrungen.
Das Porträt zweier Männer und zweier Frauen, die dem Bild des typisch
schwulen Mannes und der typisch lesbischen Frau so gar nicht
entsprechen, ist eine Koproduktion von Nikolaus Geyrhalter Film und
ORF. Rudolf Stoiber - einer der Protagonisten des Films und
ehemaliger UNO-Korrespondent für den ORF - ist erst vor wenigen Tagen
im 87. Lebensjahr verstorben.
"dok.film: Warme Gefühle - Vier Liebesgeschichten aus Österreich"
Rudi, 86 Jahre alt, lebt in New York und erzählt davon, wie nach
seiner Auswanderung aus Österreich ein neues Leben für ihn begann -
in der Metropole, mit den unzähligen Bars und Schwulenbällen. Der
heute 66-jährige Friedemann musste - noch vor der Abschaffung des
Totalverbots der Homosexualität im Juli 1971 - eine mehrmonatige
Gefängnisstrafe in Österreich absitzen, und auch die beiden Frauen
Herta, 68, und Hedi, 75, berichten aus ihrem Leben, das viele Jahre
lang dem gesellschaftlichen Idealbild der Hausfrau und Mutter
entsprach. Neben sehr unterschiedlichen Lebensentwürfen wird auf
diese Weise im Film auch ein Stück Nachkriegs-Österreich sichtbar,
dessen Konservativismus bis heute nachwirkt. Die nötige Stärke, sich
zu behaupten, wird vor allem an den Frauen deutlich.
Historisch begleitet wurde das Filmprojekt von Ines Rieder, die auch
die Protagonisten und Protagonistinnen recherchierte. Eine Arbeit,
die sich nicht einfach gestaltete, da für Menschen dieser Generation
ein "Outing" keine Selbstverständlichkeit ist. Indem sie mit der
Kamera immer nahe an den Porträtierten bleiben und gänzlich auf
Fragen aus dem Off sowie auf Kommentare aus deren Freundeskreis
verzichten, erreichen Katharina Miko und Raffael Frick eine Nähe und
zugleich die notwendige Distanz zu den Frauen und Männern. So bleibt
alles, was die vier erzählen, zwar eine subjektive Lebenserfahrung,
die jedoch auf viele andere so oder ähnlich zutrifft.
Mehr zum Inhalt:
"Sie dürfen kein professioneller Homosexueller werden, sondern ein
homosexueller Professioneller. Daran habe ich mich mein ganzes Leben
lang gehalten." Rudi ist 86 Jahre alt und lebt in New York. Er
erzählt davon, wie er als Elfjähriger in Österreich ins
Knabeninternat kam und von der dortigen "griechischen
Jünglingsroutine" der Abhärtung. Als er dann in die Vereinigten
Staaten auswanderte, begann für ihn ein neues Leben: die Metropole,
die Bars in Harlem, die Schwulenbälle. Dort lernte er auch seinen
Freund kennen, der noch heute mit ihm alte Fotografien betrachtet.
Aus einer ersten Nacht sind 40 gemeinsame Jahre geworden.
Im Gegensatz zu Rudi, der auf eine Karriere in New York zurückblicken
kann, sind die anderen drei in Österreich geblieben - was dem heute
66-jährigen Friedemann eine mehrmonatige Gefängnisstrafe, noch vor
der Abschaffung des Totalverbots der Homosexualität im Juli 1971,
einbrachte. Heute steht der eloquente, ganz in schwarz gekleidete
Mann noch einmal vor dem ehemaligen "Arbeitshaus", einer dunkelbraun
gestrichenen Baracke, die sich seit damals nicht verändert hat. Am
Rand eines Getreidefelds raucht er eine Zigarette in der Sonne: "Wenn
es nicht so frivol klingen würde, würde ich sagen: Schön ist es da."
Die 68-jährige Herta aus einem Wiener Gemeindebau ("Homosexualität
gab es in den 50er Jahren nicht. Jedenfalls nicht bei uns in
Atzgersdorf"), die noch immer stolz die alten sozialistischen Flaggen
präsentiert, entsprach ebenso viele Jahre lang dem gesellschaftlichen
Idealbild von Hausfrau und Mutter wie die 75-jährige Hedi, die aus
der katholischen Frauenbewegung stammt und die ihren Austritt aus
derselben mittels einer Todesanzeige kundtat. In einem
Archivausschnitt sieht man sie in einer Fernsehdiskussion mit Kurt
Krenn, in der sie auf Reformen bei der Eucharistiefeier drängt. "Wir
haben ja schließlich auch das Wahlrecht für die Frauen gekriegt."
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