• 22.02.2013, 09:12:47
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Medizinische Fakultät Linz - ein Spiel mit dem Feuer?

Innsbruck (OTS) - Die Politiker/innen aus Oberösterreich aller
Couleurs haben sich fest auf eine Medizinische Fakultät in Linz
eingeschworen, obwohl die Experten des Wissenschaftsrates für ein
kleines Land wie Österreich ein Auslangen mit drei
Medizin-Ausbildungs-Standorten sehen.

In dieser Debatte wurde bisher überhaupt nicht berücksichtigt,
dass Österreich derzeit noch eine 75 Prozentquote für Inländer/innen
für Studienplätze hat, weil man gegenüber der EU immer argumentieren
konnte, dass die knappen Studienplätze für die Versorgung von
Österreich mit Ärzte/innen vorbehalten sein soll. Bei Errichtung
einer weiteren Medizinischen Fakultät in Linz besteht die Gefahr,
dass diese Argumentation für die Quotenregelung von der EU-Kommission
nicht mehr akzeptiert wird und ein freier Studienzugang für alle EU
Bürger (also vor allem Deutsche) zum Medizinstudium in Österreich die
Folge sein wird.

Um die Quote aufrecht erhalten zu können, müssten die knappen
Studienplätze auf dem bisherigen Status limitiert bleiben und die
zuletzt kolportierten 200 Studienplätze in Linz zu Lasten der anderen
Standorte kommen. Das hieße mit großer Wahrscheinlichkeit, dass die
Studienplätze aus Innsbruck, Graz und Wien abgezogen werden und dass
auch der Klinische Mehraufwand für den Standort Linz vermutlich aus
dem gemeinsamen Topf des Klinischen Mehraufwands (mit ca. 30 Mio in
Wien, 68 Mio in Graz und 60 Mio in Tirol per anno) befüllt würde.
Wenn zum Beispiel nur ein Viertel davon aus Tirol abgezogen wird,
übersteigt das die bisherigen Aufwendungen des Landes Tirol zur
Abgangsfinanzierung der TILAK bei weitem.

Der Abzug der Studienplätze am Standort Innsbruck wird
mittelfristig auch weniger Lehrpersonal und Universitätsärzte/innen
und auch eine Kürzung der Ausbildungsstellen zur Fachärztin/zum
Facharzt bedingen. Das hat unmittelbare Auswirkungen auf die Qualität
der Patient/innenversorgung und der klinischen Wissenschaft zur
Folge.

Insgesamt ist dieser Vorschlag ein hochriskantes Spiel, das
durchaus geeignet ist, die Medizinischen Universitäten Österreichs zu
schwächen und die ohnehin delikate Situation mit der Ausbildungsquote
für inländische Medizinstudenten/innen zu gefährden.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NEF

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