FSG-Katzian: Vermögende müssen einen fairen Beitrag leisten!

Mehr als die Hälfte der Gesamtabgaben aus Lohnabgaben; ÖGB-Vermögenssteuermodell würde fünf Prozent der Privathaushalte treffen, aber nicht die Unternehmen

Wien (OTS/FSG) - "Es gibt keine Statistik, die nicht belegen würde, dass Österreich im internationalen Vergleich einen Nachholbedarf hat, was die Besteuerung großer Vermögen betrifft. Weit mehr als die Hälfte der Gesamtabgaben stammen aus Lohnabgaben, ein weiteres Viertel von KonsumentInnen. Demgegenüber stehen nur rund 14 Prozent Einnahmen von Unternehmen und Vermögenden, wobei der Anteil letzterer verschwindend klein ist: Bei den Einnahmen aus Vermögenssteuern liegt Österreich mit einem Anteil von 1,3 Prozent am gesamten Steueraufkommen auf dem drittletzten Platz aller 34 OECD-Staaten, nur Estland und Mexiko liegen dahinter. Im Durchschnitt lukrieren die Staaten der OECD im Jahr 2010 5,5 Prozent ihrer Steuereinnahmen aus vermögensbezogenen Steuern - das ist viermal so viel wie Österreich", kontert der Vorsitzende der Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafterinnen (FSG), Wolfgang Katzian aktuellen Aussagen zur Wiedereinführung der Vermögenssteuer.

Die Ungleichverteilung der Vermögen müsse sich endlich ändern, es brauche eine Entlastung der Lohnsteuer und des Faktors Arbeit, wie das auch WIFO-Chef Karl Aiginger unlängst wieder betont habe, so Katzian weiter: "Angesichts aller Zahlen und Fakten ist es für mich schwer nachvollziehbar, dass die VertreterInnen von ÖVP und der Wirtschaft ihre ideologische Position und ihr Njet zu einer Vermögenssteuer nicht endlich aufgeben, um nach dem Gebot wirtschaftlicher Vernunft zu agieren!"

Das Vermögenssteuer-Modell des ÖGB geht von einem Freibetrag von 700.000 Euro aus, mit progressiv steigendem Steuersatz. "Der normale Häuslbauer oder die oft zitierten VertreterInnen des Mittelstands wären also definitiv nicht betroffen, ein Schlossbesitzer hingegen schon. Wer beispielsweise Eigentümer einer zwei Millionen Euro teuren Luxusvilla ist, der würde 8.526 Euro pro Jahr zahlen, das ist für ihn verkraftbar. Die Einnahmen einer Vermögensteuer sind dringend notwendig, beispielsweise für die Absenkung des viel zu hohen Eingangssatzes bei der Lohnsteuer", so Katzian abschließend: "Das ÖGB-Modell würde etwa fünf Prozent der Privathaushalte belasten, aber nicht die Unternehmen, es kann also auch keine negative Wirkung auf Beschäftigung und Investitionen haben. Irgendwann muss Schluss sein mit der bewussten Irreführung, wie sie manche Gegner der Vermögenssteuer betreiben. Würden Millionäre ihre Vermögen in reale Investitionen und nicht in spekulative Finanzprodukte investieren, dann wäre uns die Finanzkrise erspart geblieben. Vermögende müssen also endlich einen fairen Beitrag leisten!"

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