Leitner/Kummer: Die niederösterreichische Verkehrspolitik steht vor großen Herausforderungen

Einführung eines ÖPNV-Passes Niederösterreich

St. Pölten, (OTS/SPI) - "Die niederösterreichische Bevölkerung und die niederösterreichische Verkehrspolitik stehen vor großen Herausforderungen. Für viele Menschen steigen die Lebenshaltungskosten stärker als das verfügbare Einkommen. Sie werden aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen werden, entweder auf Mobilität zu verzichten oder auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Damit braucht auch die niederösterreichische Verkehrspolitik eine neue Ausrichtung - in Richtung einer nachhaltigen und sozial gerechten Mobilität", so Univ.Prof. Dr. Sebastian Kummer, der im Auftrag von Niederösterreichs Landesvize LHStv. Dr. Sepp Leitner eine Studie zum Thema "Verkehrskonzept für Niederösterreich: Personenverkehr" erstellte.

Kummer umreist die Schwerpunkte künftiger Verkehrspolitik in NÖ: Die konsequente Förderung des öffentlichen Verkehrs und alternativer Verkehrskonzepte, die Abstimmung und Integration der Verkehrspolitik mit den angrenzenden Bundesländern und Nachbarstaaten sowie die Ausrichtung der Verkehrspolitik an den Kundenbedürfnissen. "Besonders wichtige Projekte dabei sind die Verbesserung der Bahnstrecke St. Pölten-Krems, Verbesserungen im Bereich der Franz Josefs-Bahn und die Verbesserung der Erreichbarkeit des Waldviertels durch Schnellstraßen. Zu den notwendigen Ausbaumaßnahmen im östlichen und südlichen Niederösterreich zählen die Adaption des Marchegger Astes, der Ausbau der Pottendorfer Linie sowie der Bau der Götzendorfer Spange. Beim Straßenbau ist der Ausbau der A4 die herausragende Notwendigkeit. Auch der Ausbau der Park & Ride-Plätze und die Entwicklung von Pendlergates als Knotenpunkte, wo leicht vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel umgestiegen werden kann, muss forciert werden", so Prof. Kummer.

Die zukünftige Verkehrspolitik des Bundeslandes soll sich vor allem an drei Schwerpunkten orientieren. "Niederösterreich braucht, so wie in anderen Bundesländern längst vorhanden, ein eigenes Schnellbahn-Konzept, wobei hier die Landeshauptstadt St. Pölten als zentraler Konten dienen soll. Dieses Konzept wurde bisher versäumt, als S-Bahn-Linien sind vor allem die Strecken St. Valentin - Wien, die Ybbstalbahn, die Traisentalbahn sowie die Strecken St. Pölten -Krems und St. Pölten - Tulln geeignet. Auch die Mariazellerbahn kann eingebunden werden", so LHStv. Dr. Sepp Leitner. Dazu braucht es die Schaffung eines abgestimmten Taktfahrplans, die Verkürzung der Reisezeiten, die Erhöhung der Geschwindigkeiten durch Infrastrukturmaßnahmen, den Einsatz moderner Fahrzeuge und das weitgehende Vermeiden von Umsteigevorgängen.

Neben der Verbesserung der Bahnverbindungen in Richtung Wien plädieren Kummer und Leiter für eine fundamentale Weiterentwicklung des Marketings - nämlich die Einführung eines ÖPNV-Passes Niederösterreich (Österreich-Personennahverkehr-Pass NÖ), eines elektronischen Fahrausweises der ähnlich wie Liftkarten beim Skifahren gelesen werden kann. Die Pässe werden automatisch beim Ein-und Aussteigen gelesen, je nach Fahrtstrecke und Tarifsystem werden die Kosten in Cent pro Kilometer einfach abgebucht. Zudem sind auch Ermäßigungen möglich. "Mit der möglichen Mobilisierung der NÖ Bevölkerung durch einen derartigen Öffi-Pass bewegen wir sicher viele Menschen zum breitflächigen Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel. Dieser NÖ Pass könnte Modellsystem für andere Bundesländer sein. Wer viel fährt, wird belohnt, wer wenig fährt, wird nicht bestraft", zeigt sich LHStv. Dr. Sepp Leitner von dieser Konzeption begeistert.

"Verkehrspolitik darf nicht an Bundesländergrenzen verenden, wir brauchen zwischen Niederösterreich, Wien und Burgenland eine generelle grenzüberschreitende Verkehrspolitik. Priorität haben die Erschließung des ländlichen Raums mit Angebotsverdichtung und Fahrzeitverkürzungen, der Ausbau des Wiener Rings und die Unterstützung jener Region, die noch ein unterdurchschnittliches Angebot aufweisen, wie das Waldviertel und auch Teile des Weinviertels. Zudem brauchen wir eine gerechtere Gestaltung der PendlerInnenförderung - denn das Pendeln kostet immer mehr Geld! Dieses Verkehrskonzept gibt die Richtung vor, die sicher auch die zukünftige Verkehrspolitik des Landes prägen wird. Es ist auch finanzierbar - wenn wir im Jahr 2014 beginnen, so ist pro Jahr mit Kosten von rund 20 Millionen Euro zu rechnen", so Leitner abschließend.
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