- 20.02.2013, 13:19:41
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Leitner/Kummer: Die niederösterreichische Verkehrspolitik steht vor großen Herausforderungen
Einführung eines ÖPNV-Passes Niederösterreich
Utl.: Einführung eines ÖPNV-Passes Niederösterreich =
St. Pölten, (OTS/SPI) - "Die niederösterreichische Bevölkerung und
die niederösterreichische Verkehrspolitik stehen vor großen
Herausforderungen. Für viele Menschen steigen die
Lebenshaltungskosten stärker als das verfügbare Einkommen. Sie werden
aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen werden, entweder auf Mobilität
zu verzichten oder auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Damit
braucht auch die niederösterreichische Verkehrspolitik eine neue
Ausrichtung - in Richtung einer nachhaltigen und sozial gerechten
Mobilität", so Univ.Prof. Dr. Sebastian Kummer, der im Auftrag von
Niederösterreichs Landesvize LHStv. Dr. Sepp Leitner eine Studie zum
Thema "Verkehrskonzept für Niederösterreich: Personenverkehr"
erstellte.
Kummer umreist die Schwerpunkte künftiger Verkehrspolitik in NÖ: Die
konsequente Förderung des öffentlichen Verkehrs und alternativer
Verkehrskonzepte, die Abstimmung und Integration der Verkehrspolitik
mit den angrenzenden Bundesländern und Nachbarstaaten sowie die
Ausrichtung der Verkehrspolitik an den Kundenbedürfnissen. "Besonders
wichtige Projekte dabei sind die Verbesserung der Bahnstrecke St.
Pölten-Krems, Verbesserungen im Bereich der Franz Josefs-Bahn und die
Verbesserung der Erreichbarkeit des Waldviertels durch
Schnellstraßen. Zu den notwendigen Ausbaumaßnahmen im östlichen und
südlichen Niederösterreich zählen die Adaption des Marchegger Astes,
der Ausbau der Pottendorfer Linie sowie der Bau der Götzendorfer
Spange. Beim Straßenbau ist der Ausbau der A4 die herausragende
Notwendigkeit. Auch der Ausbau der Park & Ride-Plätze und die
Entwicklung von Pendlergates als Knotenpunkte, wo leicht vom Auto auf
öffentliche Verkehrsmittel umgestiegen werden kann, muss forciert
werden", so Prof. Kummer.
Die zukünftige Verkehrspolitik des Bundeslandes soll sich vor allem
an drei Schwerpunkten orientieren. "Niederösterreich braucht, so wie
in anderen Bundesländern längst vorhanden, ein eigenes
Schnellbahn-Konzept, wobei hier die Landeshauptstadt St. Pölten als
zentraler Konten dienen soll. Dieses Konzept wurde bisher versäumt,
als S-Bahn-Linien sind vor allem die Strecken St. Valentin - Wien,
die Ybbstalbahn, die Traisentalbahn sowie die Strecken St. Pölten -
Krems und St. Pölten - Tulln geeignet. Auch die Mariazellerbahn kann
eingebunden werden", so LHStv. Dr. Sepp Leitner. Dazu braucht es die
Schaffung eines abgestimmten Taktfahrplans, die Verkürzung der
Reisezeiten, die Erhöhung der Geschwindigkeiten durch
Infrastrukturmaßnahmen, den Einsatz moderner Fahrzeuge und das
weitgehende Vermeiden von Umsteigevorgängen.
Neben der Verbesserung der Bahnverbindungen in Richtung Wien
plädieren Kummer und Leiter für eine fundamentale Weiterentwicklung
des Marketings - nämlich die Einführung eines ÖPNV-Passes
Niederösterreich (Österreich-Personennahverkehr-Pass NÖ), eines
elektronischen Fahrausweises der ähnlich wie Liftkarten beim
Skifahren gelesen werden kann. Die Pässe werden automatisch beim Ein-
und Aussteigen gelesen, je nach Fahrtstrecke und Tarifsystem werden
die Kosten in Cent pro Kilometer einfach abgebucht. Zudem sind auch
Ermäßigungen möglich. "Mit der möglichen Mobilisierung der NÖ
Bevölkerung durch einen derartigen Öffi-Pass bewegen wir sicher viele
Menschen zum breitflächigen Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel.
Dieser NÖ Pass könnte Modellsystem für andere Bundesländer sein. Wer
viel fährt, wird belohnt, wer wenig fährt, wird nicht bestraft",
zeigt sich LHStv. Dr. Sepp Leitner von dieser Konzeption begeistert.
"Verkehrspolitik darf nicht an Bundesländergrenzen verenden, wir
brauchen zwischen Niederösterreich, Wien und Burgenland eine
generelle grenzüberschreitende Verkehrspolitik. Priorität haben die
Erschließung des ländlichen Raums mit Angebotsverdichtung und
Fahrzeitverkürzungen, der Ausbau des Wiener Rings und die
Unterstützung jener Region, die noch ein unterdurchschnittliches
Angebot aufweisen, wie das Waldviertel und auch Teile des
Weinviertels. Zudem brauchen wir eine gerechtere Gestaltung der
PendlerInnenförderung - denn das Pendeln kostet immer mehr Geld!
Dieses Verkehrskonzept gibt die Richtung vor, die sicher auch die
zukünftige Verkehrspolitik des Landes prägen wird. Es ist auch
finanzierbar - wenn wir im Jahr 2014 beginnen, so ist pro Jahr mit
Kosten von rund 20 Millionen Euro zu rechnen", so Leitner
abschließend.
(Schluss) fa
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