Umfrage untersucht das Leben von Psoriasis-Patienten: Verharmlosung, unzureichende Behandlung, hoher Zeitaufwand

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Wien (OTS) - Rund 300.000 Österreicher/innen leiden unter der chronischen Hautkrankheit Psoriasis (umgangssprachlich Schuppenflechte).

Der tägliche Umgang mit dieser Krankheit fordert seinen Tribut: Im Durchschnitt verbringen Patienten mehr als vier Stunden wöchentlich allein mit Behandlungen und müssen eine beträchtliche Einbuße an Lebensqualität in Kauf nehmen. Ihr Leid geht zudem weit über das körperliche Unwohlsein hinaus. Das ergab die Online-Umfrage "Psoriasis verstehen" von Janssen, an der Ende des Vorjahres 295 österreichische Patienten (und in Summe mehr als 470 in Österreich und der Schweiz) teilnahmen.

Beeinträchtigungen im Alltag

Die Umfrage zeigt auf, dass das Alltagsleben von Psoriasis-Patienten durch ihre Krankheit in vielfältiger Weise beeinflusst wird. 42% der Patienten geben an, dass die Psoriasis sie beruflich wie privat stark beeinträchtigt. 46% sagen, dass die Krankheit sich auch auf ihre Stimmung sehr negativ auswirkt. Dass mit der Erkrankung Psoriasis auch eine soziale Beeinträchtigung einhergeht, zeigen folgende Ergebnisse: 38% leiden stark darunter, wie ihr Umfeld auf die Krankheit reagiert. Auch bei ihren Ärzten haben die Befragten das Gefühl, dass sie der Psoriasis nicht ausreichend Gewicht beimessen: So wünschen sich 47% der Betroffenen, dass ihr Arzt die negativen Auswirkungen der Psoriasis auf ihr Leben besser nachvollziehen kann und sogar 52% geben an, dass die Krankheit von den Ärzten als nicht schwerwiegend genug wahrgenommen wird.

Schwere Psoriasis: hoher Zeitaufwand, eingeschränkte Lebensqualität

53% der Befragten beklagen, dass die Behandlung der Krankheit sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Am stärksten gilt das für Menschen mit schwerer Psoriasis:

Während der Durchschnittspatient rund 4,5 Stunden pro Woche mit Behandlungen verbringt (234 Stunden pro Jahr), geben Patienten mit schwerer Psoriasis an, sogar rund 6,5 Stunden pro Woche (338 Stunden pro Jahr) in Behandlungen investieren zu müssen. Eine Zeit, die sie lieber mit Freizeitvergnügen oder mit Freunden und Familie verbringen würden.

"Man hat keine richtige Lebensqualität - was für andere Menschen normal ist, wird ein täglicher Hürdenlauf - arbeiten, Sport betreiben, Freizeit, alles ist belastend" - so beschreibt der Psoriasis-Patient Andreas Tromayer den Alltag eines Betroffenen. Auch in der Umfrage sagen 55% aller Patienten, die Behandlung mache den Alltag beschwerlich, und 48% beklagen, dass sie täglich an ihre Behandlungen denken müssen.

Neben körperlichen Symptomen der Psoriasis (Schmerzen, Brennen, Jucken etc.) und dem beträchtlichen Zeitaufwand für das "Management" der Krankheit ist die Lebensqualität der Patienten mit einer schweren Psoriasis auch durch Empfindungen wie Angst, Scham etc. stärker betroffen. Ein Grund dafür ist, dass Patienten mit einer Psoriasis, die nicht optimal behandelt wird, auffällige äußerliche Merkmale wie rote entzündete Plaques und Schuppen aufweisen.

Eine Krankheit, die unter die Haut geht

Den meisten Patienten ist nicht bewusst, dass Psoriasis im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut geht - also eine Erkrankung ist, die von einer Entzündung unter der Haut hervorgerufen wird. Die Ursache liegt in der Störung des körpereigenen Immunsystems.
"Die Schuppenflechte (Psoriasis) wird primär als Hautkrankheit wahrgenommen, die die Lebensqualität der Betroffenen wesentlich beeinträchtigen kann. Schuppenflechte geht aber im wahrsten Sinne UNTER die Haut. Nicht selten bestehen Entzündungen der Gelenke und manchmal auch innerer Organe", so Univ.Prof. Dr. Georg Stingl von der Universitätsklinik für Dermatologie der Medizinischen Universität Wien. "Glücklicherweise verfügen wir heute über Medikamente, die bei guter Verträglichkeit diese entzündlichen Prozesse wirksam eindämmen können".

"Je nach Schwere der Krankheit kommen unterschiedliche Therapieansätze zum Tragen, von lokal angewandten Mitteln über Lichttherapie bis hin zu systemischen Therapien - einschließlich sogenannte Biologika", beschreibt Univ.Prof. Dr. Wolfgang Salmhofer von der Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie in Graz das Behandlungsspektrum. "Insbesondere diese letztgenannten Medikamente, die regulierend in den Krankheitsprozess eingreifen, haben in den letzten Jahren einen entscheidenden Fortschritt in der Behandlung der Schuppenflechte gebracht - auch schwere Verlaufsformen der Krankheit können so weitgehend gebessert, nicht selten die Krankheitsherde sogar vollständig zur Abheilung gebracht werden."

Über Psoriasis:

Psoriasis, umgangssprachlich auch Schuppenflechte genannt, ist eine nicht ansteckende, chronisch verlaufende Hauterkrankung, die unterschiedliche Erscheinungsformen und Schweregrade aufweisen kann. Die häufigste Form der Psoriasis ist die Plaque-Psoriasis (Psoriasis vulgaris). Psoriasis wird durch eine Störung des körpereigenen Immunsystems verursacht. Man schätzt, dass insgesamt 2 bis 3% der Bevölkerung in Österreich von Plaque-Psoriasis betroffen sind. Die Psoriasis verläuft oftmals schubartig und kann überall am Körper auftreten. Die entzündeten, verdickten, silbrig-weiß-schuppenden Hautbereiche zeigen sich am häufigsten auf den Außenseiten der Ellbogen- und Kniegelenke sowie im Bereich des Kopfes oder der Nägel. Bei einigen Betroffenen liegt auch eine Gelenkentzündung vor. Gegenwärtig gibt es keine Heilung für Psoriasis, jedoch lassen sich die Symptome bei den meisten Menschen mit der richtigen Therapiewahl wirkungsvoll kontrollieren.

Die Krankheit kann in leichter, mittelschwerer und schwerer Form auftreten. Rund zwei Drittel der Betroffenen leiden an einer milden Form, das übrige Drittel leidet an einer mittelschweren bis schweren Psoriasis. Mehr: www.unterdeinerhaut.at.

Über die Patienten-Umfrage:

Die Umfrage wurde von September bis Mitte Oktober 2012 in Österreich und der Schweiz online durchgeführt und von 473 befragten Patienten beantwortet.

Ein Drittel der Patienten, die an der Umfrage teilgenommen haben, leiden an einer leichten Form der Psoriasis. Zwei Drittel der Teilnehmenden leiden an einer mittelschweren bis schweren Form. Die Mehrheit der befragten Patienten erhielt zum Zeitpunkt der Befragung eine topische Therapie (51%). 13% der Patienten wurden mit einer Lichttherapie behandelt, 22% mit systemischen Therapien. 14% der Befragten erhielten Biologika.

Über Janssen:

Die Janssen Pharmaceutical Companies von Johnson & Johnson streben danach, die wichtigsten bislang unbeantworteten medizinischen Fragestellungen unserer Zeit in den Bereichen Onkologie, Immunologie, Neuroscience, Infektionskrankheiten und Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen zu lösen. Mit seiner Pharmasparte zählt Johnson & Johnson weltweit zu den zehn größten Pharmaunternehmen. 2011 hat der Konzern rund 5,1 Milliarden US-Dollar in die Pharmaforschung investiert. In Österreich ist Janssen seit 1948 mit einer eigenen Niederlassung vertreten, die sich vorrangig auf Vertrieb und klinische Forschung konzentriert.

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