• 19.02.2013, 11:09:14
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Ausstieg aus Salzburger Spekulationsgeschäften sollte mit Beratungshonorar von EUR 0,2 Mio. statt 7 Mio. Euro möglich sein!

Collatio: Rechnungshof soll Verhältnismäßigkeit und mögliche Interessenskonflikte prüfen

Utl.: Collatio: Rechnungshof soll Verhältnismäßigkeit und mögliche
Interessenskonflikte prüfen =

Wien (OTS) - Die professionelle Begleitung des Ausstiegs aus den
Salzburger Spekulationsgeschäften sollte mit einem Beratungshonorar
unter 200.000 Euro möglich sein. Dies erklärte der Geschäftsführer
des Finanzberatungsunternehmens Collatio, Rainer Stich, in Reaktion
auf kolportierte Gagenforderungen für die genannte Leistung in Höhe
von bis zu sieben Millionen Euro.

Nach Ansicht von Stich kann eine wesentliche Senkung der Kosten
durch eine stundenmäßige Abrechnung der Beratungsleistungen erreicht
werden. Diese ist auch bei Wertpapierunternehmen üblich. Der
Stundensatz beträgt branchenüblich bis zu 400 Euro. Nach dem im
Jänner dieses Jahres veröffentlichten Portfoliobericht geht es um die
Schließung von 459 Geschäften. Im Schnitt betrage der Zeitaufwand für
die Schließung eines Geschäfts inklusive Gegenpricing maximal eine
Stunde. Rechnet man diesen Aufwand hoch , ergeben sich Kosten in Höhe
von 184.000 Euro Honorar. Ob das in den Medien für die Begleitung des
Ausstiegs kolportierte Honorar in Höhe von bis zu sieben Millionen
Euro einem Drittvergleich oder einer Prüfung im Hinblick, auf
Verhältnismäßigkeit standhalte, sei fraglich, meint Collatio
Geschäftsführer Stich.

Der Rechnungshof hat bereits wiederholt in seinen Berichten die
Einholung von Vergleichsangeboten gefordert. Zuletzt war dies beim
Land Burgenland der Fall. Dort verrechnet das verantwortliche
Wertpapierunternehmen ein Jahreshonorar in Höhe von 144.000 Euro und
vier Prozent Erfolgshonorar von den erzielten Einnahmen. Selbst in
diesem Fall erachtete der Rechnungshof die Einholung von
Vergleichsangeboten für zweckmäßig.

In Österreich gibt es derzeit zumindest laut FMA-Homepage 175
Wertpapierunternehmen, die diese Tätigkeit im selben Umfang wie das
vom Land Salzburg ausgewählte Beratungsunternehmen Ithuba zu leisten
im Stand sind.

Ithuba schon bei ÖBB Sanierung in Diskussion

In diesem Zusammenhang sei zu hoffen, dass das Land in absehbarer
Zeit nicht eine ähnliche Diskussion mit Ithuba führen muss, wie
seinerzeit die ÖBB. Im Jahr 2010 wurde laut Zeitungsberichten dort
ebenfalls das genannte Beratungsunternehmen zur Sanierung von
Spekulationsverlusten herangezogen. Es ging um einen drohenden
Verlust in Höhe von 550 Millionen Euro. Dafür verrechnete laut
Berichten der Tageszeitung Kurier Ithuba der Bahn ein Fixhonorar von
dreimal rund 200.000 Euro. Zusätzlich sollte es eine Erfolgsprovision
von zwei Prozent geben. Ithuba stellte daher einen Betrag von mehr
als fünf Millionen Euro in Rechnung. Da nicht geklärt werden konnte,
welchen Anteil an der Reduzierung des Verlustes das
Beratungsunternehmen tatsächlich hatte, einigte man sich mit den ÖBB
damals auf eine Erfolgsprovision von 1,9 Millionen statt der
ursprünglich geforderten fünf Millionen Euro. Auch damals gab es
politische Diskussionen, in deren Rahmen dem Berater Willi
Hemetsberger vorgeworfen wurde, er hätte seinerzeit am Verkauf der
Papiere verdient und würde an der Auflösung nochmals verdienen.

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