Ausstieg aus Salzburger Spekulationsgeschäften sollte mit Beratungshonorar von EUR 0,2 Mio. statt 7 Mio. Euro möglich sein!

Collatio: Rechnungshof soll Verhältnismäßigkeit und mögliche Interessenskonflikte prüfen

Wien (OTS) - Die professionelle Begleitung des Ausstiegs aus den Salzburger Spekulationsgeschäften sollte mit einem Beratungshonorar unter 200.000 Euro möglich sein. Dies erklärte der Geschäftsführer des Finanzberatungsunternehmens Collatio, Rainer Stich, in Reaktion auf kolportierte Gagenforderungen für die genannte Leistung in Höhe von bis zu sieben Millionen Euro.

Nach Ansicht von Stich kann eine wesentliche Senkung der Kosten durch eine stundenmäßige Abrechnung der Beratungsleistungen erreicht werden. Diese ist auch bei Wertpapierunternehmen üblich. Der Stundensatz beträgt branchenüblich bis zu 400 Euro. Nach dem im Jänner dieses Jahres veröffentlichten Portfoliobericht geht es um die Schließung von 459 Geschäften. Im Schnitt betrage der Zeitaufwand für die Schließung eines Geschäfts inklusive Gegenpricing maximal eine Stunde. Rechnet man diesen Aufwand hoch , ergeben sich Kosten in Höhe von 184.000 Euro Honorar. Ob das in den Medien für die Begleitung des Ausstiegs kolportierte Honorar in Höhe von bis zu sieben Millionen Euro einem Drittvergleich oder einer Prüfung im Hinblick, auf Verhältnismäßigkeit standhalte, sei fraglich, meint Collatio Geschäftsführer Stich.

Der Rechnungshof hat bereits wiederholt in seinen Berichten die Einholung von Vergleichsangeboten gefordert. Zuletzt war dies beim Land Burgenland der Fall. Dort verrechnet das verantwortliche Wertpapierunternehmen ein Jahreshonorar in Höhe von 144.000 Euro und vier Prozent Erfolgshonorar von den erzielten Einnahmen. Selbst in diesem Fall erachtete der Rechnungshof die Einholung von Vergleichsangeboten für zweckmäßig.

In Österreich gibt es derzeit zumindest laut FMA-Homepage 175 Wertpapierunternehmen, die diese Tätigkeit im selben Umfang wie das vom Land Salzburg ausgewählte Beratungsunternehmen Ithuba zu leisten im Stand sind.

Ithuba schon bei ÖBB Sanierung in Diskussion

In diesem Zusammenhang sei zu hoffen, dass das Land in absehbarer Zeit nicht eine ähnliche Diskussion mit Ithuba führen muss, wie seinerzeit die ÖBB. Im Jahr 2010 wurde laut Zeitungsberichten dort ebenfalls das genannte Beratungsunternehmen zur Sanierung von Spekulationsverlusten herangezogen. Es ging um einen drohenden Verlust in Höhe von 550 Millionen Euro. Dafür verrechnete laut Berichten der Tageszeitung Kurier Ithuba der Bahn ein Fixhonorar von dreimal rund 200.000 Euro. Zusätzlich sollte es eine Erfolgsprovision von zwei Prozent geben. Ithuba stellte daher einen Betrag von mehr als fünf Millionen Euro in Rechnung. Da nicht geklärt werden konnte, welchen Anteil an der Reduzierung des Verlustes das Beratungsunternehmen tatsächlich hatte, einigte man sich mit den ÖBB damals auf eine Erfolgsprovision von 1,9 Millionen statt der ursprünglich geforderten fünf Millionen Euro. Auch damals gab es politische Diskussionen, in deren Rahmen dem Berater Willi Hemetsberger vorgeworfen wurde, er hätte seinerzeit am Verkauf der Papiere verdient und würde an der Auflösung nochmals verdienen.

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