• 18.02.2013, 10:11:57
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WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Wie wollen wir ihn denn nennen? - Hans Weitmayr

Wenn die Eurozone etwas nicht braucht, dann sind das externe Komplikationen

Utl.: Wenn die Eurozone etwas nicht braucht, dann sind das externe
Komplikationen =

Wien (OTS) - Es ist durchaus bemerkenswert, in welcher Weise die
Politiker der weltweit wichtigsten Wirtschaftsnationen um den Begriff
"Währungskrieg" herumeiern. Das fängt alleine bei der Definition an.
Wann ist ein Krieg ein Krieg? Und wenn es keiner ist, wie wollen wir
ihn dann nennen?

Aktueller Anlassgeber ist Japan. Der Yen hat gegen den Euro im
vergangenen halben Jahr um rund 25 Prozent abgewertet - als direkte
Folge massiver und entschlossener monetärer Schleusenöffnung seitens
der Bank of Japan. Weitere Schritte sind zu erwarten, wird der
Gouverneur, der diesen von der Regierung aufoktroyierten Kurs nur
unwillig mitgetragen hat, doch im März ausgewechselt. Die europäische
Exportwirtschaft hat im abgelaufenen Quartal eine unerwartete Delle
aufgewiesen. Argumentiert wurde das offiziell mit der schwachen
Welt-Konjunktur. Interessanterweise hat der Euro im vergangenen
halben Jahr nicht nur gegen den Yen um besagte 25 Prozent, sondern
auch gegen den Dollar um unfreundliche zehn Prozent abgewertet. Womit
sich die Eurozone also augenscheinlich nicht nur in einem Währungs-,
sondern gleichzeitig in einem Zweifrontenkrieg befindet. Konflikte
dieser Art sind bekanntlich nicht besonders leicht zu gewinnen.

Das soll nun kein Grund zur Panik sein. Langfristig waren
bemerkenswerterweise oft Hartwährungsländer die erfolgreichsten
Exportnationen. Ein Blick auf die Geschichte der Bundesrepublik und
ihrer ikonischen D-Mark zeigt das ganz deutlich. Problematisch ist
nur, dass die Eurozone nach wie vor unter massiven internen
ökonomischen Verwerfungen leidet und eine Sache nicht braucht:
externe Komplikationen.

In einer solchen Situation muss jeder kurzfristige Wachstumsimpuls
genützt, jedes kurzfristige Hindernis aus dem Weg geräumt werden, um
ökonomisch rasch auf die Beine zu kommen. Wobei man sich davor hüten
sollte, mit ausgestrecktem Zeigefinger auf Japan oder die USA zu
zeigen. Auch die EZB fährt eine expansive Geldpolitik, auch die EZB
hat den Leitzins so weit gedrückt, dass vor dem Komma eine Null steht
- sie ist nur beim Managen des Euro-Außenwerts bei Weitem nicht so
erfolgreich wie ihre Pendants. Somit bleiben der Europäischen
Notenbank nur zwei Möglichkeiten. Entweder, es gelingt ihr, die Welt
davon zu überzeugen, dass weitere Geldschwemmen wenig bringen. Das
wäre der inhaltlich korrekte, hehre, gleichzeitig aussichtsloseste
Weg. Oder sie steigt entschlossen in den Ring. Das wäre der
langfristig schlechtere Weg, kurzfristig jedoch der mit den höheren
Erfolgsaussichten.

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