- 14.02.2013, 12:08:20
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"Viribus unitis" - Töchterle: Kooperationen der Universitäten weiter forcieren - Zusammenarbeit und Wettbewerbsfähigkeit erhöhen
Gemeinsames Pressegespräch mit Rektor Kainz und Vizerektorin Schnabl zu Kooperationsvorhaben in den Leistungsvereinbarungen (2013 - 2015)

Utl.: Gemeinsames Pressegespräch mit Rektor Kainz und Vizerektorin
Schnabl zu Kooperationsvorhaben in den Leistungsvereinbarungen
(2013 - 2015) =
Wien (OTS) - In den Leistungsvereinbarungen, sie wurden zu Jahresende
zwischen dem Ministerium und den Universitäten abgeschlossen und
gelten für den Zeitraum 2013 bis 2015, wurden im Sinne des
Hochschulplans und zur Steigerung der internationalen
Wettbewerbsfähigkeit und Exzellenz gezielt Schwerpunkte zu
verstärkten Kooperationen gesetzt. "Im Sinne meines zu Amtsbeginn
gewählten Mottos 'viribus unitis' gilt es, die Zusammenarbeit der
Universitäten weiter zu forcieren", so Wissenschafts- und
Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle. Er informierte in einem
gemeinsamen Pressegespräch mit dem Rektor der TU Graz, Dr. Harald
Kainz, und der Vizerektorin der Universität Wien, Dr. Christa
Schnabl, über Kooperationen und Kooperationsvorhaben der
Universitäten untereinander sowie universitätsintern und mit externen
Umsetzungspartnern, etwa im Bereich der Ausbildung von Lehrerinnen
und Lehrern. "Es geht dabei auch um eine noch bessere Nutzung der
Ressourcen in Lehre und Forschung, abgestimmte Profil- und
Schwerpunktsetzung sowie die bewusste Profilschärfung", so Töchterle.
Ziel sei eine höhere Wettbewerbsfähigkeit der Universitäten, das
Realisieren von Synergien sowie mehr Innovation in der Forschung,
etwa durch gemeinsame Großforschungsinfrastruktur (zB High
Performance Computing). Einen Beitrag zur verstärkten Kooperation
leisten auch die im Mai 2012 gegründete Hochschulkonferenz sowie die
Hochschulkonferenzen an den Standorten Tirol, Salzburg und
Steiermark.
"Gemeinsam mehr erreichen" - mit dieser Überzeugung setzt die TU Graz
seit Jahren auf intensive universitäre und außeruniversitäre
Kooperationen. "Kooperationen weiter voranzutreiben und mit Leben zu
füllen ist im internationalen Wettbewerb, in dem sich Universitäten
heute befinden, unverzichtbar", sagt Harald Kainz, Rektor der TU
Graz. Mit einer F&E-Quote im europäischen Spitzenfeld ist die
Steiermark ein besonders fruchtbarer Boden für Zusammenarbeit. NAWI
Graz gilt als Best-Practice-Beispiel intensiver universitärer
Kooperation in Österreich - die TU Graz und die
Karl-Franzens-Universität Graz bündeln seit 2004 ihre Kompetenzen im
Bereich Naturwissenschaften. Im steirischen Hochschulraum sind alle
neun steirischen Hochschulen zu einer Plattform für die Wissenschaft
vereint, im Rahmen von BioTechMed treibt die TU Graz gemeinsam mit
der Karl-Franzens-Universität Graz und Medizinischen Universität Graz
die Forschung im Bereich der biomedizinischen Technik voran und im
Verein TU Austria haben sich die drei technischen Universitäten
Österreichs, TU Graz, TU Wien und Montanuniversität Leoben, zu einer
starken Stimme in Lehre, Forschung und hochschulpolitischen Fragen
zusammengeschlossen. Auch strategische Wirtschafts- und
internationale Forschungspartner sind fixer Bestandteil im
Kooperationsportfolio der TU Graz. "Gemeinsam und in Zusammenarbeit
mit Industrie und Wirtschaft können österreichische Universitäten und
Hochschulen zu international sichtbaren Leuchttürmen werden", so
Kainz.
Die Weiterentwicklung der Ausbildung von Lehrer/innen ist ein
besonderer Schwerpunkt an der Universität Wien. Mit 26
Unterrichtsfächern und 10.600 Lehramtsstudierenden ist die
Universität Wien die größte Lehrer/innenbildungsstätte des Landes. Um
die Kompetenzen zu bündeln, richtete die Universität Wien mit 1.
Jänner 2013 das Zentrum für Lehrer/innenbildung neu ein. Die Leitung
übernimmt Prof. Dr. Lutz-Helmut Schön, ein ausgewiesener Experte in
allen Fragen der Lehrer/innenbildung. "Lehrerinnen und Lehrer von
morgen brauchen für einen qualitätsvollen Unterricht das notwendige
Fachwissen, die pädagogischen Qualifikation, wie auch die damit
verbundenen fachdidaktischen Kompetenzen", so Christa Schnabl,
Vizerektorin der Universität Wien. Im Sinne der Verbindung von
Theorie und Praxis nimmt im Bereich der Lehrer/innenbildung die
Interaktion und Kooperation mit Praktiker/innen einen besonderen
Stellenwert ein. Rund 70 Wiener Schulen sind Kooperationsschulen der
Universität Wien. Die Universität Wien kooperiert zudem mit den
beiden Wiener Pädagogischen Hochschulen (Pädagogische Hochschule Wien
und Kirchliche Pädagogische Hochschule Wien/Krems).
"Das Lehramtsstudium ist daher als ein wissenschaftliches Studium zu
gestalten, das eng mit der Forschung der Universität verbunden ist.
Lehrer/innen sollen von der Ausbildung an ermutigt sein, den
aktuellen Forschungsstand zu kennen und zu vermitteln, in fachlicher,
methodischer und didaktischer Hinsicht. Ein neugierde-geleiteter
Unterricht geht von dem/der Lehrer/in aus. "
Durch interne und externe Kooperationen stellen Österreichs
Universitäten bereits die Weichen für die Umsetzung der
Pädagog/innenbildung Neu. Im Rahmen der Leistungsvereinbarungen
wurden in diesem Feld mit 15 von 22 Universitäten relevante
Festlegungen getroffen. "Vernetzung und Kooperation ist im Bereich
der Lehrerbildung ein gelebtes Modell mit vielfältigen Ausformungen.
Die Universitäten arbeiten bereits intensiv an der von uns
angestrebten Verzahnung von Wissenschaft und Praxis", so
Wissenschaftsminister Töchterle, der auf die unterschiedlichen
Kooperationsmodelle, wie etwa die Schools of Education (Salzburg,
Innsbruck, Klagenfurt), den Entwicklungsverbund West in Tirol oder
die neugegründeten Zentren zur Lehrer/innenbildung in Wien und Graz
verweist. Zusätzlich wurden in den Leistungsvereinbarungen auch
fakultätsübergreifende Professuren, etwa in der Frühkindpädagogik,
Elementarpädagogik, Begabungsforschung und im Bereich der Didaktik
verankert.
Hochschulraum-Strukturmittel
Auch bei der Mittelvergabe der neu geschaffenen
Hochschulraum-Strukturmittel werden gezielt Anreize zur verstärkten
Kooperation gesetzt. Ein Teilbetrag von 63 Millionen Euro (der
insgesamt 450 Millionen Euro) ist Kooperationen (mit anderen
Hochschulen, Institutionen aus dem Wissenschafts-, Kunst- oder
Kulturbereich sowie der Wirtschaft) gewidmet. Konkret soll damit die
Anschubfinanzierung durch Übernahme von bis zu einem Drittel der
Kosten für neue Kooperationsvorhaben für die ersten drei Jahre
ermöglicht werden. Voraussetzung ist die Zusatzbeteiligung mindestens
einer weiteren Institution aus der Wirtschaft oder dem
Wissenschafts-, Kunst- oder Kulturbereich. Die Vergabe dieser 63
Millionen Euro erfolgt im Rahmen einer Ausschreibung für die gesamte
Leistungsvereinbarungsperiode. Diese Ausschreibung wird derzeit
vorbereitet und soll im Frühjahr starten. Die Entscheidung über die
Vergabe der Projektmittel soll noch in diesem Jahr erfolgen.
Stichwort Leistungsvereinbarungen
Die Leistungsvereinbarungen sind das zentrale Gestaltungs- und
Steuerungsinstrument für die Universitäten. Die entsprechenden
Verhandlungen zwischen dem Wissenschafts- und Forschungsministerium
und den Universitäten wurden zu Jahresende 2012 erfolgreich
abgeschlossen. In einem einjährigen, partnerschaftlichen Prozess hat
das Ministerium mit den Rektoraten der 22 Universitäten (inklusive
Donau-Universität Krems) damit festgelegt, wie die einzelnen
Universitäten in den kommenden drei Jahren (2013 - 2015) finanziert
werden und welche Schwerpunkte sie setzen.
Das Budget für die neue Leistungsvereinbarungsperiode wurde um Mittel
aus der "Hochschul-Milliarde" (2013 - 2015) erweitert: 300 Millionen
Euro fließen ins Grundbudget, weitere 450 Millionen Euro kommen den
Studierenden und Lehrenden in den drei Jahren über den neu
geschaffenen Hochschulraum-Strukturfonds zugute. Insgesamt stehen in
der kommenden Leistungsvereinbarungsperiode rund 7,4 Milliarden Euro
zur Verfügung. Das entspricht gegenüber der
Leistungsvereinbarungsperiode 2010 - 2012 (6,5 Milliarden Euro) einer
durchschnittlichen Steigerung von rund 14 Prozent (13,9 Prozent) an
den Unis. Zu den 7,4 Milliarden Euro kommen noch Mittel für Bauten
und den Klinischen Mehraufwand (KMA) sowie die
Studienbeitragsersätze. Insgesamt stehen den Universitäten damit rund
9 Milliarden Euro zur Verfügung. Darüber hinaus investiert der Bund
etwa auch in Unibauten: Alleine die Bauvorhaben, die in jüngster Zeit
vollendet wurden, sich gerade in Bau befinden bzw. für die Zukunft
bereits genehmigt wurden, haben ein Bauvolumen von über einer
Milliarde Euro.
Einen Überblick über Kooperationen und Kooperationsvorhaben der
Universitäten finden Sie unter www.bmwf.gv.at
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