• 14.02.2013, 09:43:36
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Bergbauindustrie ist erfolgreichste Branche und überflügelt S&P-500 Unternehmen

In den letzten zehn Jahren legten die zehn weltweit erfolgreichsten Bergbauunternehmen jährlich bei Aktienrenditen zu. Diese waren doppelt so hoch wie der Industriedurchschnitt.

Utl.: In den letzten zehn Jahren legten die zehn weltweit
erfolgreichsten Bergbauunternehmen jährlich bei Aktienrenditen
zu. Diese waren doppelt so hoch wie der Industriedurchschnitt. =

Wien (OTS) - Während die S&P-500-Unternehmen sich zwischen 2001 und
2011 mit Aktienrenditen (Total Shareholder Return, TSR) von
durchschnittlich 3 Prozent pro Jahr zufriedengeben mussten, erzielte
die Bergbauindustrie im Schnitt 18 Prozent. Noch bemerkenswerter war
der durchschnittliche TSR der zehn führenden Unternehmen in dieser
Industrie, der im gesamten Zeitraum 39 Prozent erreichte.

Für diesen Erfolg waren neben der explodierenden Nachfrage nach
Rohstoffen in Schwellenländern wie China vor allem ein
ausgezeichnetes Kapitalmanagement, striktes Kostenmanagement und eine
konsequente Marktorientierung verantwortlich. Zu diesem Ergebnis
kommt die aktuelle Studie Value Creation in Mining 2012: Taking the
Long-Term View in Turbulent Times der Boston Consulting Group (BCG).

Die BCG-Experten nahmen die Aktienrenditen von 34 großen
Bergbauunternehmen unter die Lupe. Zugleich analysierten sie die
Performancetreiber in der ersten und zweiten Hälfte der Dekade, die
sich im Hinblick auf die makroökonomischen Bedingungen ganz
wesentlich unterschieden, und ermittelten so vier kritische
langfristige Erfolgsfaktoren. "Langfristige Maßnahmen setzen zu
können wird für die Bergbauunternehmen in Zukunft erfolgsentscheidend
sein", sagt Roland Haslehner, BCG-Partner und Industrieexperte bei
BCG. "Angesichts der anhaltenden Unsicherheiten im Markt, der
zunehmend schwierigeren wirtschaftlichen Situation der Branche und
der wachsenden sozialen und politischen Risiken in den
Rohstoffländern werden solche Maßnahmen immer wichtiger."

Erfolgsfaktor: Smarte finanzielle Maßnahmen

Die Ertragszuwächse aufgrund steigender Rohstoffpreise machten im
Beobachtungszeitraum knapp 14 der durchschnittlich 18
TSR-Prozentpunkte in der Industrie aus. Für die restlichen 4
Prozentpunkte waren Produktionssteigerungen (5), Margenerhöhungen (6)
und Cashflow-Beiträge (1) verantwortlich, denen rückläufige
Investorenerwartungen gegenüberstanden (- 8 Prozentpunkte).

Der signifikant höhere TSR der Top Ten (39 Prozent pro Jahr - mehr
als doppelt so viel wie im Industriedurchschnitt) resultiert zum Teil
aus geschicktem Management der Kapitalaufwendungen, das zu besseren
Cashflows führte, zum Teil aus geringerer Aufnahme von Fremd- und
Eigenkapitalaufnahme. Einen weiteren wichtigen Beitrag leistete das
robuste organische Wachstum, das vor dem Hintergrund hoher
Rohstoffpreise die Gewinne schnell steigen ließ. Und schließlich
trugen die Erfolgsbilanz und die starke Wertschaffung der Top Ten
dazu bei, dass die Bewertungsmultiples in der gesamten Dekade auf
einem gesunden Niveau blieben. "Bemerkenswert ist, dass der Erfolg
nicht von der Art des Rohstoffs abhängig war", erläutert Haslehner.
"Zu den Top Ten zählen Unternehmen, die alle Arten von Mineralien
fördern, von Gold und Kupfer bis hin zu Kohle und
Industriemineralien."

Vier Wertschaffungshebel langfristig bedeutsam

Die Erfolgsfaktoren für die Top Ten deuten darauf hin, dass
bestimmte Fähigkeiten und Strategien, die im Hinblick auf
Wertschaffung schon immer wichtig waren, angesichts der neuen
Herausforderungen weiter an Bedeutung gewinnen werden. Vier
Managementhebel können bei konzertierter Anwendung zu einer soliden
Finanzperformance und dauerhaftem Wettbewerbsvorteil beitragen.

Beim ersten Hebel handelt es sich um regelmäßige Überprüfungen und
Belastungstests der Wertschaffungsstrategie. Kapitalallokation und
Portfoliomanagement der Unternehmen müssen stimmen. Und was noch
wichtiger ist: Wertschaffung und Risiken müssen systematisch und für
verschiedene Investitionsoptionen betrachtet werden, damit man sicher
sein kein, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Der zweite Hebel betrifft das proaktive und kontinuierliche
Management von Länderrisiken und Stakeholder-Relations - nicht nur in
der Erschließungsphase, sondern während des gesamten Lebenszyklus der
Projekte.

Beim dritten Hebel geht es darum, die Erfolgswahrscheinlichkeit
von Projekten zu erhöhen. Projekte sind in der Ausführung komplexer,
Megaprojekte zur Norm geworden. Entscheidend für das Gelingen sind
unter anderem eine solide Projektsteuerung, straffe Ressourcenplanung
und eine gesamthafte Überwachung der Projektpipeline.

Der vierte Hebel - die Entwicklung eines operativen Systems mit
vielen Vorteilen - umfasst eine Reihe von Strategien, mit denen man
den Auswirkungen unsicherer Nachfrage, steigender Kosten, immer
schwierigerer wirtschaftlicher Bedingungen und rückläufiger
Arbeitsproduktivität entgegenwirken kann. Solche Strategien reichen
von der Realisierung von Skalenvorteilen im Einkauf bis zur
Verbesserung der Reproduzierbarkeit und der Schaffung von Vorteilen
auf der Personalseite.

"Besonders wichtig bei alledem ist, dass Unternehmen mehrere
Szenarien betrachten - und dass sie ihre Beweglichkeit und ihre
Anpassungsfähigkeit verbessern", empfiehlt Roland Haslehner.

The Boston Consulting Group (BCG) ist eine internationale
Managementberatung und weltweit führend auf dem Gebiet der
Unternehmensstrategie. BCG unterstützt Unternehmen aus allen Branchen
und Regionen dabei, Wachstumschancen zu nutzen und ihr
Geschäftsmodell an neue Gegebenheiten anzupassen. In
partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit den Kunden entwickelt BCG
individuelle Lösungen. Gemeinsames Ziel ist es, nachhaltige
Wettbewerbsvorteile zu schaffen, die Leistungsfähigkeit des
Unternehmens zu steigern und das Geschäftsergebnis dauerhaft zu
verbessern. BCG wurde 1963 von Bruce D. Henderson gegründet und ist
heute an 78 Standorten in 43 Ländern vertreten. Das Unternehmen
befindet sich im alleinigen Besitz seiner Geschäftsführer. In
Deutschland und Österreich erwirtschaftete BCG im Jahr 2011 mit 980
Beraterinnen und Beratern einen Umsatz von 490 Millionen Euro. Für
weitere Informationen: www.bcg.at

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