- 12.02.2013, 12:30:31
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Bad Blumau: Bestsellerautor Dahlke warnt vor Marktmacht der Handelsketten
"Spar unterwandert etablierte bäuerliche Strukturen"
Utl.: "Spar unterwandert etablierte bäuerliche Strukturen" =
Graz (TP/OTS) - Der Bestsellerautor Rüdiger Dahlke, der sich in
seinem aktuellen Buch "Peace Food" mit den Problemen durch
Massenproduktion von Lebensmitteln auseinandersetzt, warnt vor der
Konzentration am österreichischen Lebensmittelmarkt. "Die
Lebensmittelketten Billa und Spar haben eine Marktmacht erreicht, die
international ihresgleichen sucht. Das bedeutet auch, dass sie damit
wirtschaftlichen und politischen Einfluss nehmen können, der einem
Land, sofern diese Marktmacht keine ausreichende Kontrolle
unterliegt, nicht gut tut."
Folgen der Marktmacht
Dahlke, der sich bei Nahrung für Qualität statt Quantität und für
Lebensmittel statt Industriefutter einsetzt, verwies auf ein Projekt
der Lebensmittelkette "Spar" in der Steiermark. "Im Kurort Bad Blumau
zeigt Spar gerade, was diese Form von Marktmacht in Zukunft bedeuten
kann: Weil der Lebensmittelmarkt bereits gesättigt ist, versuchen die
Handelsketten nun, ihre Macht im Bereich der Produktion von
Lebensmitteln auszuweiten. Dies nicht nur mit der Produktion von
Eigenmarken, mit denen sie den Markenartiklern Konkurrenz machen,
sondern jetzt auch in der Landwirtschaft."
In Bad Blumau plant Spar mithilfe des Obst- und Gemüsekonzerns
"Frutura" eine 24 Hektar große Glashausanlage, in der sie einen
großen Teil ihres Bedarfs an Tomaten und Paprika für ihre Supermärkte
erzeugen will. "Damit würden etablierte bäuerliche Strukturen
unterwandert, was ein Schritt in die falsche Richtung wäre."
Aufruf zur Selbstbeschränkung
Je mehr Großproduktion es gäbe, desto schlechter sei das für die
Nahrung, betonte Dahlke. "Die ideale Ernährung besteht aus regional
und saisonal angepassten Bio-Produktion, die vollwertige Lebensmittel
schafft, so wie wir das in unserem Zentrum TamanGa mit weitgehender
Eigenversorgung anstreben", so Dahlke weiter. Ziel müsse es sein,
Lebensmittel wachsen zu lassen, anstatt Massenware zu produzieren.
Solange die österreichische Rechtslage eine Konzentration am
Lebensmittelmarkt wie die bestehende zulasse, seien die Handelsketten
aufgerufen, Selbstbeschränkung zu üben. "Spar und die Rewe Group
Austria müssen bei allem verständlichen Interesse an
Umsatzmaximierung das Wohl des Landes und seiner Bürgerinnen und
Bürger im Auge behalten", so Dahlke.
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