Die Wohnbauförderung in Wien ist am Ende

Nur rd. 30 (!) der 30.000 sanierungsbedürftigen Wiener Miethäuser wurden 2012 gefördert

Wien (OTS) - 2009 wurde die Sanierungsförderung in Wien attraktiver gemacht - zumindest am Papier. Tatsächlich ist seitdem das Förderwesen komplett zusammengebrochen und das Vertrauen in den Wiener Wohnfond bis auf die Grundmauern erschüttert. Von den 30.000 sanierungswürdigen Mietshäusern wurden letztes Jahr gerade einmal 30 von der Stadt gefördert.

Die Stadt fördert sich selbst

Mit den vorhandenen Finanzen werden fast ausschließlich Wiener Wohnen und Wohnbau-genossenschaften bedient. Da bleibt dann für die Privaten nichts mehr übrig.

Hausverwaltungen haben vor einigen Jahren Sanierungsspezialisten aufgenommen um den Boom Rechnung zu tragen. Doch in den vergangenen Jahren ist es aufgrund der Probleme bei den Förderansuchen in Wien immer schwieriger geworden Hauseigentümer von umfangreicheren Sanierungsmaßnahmen zu überzeugen. Daher wird derzeit wird kaum mehr um Förderungen angesucht - 2012 waren es insgesamt nur noch rd. 200 Ansuchen.

Der Grund liegt darin, dass Private weder einen Zugang zu Einmalzuschüssen und schon gar nicht ein Landesdarlehen erhalten. Letzteres kurioser Weise deshalb nicht, weil das internationale Zinsniveau extrem niedrig ist und das Gesetz einen maximalen Förderzinssatz von "Euribor + 1 %" verlangt. Da der Euribor - jener Zinssatz, um den sich die größten europäischen Banken gegenseitig Geld leihen - derzeit bei einem historischen Tief von 0,2 % liegt, würden nur Darlehen mit einem Maximalzinssatz von 1,2 % gefördert. Private erhalten aber natürlich um diesen Zinssatz keine Kredite -und daher auch keine Förderungen.

1.000 Jahre um Wien zu sanieren

Mag. Hans Jörg Ulreich von der Fachgruppe Wien der Immobilientreuhänder: "Bei der aktuellen Vorgehensweise braucht Wien noch 1.000 Jahre um alle seine sanierungsbedürftigen Immobilien zu modernisieren. Betroffen sind vor allem viele schöne Gründerzeithäuser, für die grundsätzlich eine hohe Sanierungsbereitschaft von den Eigentümern besteht, aber der entsprechend notwendige Anreiz von der Stadt nicht geschaffen wird!"

Aufstockung der Förderungen auch im Neubau dringend nötig

Das Geld fehlt aber auch im Neubaubereich - und das spiegelt sich wiederum 1:1 in den steigenden Mieten wider. Bis 2030 soll Wien fast 2 Mio. Einwohner erhalten. Derzeit werden gerade einmal ca. 6.000 Wohneinheiten errichtet, rd. 9.000 müssten es eigentlich sein. Ulreich: "Wir fordern hier eine rasche Anhebung der Fördermittel. Solange genügend Wohnungen in Wien neu errichtet wurden, war das Mietthema nicht vorhanden. Erst seitdem die Stadt die Fördermittel für den Wohnungsneubau eingeschränkt hat wirkt der Markt und die Mieten steigen. Nur wenn der Wohnbau mit der Zuwanderung Schritt hält, wird Wohnen langfristig leistbar bleiben!"

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Hans Jörg Ulreich
Immobilien- und Vermögenstreuhänder
Fachgruppe Wien
Tel.: 01/7866110-15
Email: h.ulreich@ulreich.at

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