• 11.02.2013, 08:51:40
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Die Wohnbauförderung in Wien ist am Ende

Nur rd. 30 (!) der 30.000 sanierungsbedürftigen Wiener Miethäuser wurden 2012 gefördert

Utl.: Nur rd. 30 (!) der 30.000 sanierungsbedürftigen Wiener
Miethäuser wurden 2012 gefördert =

Wien (OTS) - 2009 wurde die Sanierungsförderung in Wien attraktiver
gemacht - zumindest am Papier. Tatsächlich ist seitdem das
Förderwesen komplett zusammengebrochen und das Vertrauen in den
Wiener Wohnfond bis auf die Grundmauern erschüttert. Von den 30.000
sanierungswürdigen Mietshäusern wurden letztes Jahr gerade einmal 30
von der Stadt gefördert.

Die Stadt fördert sich selbst

Mit den vorhandenen Finanzen werden fast ausschließlich Wiener
Wohnen und Wohnbau-genossenschaften bedient. Da bleibt dann für die
Privaten nichts mehr übrig.

Hausverwaltungen haben vor einigen Jahren Sanierungsspezialisten
aufgenommen um den Boom Rechnung zu tragen. Doch in den vergangenen
Jahren ist es aufgrund der Probleme bei den Förderansuchen in Wien
immer schwieriger geworden Hauseigentümer von umfangreicheren
Sanierungsmaßnahmen zu überzeugen. Daher wird derzeit wird kaum mehr
um Förderungen angesucht - 2012 waren es insgesamt nur noch rd. 200
Ansuchen.

Der Grund liegt darin, dass Private weder einen Zugang zu
Einmalzuschüssen und schon gar nicht ein Landesdarlehen erhalten.
Letzteres kurioser Weise deshalb nicht, weil das internationale
Zinsniveau extrem niedrig ist und das Gesetz einen maximalen
Förderzinssatz von "Euribor + 1 %" verlangt. Da der Euribor - jener
Zinssatz, um den sich die größten europäischen Banken gegenseitig
Geld leihen - derzeit bei einem historischen Tief von 0,2 % liegt,
würden nur Darlehen mit einem Maximalzinssatz von 1,2 % gefördert.
Private erhalten aber natürlich um diesen Zinssatz keine Kredite -
und daher auch keine Förderungen.

1.000 Jahre um Wien zu sanieren

Mag. Hans Jörg Ulreich von der Fachgruppe Wien der
Immobilientreuhänder: "Bei der aktuellen Vorgehensweise braucht Wien
noch 1.000 Jahre um alle seine sanierungsbedürftigen Immobilien zu
modernisieren. Betroffen sind vor allem viele schöne
Gründerzeithäuser, für die grundsätzlich eine hohe
Sanierungsbereitschaft von den Eigentümern besteht, aber der
entsprechend notwendige Anreiz von der Stadt nicht geschaffen wird!"

Aufstockung der Förderungen auch im Neubau dringend nötig

Das Geld fehlt aber auch im Neubaubereich - und das spiegelt sich
wiederum 1:1 in den steigenden Mieten wider. Bis 2030 soll Wien fast
2 Mio. Einwohner erhalten. Derzeit werden gerade einmal ca. 6.000
Wohneinheiten errichtet, rd. 9.000 müssten es eigentlich sein.
Ulreich: "Wir fordern hier eine rasche Anhebung der Fördermittel.
Solange genügend Wohnungen in Wien neu errichtet wurden, war das
Mietthema nicht vorhanden. Erst seitdem die Stadt die Fördermittel
für den Wohnungsneubau eingeschränkt hat wirkt der Markt und die
Mieten steigen. Nur wenn der Wohnbau mit der Zuwanderung Schritt
hält, wird Wohnen langfristig leistbar bleiben!"

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | BTT

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