ÖSTERREICH: Kanzler kritisiert David Cameron

Faymann: "Er hat aus innenpolitischen Gründen auf Egoismus statt Gemeinschaft in der EU gesetzt."

Wien (OTS) - Nach der Einigung über das neue EU-Budget kritisiert SPÖ-Bundeskanzler Werner Faymann Großbritanniens Premier David Cameron in einem Interview in der Tageszeitung ÖSTERREICH (Sonntagsausgabe) scharf: "Ich habe ihn auch in den Sitzungen kritisiert. Er hat aus innenpolitischen Gründen auf Egoismus statt Gemeinschaft in der EU gesetzt. Nur laut Schreien ist noch kein Erfolg. Man braucht Teamgeist und Gemeinschaftssinn in der EU. Dieser Stil wird immer mehr zum Negativbeispiel. Und ist auch zunehmend isoliert. Härte ist ja nicht nur plumpe Brutalität, sondern harte Überzeugungsarbeit."

Mit dem EU-Budget sei er zufrieden, da "es wichtig war, dass wir als EU den Menschen zeigen, dass wir etwas zustande bringen." "Für Österreich konnten wir ein gutes Ergebnis erzielen", so Faymann.

Von den versuchten VP-Vetodrohungen distanziert sich der SPÖ-Kanzler im ÖSTERREICH-Interview: "Ich habe auf meinen Stil gesetzt: Harte und gute Verhandlungen anstatt zu drohen. Wenn jeder nur noch droht, erreicht man gar nichts. Und unter den Regierungschefs sitzen ja nicht so furchtsame Menschen. Wer soll sich vor diesen Drohungen fürchten?"

An ein Veto des EU-Parlaments glaubt Faymann nicht: "Ich denke nicht, dass das EU-Budget im EU-Parlament wegen 20 Milliarden gekippt wird."

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