Medienrat ersucht um Vorsicht in der Kriminalberichterstattung

Mörder sind "mutmaßliche Mörder", bis zur Verurteilung durch ein ordentliches Gericht

Wien (OTS/ÖJC) - Der Österreichische Medienrat des ÖJC ersucht erneut alle Kolleginnen und Kollegen, den "Österreichischen Journalistenkodex" einzuhalten.

Konkreter Anlass ist ein Bericht der Gratis-Zeitung "Heute" in der Ausgabe vom 5. Februar 2013, in dem unter dem Titel "'CSI Tirol' fasst Frauenmörder" von der Ermittlung des "wahren Mörders" unter voller Namensnennung samt Foto des Verdächtigen berichtet wird.

Der Medienrat kritisiert in diesem Zusammenhang, dass die Person auf dem Foto nicht unkenntlich gemacht wurde und im Text die Unschuldsvermutung fehlt. Schließlich gibt es zwar angeblich einen DNA-Nachweis der Täterschaft, aber noch immer gilt im Rechtsstaat Österreich der Grundsatz, dass als unschuldig zu gelten hat, wer noch nicht von einem ordentlichen Gericht verurteilt worden ist. Und da macht es auch keinen Unterschied, dass der vermeintliche Mörder offenbar ein Bulgare ist.

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