- 05.02.2013, 13:48:26
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EU-Obermayr: Brüssel darf nicht in die Gesundheitskompetenz der EU Staaten hineinpfuschen
EU plant Arzneimittelzulassungen unter Druck der Pharmaindustrie
Utl.: EU plant Arzneimittelzulassungen unter Druck der
Pharmaindustrie =
Wien (OTS) - Das Gleichgewicht zwischen Gesundheits- und
Industriepolitik in Europa ist unausgewogen. 81 Prozent der
Österreicher sehen zu großen Einfluss der Lobbyisten der
Pharmaindustrie in Brüssel. Jüngstes Beispiel dafür sind die
geplanten Arzneimittelzulassungen. Da es der Pharmaindustrie nicht
schnell genug geht, versucht nun die Europäische Kommission die
einzelnen Mitgliedstaaten per Richtlinie zur möglichst raschen
Aufnahme in die staatlichen Krankenversicherungssysteme und zur
passenden Preisfestsetzung von Arzneimitteln zu zwingen.
"Wenn die EU die Fristen für das Verfahren der Preisfestsetzung,
sowie die Aufnahme von Humanarzneimitteln in die staatlichen
Krankenversicherungssysteme von einem halben Jahr auf 30 Tage
verkürzt, und obendrein auch noch wie geplant die Prüfungskriterien
einschränkt, steht die Gesundheit der Patienten auf dem Spiel. Wenn
es um die Gesundheit von Menschen geht, muss ausreichend Zeit für die
pharmakologische, medizinisch-therapeutische und
gesundheitsökonomische Bewertung von Arzneimittel zur Verfügung
stehen", meint der freiheitliche EU-Abgeordnete Mag. Franz Obermayr.
Mitgliedsstaaten per Sanktionen zu einer überhasteten Einführung
eines Generikums zu nötigen, wird auf keinen Fall, wie die Kommission
behauptet, das Funktionieren des Binnenmarktes für Arzneimittel
verbessern, sondern allein die Gesundheitskompetenz der EU Staaten
einschränken. "Die wesentlichen Voraussetzungen zur Zulassung eines
Arzneimittels sind eine angemessene pharmazeutische Qualität,
therapeutische Wirksamkeit und Unbedenklichkeit sowie ein günstiges
Nutzen-Risiko-Verhältnis. Um das abzuwägen braucht man Zeit. Ich
jedenfalls", so Obermayr "sehe keinerlei Indikation für derartig
risikoreiche Eingriffe der EU in die Verantwortung der einzelnen
Staaten".
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