Umfrage der Bundesschülervertretung: 50 Prozent der Schüler fühlen sich durch den Schulalltag demotiviert

Sinnhaftigkeit der Lerninhalte wird vielfach bezweifelt

Wien, 5. Februar 2012 (OTS) - Die Bundesschülervertretung hat im Rahmen ihres Vertretungsauftrags eine Umfrage unter Schülern aus ganz Österreich durchgeführt. Zentrales Thema war hierbei die Zufriedenheit der Schüler mit der Schule und der dort erhaltenen Ausbildung. Einige Schritte, welche die Bundesschülervertretung zur Verbesserung der mangelhaften Bereiche erarbeitet hat, werden in den kommenden Tagen der Öffentlichkeit präsentiert.

50 Prozent der Schüler fühlen sich durch ihren Schulalltag demotiviert. Gute Leistungen zu erbringen ist in Österreichs Schulen laut der Umfrage für die Hälfte der befragten Schüler nicht attraktiv. Doch warum sind die Schüler in Österreich so lernverdrossen?

"Durch unsere Umfrage zeigt sich deutlich, dass eine große Mehrheit der Schüler, genauer gesagt 87 Prozent der Schüler, den erlernten Lehrstoff nicht als sinnvoll erachtet. Ein Warnsignal, das ernst genommen werden muss. Ein Betrieb, in dem 87 Prozent der Mitarbeiter die Sinnhaftigkeit ihrer Aufgabe nicht gegeben sehen, wird mit 87 Prozent verminderter Qualität produzieren. So wundert auch die Demotivation, mit der die Hälfte der Schüler zu kämpfen hat, nicht mehr", zeigt Bundesschulsprecher Wagner auf.

Die Schüler können sich mit dem Erlernten oftmals kaum identifizieren und sehen die Sinnhaftigkeit in Hinblick auf ihren weiteren Bildungsweg nicht gegeben. Daraus resultiert auch, dass viele Schüler sogenanntes "Bulimie-Lernen" betreiben. Kurz vor der Prüfung wird versucht, möglichst viel Stoff ins Kurzzeitgedächtnis zu quetschen, um sich bei der Prüfung dieses Stoffes wieder zu entledigen. So vergessen rund 63 Prozent der 4.500 befragten Schüler, laut eigenen Angaben, den erlernten Stoff kurz nach der Prüfung wieder.

"Wenn ich die Sinnhaftigkeit dessen, was ich erlerne, nicht sehe, dann werde ich auch nicht versuchen, den Stoff lange zu behalten. Sinnvolles und effizientes Lernen sieht anders aus", stellt Wagner ganz klar fest.

Zudem empfindet nur die Hälfte der Schüler die Schule als gute Vorbereitung auf ihren weiteren Bildungs- und Lebensweg. Wagner dazu:
"Österreichs Schulsystem muss endlich den Schüler und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellen. Die Schüler müssen gefragt und ihre Vorschläge eingebunden werden, denn kein Politiker weiß besser als der Schüler, der jeden Tag in der Klasse sitzt, was Österreichs Schulen brauchen."

Die BSV ist die gesetzlich gewählte Vertretung der österreichischen Schülerinnen und Schüler. Sie besteht aus 27 Landesschulsprechern und zwei Sprechern der Zentrallehranstalten. Der derzeitige Bundesschulsprecher Felix Wagner kommt aus der Österreichischen Schülerunion.

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