Teure Vitamine statt Rotweinstraße

Aus versprochenem Tagesausflug wurde Verkaufsveranstaltung im Gasthaus

Wien (OTS/AKNÖ) - Statt einem Tagesausflug in die Region Rotweinstraße und kostenloser "kulinarischer Rundumversorgung", erlebte eine Niederösterreicherin eine Werbefahrt für überteuerte Nahrungsergänzungsmittel und Reisen. Das Essen in einem Gasthaus in Brunn am Gebirge musste sie selbst bezahlen. Die AKNÖ rät: Meiden Sie Werbefahrten!

Es klang sehr schön: Frau S. aus Mannersdorf, Niederösterreich, erhielt Ende des vergangenen Jahres von der Firma Eventplanung J. N. eine Einladung zu einer "Preisverleihung für Ehrenkunden". Die Preisverleihung sollte im Rahmen eines Tagesausflugs in die Region Rotweinstraße inklusive "kulinarischer Rundumversorgung" mit gratis Begrüßungsdrink, Frühstück und Mittagessen stattfinden. Was Frau S. und 50 weitere hauptsächlich älteren Personen erlebten, war aber alles andere als ein schöner Tagesauflug. Sie landete nach einer längeren Busfahrt im Gasthaus Rainer in Brunn am Gebirge. Das Essen musste sie dort selbst bezahlen. Statt einer Preisverleihung gab es eine Verkaufsveranstaltung für Reisen und einen Halbjahresbedarf des Nahrungsergänzungsmittels "Orthosana" um stolze 1.632 Euro. "Personen, die an solchen Veranstaltungen teilnehmen, werden die in den Einladungen angekündigten Ausflüge, hohen Gewinne und wertvollen Preise nicht bekommen. Die einzigen, die etwas davon haben sind letztlich die Veranstalter solcher Werbefahrten und die Hersteller von - wie im aktuellen Fall - völlig überteuerten und unnötigen Nahrungsergänzungsmitteln", warnt die AKNÖ-Expertin Christa Hörmann. Das bestätigt auch Markus Zsivkovits von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES): "Nahrungsergänzungsmittel mit Vitaminen, Mineralstoffen und anderen Substanzen bekommt man zum Teil auch günstiger in jeder Apotheke, in Drogerien und im Lebensmittelhandel. Für die gesunde Durchschnittsbevölkerung sind diese Mittel aus ernährungswissenschaftlicher Sicht nicht notwendig."

AKNÖ verständigte Behörden

Frau S. reagierte richtig. Sie kaufte keines der Produkte und rief noch während der Veranstaltung die AKNÖ-KonsumentenschützerInnen an. "Wir haben die zuständige Bezirkshauptmannschaft über eine Werbeveranstaltung im Gasthaus Rainer in Brunn am Gebirge informiert", schildert Hörmann. Als die Polizei schließlich im Gasthaus eintraf, waren die Kaufverträge allerdings schon unterschrieben und die Veranstaltung fast zu Ende. "Den trickreich vorgehenden Veranstaltern von Werbefahrten geht es nur darum, ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse und finanziellen Möglichkeiten der Konsumentinnen und Konsumenten, möglichst viele ihrer teuren Produkte zu verkaufen und Gewinn zu machen", so Hörmann. Dabei halten sie sich selten an die Gesetze. So melden sie die Veranstaltungen auch nicht den Behörden, obwohl das laut Gesetz vorgesehen ist. Hörmann rät deshalb KonsumentInnen, Werbefahrten grundsätzlich zu meiden.

Unseriöse Firmen finden Sie im Internet unter www.haendewegvonwerbefahrten.at.

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