- 31.01.2013, 12:38:10
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Teure Vitamine statt Rotweinstraße
Aus versprochenem Tagesausflug wurde Verkaufsveranstaltung im Gasthaus
Utl.: Aus versprochenem Tagesausflug wurde Verkaufsveranstaltung im
Gasthaus =
Wien (OTS/AKNÖ) - Statt einem Tagesausflug in die Region
Rotweinstraße und kostenloser "kulinarischer Rundumversorgung",
erlebte eine Niederösterreicherin eine Werbefahrt für überteuerte
Nahrungsergänzungsmittel und Reisen. Das Essen in einem Gasthaus in
Brunn am Gebirge musste sie selbst bezahlen. Die AKNÖ rät: Meiden Sie
Werbefahrten!
Es klang sehr schön: Frau S. aus Mannersdorf, Niederösterreich,
erhielt Ende des vergangenen Jahres von der Firma Eventplanung J. N.
eine Einladung zu einer "Preisverleihung für Ehrenkunden". Die
Preisverleihung sollte im Rahmen eines Tagesausflugs in die Region
Rotweinstraße inklusive "kulinarischer Rundumversorgung" mit gratis
Begrüßungsdrink, Frühstück und Mittagessen stattfinden. Was Frau S.
und 50 weitere hauptsächlich älteren Personen erlebten, war aber
alles andere als ein schöner Tagesauflug. Sie landete nach einer
längeren Busfahrt im Gasthaus Rainer in Brunn am Gebirge. Das Essen
musste sie dort selbst bezahlen. Statt einer Preisverleihung gab es
eine Verkaufsveranstaltung für Reisen und einen Halbjahresbedarf des
Nahrungsergänzungsmittels "Orthosana" um stolze 1.632 Euro.
"Personen, die an solchen Veranstaltungen teilnehmen, werden die in
den Einladungen angekündigten Ausflüge, hohen Gewinne und wertvollen
Preise nicht bekommen. Die einzigen, die etwas davon haben sind
letztlich die Veranstalter solcher Werbefahrten und die Hersteller
von - wie im aktuellen Fall - völlig überteuerten und unnötigen
Nahrungsergänzungsmitteln", warnt die AKNÖ-Expertin Christa Hörmann.
Das bestätigt auch Markus Zsivkovits von der Agentur für Gesundheit
und Ernährungssicherheit (AGES): "Nahrungsergänzungsmittel mit
Vitaminen, Mineralstoffen und anderen Substanzen bekommt man zum Teil
auch günstiger in jeder Apotheke, in Drogerien und im
Lebensmittelhandel. Für die gesunde Durchschnittsbevölkerung sind
diese Mittel aus ernährungswissenschaftlicher Sicht nicht notwendig."
AKNÖ verständigte Behörden
Frau S. reagierte richtig. Sie kaufte keines der Produkte und rief
noch während der Veranstaltung die AKNÖ-KonsumentenschützerInnen an.
"Wir haben die zuständige Bezirkshauptmannschaft über eine
Werbeveranstaltung im Gasthaus Rainer in Brunn am Gebirge
informiert", schildert Hörmann. Als die Polizei schließlich im
Gasthaus eintraf, waren die Kaufverträge allerdings schon
unterschrieben und die Veranstaltung fast zu Ende. "Den trickreich
vorgehenden Veranstaltern von Werbefahrten geht es nur darum, ohne
Rücksicht auf die Bedürfnisse und finanziellen Möglichkeiten der
Konsumentinnen und Konsumenten, möglichst viele ihrer teuren Produkte
zu verkaufen und Gewinn zu machen", so Hörmann. Dabei halten sie sich
selten an die Gesetze. So melden sie die Veranstaltungen auch nicht
den Behörden, obwohl das laut Gesetz vorgesehen ist. Hörmann rät
deshalb KonsumentInnen, Werbefahrten grundsätzlich zu meiden.
Unseriöse Firmen finden Sie im Internet unter
www.haendewegvonwerbefahrten.at.
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