Industrie begrüßt Einführung der Bildungsteilzeit

IV-GS Neumayer: Förderung der Weiterbildung bei aufrechtem Dienstverhältnis sichert langfristig Arbeitsplätze - Verbesserung bei der Rot-Weiß-Rot Karte wird begrüßt

Wien (OTS/PdI) - "Fort- und Weiterbildung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Unternehmen, ist ein wichtiges Instrument um die fachliche Qualifikation zu fördern und aufrecht zu erhalten. Daher begrüßen wir die Einführung der Bildungsteilzeit sehr", so der der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer zu dem heute, Dienstag, im Ministerrat beschlossenem Modell. Dadurch kann nach Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Mitarbeiterin, Mitarbeiter die Arbeitszeit einvernehmlich reduziert werden, um neben der Berufstätigkeit Weiterbildungsmaßnahmen zu absolvieren. Weiterbildungsmaßnahmen basieren auf Freiwilligkeit, "alle sollen davon profitieren", betonte Neumayer. "Deshalb brauchen Unternehmen die größtmögliche Flexibilität in der Ausgestaltung. Warum eine Bildungsteilzeit daher mindestens vier Monate dauern muss, ist nicht verständlich", so der IV-Generalsekretär. Die Industrie würde eine Verkürzung des Mindestzeitraums für die Bildungsteilzeit von vier auf zwei Monaten empfehlen.

Durch das ebenfalls im Zuge der Novelle vorgesehene Fachkräftestipendium, vergleichbar einem Selbsterhalterstipendium für Studien, können sich künftig gering und mittel qualifizierten Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen sowie Arbeitslose mit Hilfe eines Stipendiums zu Facharbeitskräften in Mangelberufen ausbilden lassen. "Ein erster wichtiger Schritt um dem bestehenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken", so Neumayer.

Auch bei der Rot-Weiß-Rot-Card wurden deutliche Verbesserungen erzielt. Nach der Neuregelung können in Zukunft Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen von Fachkräften und Schlüsselkräften den Antrag auf eine Rot-Weiß-Rot-Card bzw. Blaue Karte EU für die drittstaatsangehörige Person bei der zuständigen Behörde im Inland einbringen. "Durch diese Verbesserung erwarten wir für österreichische Unternehmen und Schlüsselkräfte künftig eine Verfahrensbeschleunigung und Erleichterungen bei der Verfahrensabwicklung." so Neumayer. "Allerdings wurden Bachelor-Absolventinnen und -Absolventen immer noch nicht berücksichtigt. Wir dürfen keine Unterschiede zwischen den Akademikern machen, und müssen auch den Bachelor-Absolventen die Möglichkeit eröffnen, ihre hier erworbenen Qualifikationen am österreichischen Arbeitsmarkt einzubringen. Es ist sowohl gesamtwirtschaftlich als auch gesellschaftlich ein Verlust, dass diese jungen Menschen, die gut integriert und ausgebildet sind mit ihrem Wissen und ihren Qualifikationen Österreich wieder verlassen, wo wir doch dringend qualifizierte Arbeitskräfte suchen", betonte der IV-Generalsekretär. Sinnvoll wäre es auch, "künftig Forscher und wissenschaftliches Personal in die Systematik der Rot-Weiß-Rot-Card aufzunehmen", so Neumayer. Forscherinnen und Forscher hätten zwar derzeit einen besonderen Aufenthaltstitel, diese ursprünglich als Anreiz gedachte Regelung, berge aber wesentliche Nachteile gegenüber der attraktiven Rot-Weiß-Rot-Card.

Kritisch sei demgegenüber die vorgesehene Übertragung des langen siebenjährigen Übergangsarrangements (2+3+3-Modell) zur Arbeitnehmerfreizügigkeit auf Kroatien. Auch für Staatsangehörige Bulgariens und Rumäniens enden die Einschränkungen der Arbeitnehmerfreizügigkeit und der Dienstleistungsfreiheit erst mit 31. Dezember 2013. Bereits die Öffnung des Arbeitsmarktes gegenüber den 2004 beigetretenen EU-Mitgliedstaaten mit 1. Mai 2011 erfolgte zu spät und hat Österreich einen Wettbewerbsnachteil beschert. Viele Fachkräfte aus Osteuropa sind bereits vor Jahren in andere EU-Staaten gewandert und damit am österreichischen Arbeitsmarkt vorbeigezogen. "Angesichts des Fachkräftemangels wäre daher eine raschere Öffnung gegenüber Bulgarien und Rumänien sinnvoll. Zudem sind die langen Übergangsfristen für Kroatien nicht nachvollziehbar. Eine Verschlechterung der österreichischen Arbeitsmarktsituation oder gar eine schwerwiegende Störung des nationalen Arbeitsmarktes aufgrund einer Öffnung gegenüber Kroatien ist vor allem unter Berücksichtigung der Größe des kroatischen Arbeitsmarktes nicht zu erwarten. Möchten wir in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben, ist ein attraktives Zuwanderungssystem unverzichtbar", so Neumayer.

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