- 29.01.2013, 11:00:34
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Fotos - Österreichische Fotografien von den 1930ern bis heute
Wien (OTS) - Fotos - Österreichische Fotografien von den 1930ern bis
heute zeigt knapp 100 künstlerische Arbeiten aus dem breiten Spektrum
heimischer Fotokunst der vergangenen Jahrzehnte, beginnend 1936 mit
Herbert Bayer bis hin zu aktuellen Positionen wie etwa Nadim Vardag.
Drei Leitmotive liegen der Werkauswahl zugrunde: die Menschen, die
Dinge, die uns umgeben, und die Linse zwischen all dem - also die
Fotografie selbst. Die Ausstellung vereint Werke aus den Sammlungen
des Belvedere, der Artothek des Bundes sowie der Fotosammlung des
Bundes der Österreichischen Fotogalerie und des Museums der Moderne
Salzburg.
Fotografie ist überall
In der Kunst längst als Medium anerkannt, ist Fotografie als
populäres Kommunikationsmittel unser ständiger Begleiter. Wie
begegnen wir ihr und der ungeordneten Flut von Bildern, mit der wir
im Alltag konfrontiert sind? Wie steht es um die österreichische
Fotografie heute? Und was sagt sie über den Stand der Dinge aus?
Diese Fragen bilden den Ausgangspunkt der Ausstellung, die Fotografie
als festen Bestandteil der österreichischen Kunstgeschichte lesbar
macht. "Das Belvedere ist dem österreichischen Kunstschaffen in allen
seinen Ausformungen verpflichtet. Es war mir daher seit 2007 ein
besonderes Anliegen, eine Fotografiesammlung auf- und auszubauen und
der Öffentlichkeit zugänglich zu machen", erklärt Agnes
Husslein-Arco. "Ich freue mich sehr über die verstärkte
Positionierung der Fotografie innerhalb der Sammlung des Hauses und
die Präsentation in einer allein diesem Medium gewidmeten
Ausstellung", so die Direktorin des Belvedere weiter.
Looking at things - Fotografie als Geschichte des Blicks
Nie zuvor waren die Anwendungsbereiche von Fotografie so
vielfältig wie heute. Neben künstlerischer und dokumentarischer
Fotografie, Bildjournalismus, Werbung und Wissenschaft ist die
Gebrauchsfotografie nun bedeutender denn je. Vor diesem Hintergrund
wirft die Ausstellung einen genauen Blick auf das Medium und sein
Potenzial. Denn neben den oft beiläufig wirkenden Alltagsbildern
existiert eine Form der Fotografie, die die Dinge aus ihrem
Gebrauchskontext heraushebt und sich künstlerisch mit ihren eigenen
technischen Möglichkeiten auseinandersetzt. Das Medium verfügt über
eine eigene Geschichte, zeigt zugleich eine Geschichte des Blicks und
birgt darüber hinaus eine Alltags-, Kultur- und Sozialgeschichte in
sich. "Unser Blick im Heute kommt nicht darum herum, unser Vorwissen
in unsere Wahrnehmung einfließen zu lassen. Das passiert auch bei
geografischen Kontextualisierungen von Werken", so Kurator Severin
Dünser. Durch den nationalen Fokus der Ausstellung schwinge auch
immer die Frage nach dem spezifisch Österreichischen mit, sei es als
Resultat von Projektionen oder von Erwartungshaltungen.
Motivfindung - Dinge, Menschen und die Fotografie an sich
Die drei bestimmenden Parameter der Fotografie liegen der
Ausstellung als Leitmotive zugrunde: Objekt, Subjekt und deren
In-Beziehung-Setzen - also Dinge, Menschen und die Fotografie an
sich. Der Fokus liegt auf den Motiven, welche sich dem Betrachter
frei von thematischer oder zeitlicher Kontextualisierung,
Hierarchisierung oder Chronologie offenbaren. Fotos zeigt
verschiedene Genres ohne jegliche Kategorisierung, beispielsweise
Stilllebenfotografie, künstlerische sowie dokumentarische Fotografie,
Porträt- und Aktfotografie, Presse- oder Reportagefotografie.
Digitale, nachbearbeitete Bilder finden ihren Platz neben analogen
Fotos, und aus gewissen Serien werden einzelne, isolierte Motive
gezeigt. Somit steht es jedem Betrachter frei, individuelle
Zuordnungen zu treffen, Bezüge herzustellen oder für sich selbst
Erzählungen zu finden. Die eigens entwickelte Ausstellungsarchitektur
von Clegg & Guttmann, deren Zwischenwände sich an der Konstruktion
des von Karl Schwanzer geplanten 21er Haus orientieren, eröffnet
immer wieder neue Sichtachsen und unterstützt so das Schweifen durch
die Schau.
Von der Stilllebenfotografie bis hin zu Foto-Fotos
Historische und zeitgenössische Stilllebenfotografie wird sowohl
in ihrer klassischen als auch in ihrer abstrakten Gestaltungsform
gezeigt und legt einen klaren, lakonischen Blick auf die Dinge des
Alltags frei. Diese Objektbezogenheit kommt beispielsweise bei Gerald
Domenigs Inszenierung zum Ausdruck, in der er Schokoladekekse wie
Ziegelblöcke im leeren Raum stapelt. Oder in Robert F. Hammerstiels
Inszenierungen von Plastikobst, deren Arrangements an historische
Stilllebenmalerei erinnern. Die Abbildungen von Menschen, Blicken
oder Momentaufnahmen kleiner Gesten offenbaren Zwischenmenschliches,
das u.a. in den Arbeiten von Herbert de Colle, Clegg & Guttmann,
Bernhard Fuchs und Matthias Herrmann zum Ausdruck kommt. Einige Werke
widmen sich dem Medium Fotografie selbst: "Die Insignien der
Fotografen tauchen an allen Ecken und Enden auf, seien es nun
Filmdosen, Kameradeckel, Dunkelkammern als Attribute bei Werner
Kaligofsky und Paul Albert Leitner oder das Licht als Protagonist der
Fotografie bei Peter Weibel, Michael Part, Herwig Kempinger, Günther
und Loredana Selichar und Inge Dick", erläutert Kurator Axel Köhne.
Drei Sammlungen spiegeln österreichische Fotografiegeschichte
wider
Die Exponate bieten einen Einblick in knapp 80 Jahre
österreichische Fotografie von Doyens wie Franz Hubmann und Ernst
Haas bis zu jungen Kunstschaffenden wie Kathi Hofer oder Anja
Ronacher. Sie stammen aus jenen Sammlungen, in denen sich das
Schaffen österreichischer Fotografen widerspiegelt: der Artothek des
Bundes, die seit Herbst 2012 im 21er Haus beheimatet ist, der
Fotosammlung des Bundes der Österreichischen Fotogalerie und des
Museums der Moderne Salzburg sowie dem Belvedere. Durch gezielte
Ankäufe wurden die Fotobestände des Hauses seit 2007 kontinuierlich
erweitert. Im Zusammenhang mit Die Sammlung #2, die im Obergeschoß zu
sehen ist, zeigt Fotos einmal mehr den zeitgenössischen
österreichischen Sammlungsbestand des Hauses.
Ein PDF des Ausstellungskatalogs, Pressebilder sowie die
Pressemappe stehen unter folgendem Link zum Download bereit:
www.belvedere.at/presse (Login: PR2013)
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