"Gebet der Solidarität": Keine Politik auf Flüchtlings-Kosten

Kardinal Schönborn: "Mehr Gerechtigkeit und Liebe" - KA-Präsidentin Schaffelhofer: Appell an Politik und Flüchtlinge in Votivkirche um konstruktive Lösung

Wien, 29.01.13 (KAP) Ein eindrucksvolles Zeichen der Solidarität mit Asylwerbern und Flüchtlingen haben Gläubige in ganz Österreich mit einem "Gebet der Solidarität" gesetzt. Hunderte kamen am Montagabend in mehreren Gotteshäusern des Landes zusammen, um für einen menschenwürdigen Umgang mit Asylsuchenden und Flüchtlingen zu beten. In Wien appellierte die Präsidentin der Katholischen Aktion Österreich, Gerade Schaffelhofer, an die politisch Verantwortlichen wie auch an die Flüchtlinge in der Votivkirche, zu einer konstruktiven Lösung beizutragen.

Jeder Art von Politik auf Kosten der Flüchtlinge erteilte Schaffelhofer eine deutliche Absage, so Schaffelhofer in der Wiener Ruprechtskirche. Diese politischen Ambitionen seien menschenverachtend und gefährlich. "Wer die Unterstützung von Flüchtlingen als Asylmissbrauch verurteilt, wer Helfer als Beitragstäter abstempelt, will aus der Notsituation von Menschen politisches Kapital schlagen. Das dürfen wir in Österreich nicht zulassen", sagte die KAÖ-Präsidentin wörtlich.

In Richtung der Flüchtlinge in der Votivkirche sagte die KAÖ-Präsidentin: "Euer Hilferuf wurde gehört. Eure Protestaktion hat Wirkung gezeigt." Ein fortdauernder Protest in der Votivkirche würde aber jenen politischen Kräften in die Hände spielen, "die sich euren Anliegen zur Gänze verschließen und gegen euch mobil machen".

Menschen in Not brauchen die Unterstützung von Christen, ihren Einsatz für gerechtere Gesetze, mehr Liebe und das Gebet. Das unterstrich Kardinal Christoph Schönborn in einer geistlichen Botschaft an die in der Wiener Ruprechtskirche versammelten Gläubigen. Er werde "vor allem für die Flüchtlinge beten, besonders für alle, die in der Votivkirche Zuflucht gefunden haben", betonte der Wiener Erzbischof, der sich derzeit mit der Diözesanleitung und den Dechanten außerhalb Wiens auf Klausur befindet. Schönborn: "Ich bete gleichermaßen um eine konkrete Verbesserung ihrer gegenwärtigen Situation und darum, dass es in ihrem heute so aussichtslosen Leben wieder eine Perspektive für eine normale Existenz geben möge."

Sein Gebet würde auch für die sein, "die die Flüchtlinge als Mittel zum politischen Zweck sehen, nur als Vertreter einer sozialen Kategorie und nicht jeden einzelnen als Ebenbild Gottes," erklärte der Kardinal. Und an alle Helfer gewandt, versicherte der Wiener Erzbischof, dass er für sie "um Geduld, Kraft, Toleranz und immer wieder erneuerter Freude an der Begegnung" beten wolle.

Der Generalsekretär von Amnesty Österreich, Heinz Patzelt, unterstrich bei dem "Gebet der Solidarität" in Wien, dass Menschenrechte und Menschenwürde unteilbar und überall gültig seien. Asyl dürfe in diesem Sinne nicht als "Gnadenakt" verstanden werden, sondern als ein "Recht". Als Vertreter einer "zutiefst laizistischen Organisation" sei er dankbar für Organisationen wie Caritas und Diakonie, welche ihre religiösen Überzeugungen nur dafür nutzen würden, "das Gute und Richtige zu tun", und auch für Religionsgemeinschaften, die "nicht nach dem religiösen Bekenntnis fragen, wenn Hilfe nottut".

Zum "Gebet der Solidarität" hatte die Katholische Aktion gemeinsam mit der Caritas, der evangelischen Diakonie, den Ordensgemeinschaften Österreich, der Katholischen Jugend, der "youngCaritas", der Wochenzeitung "Die Furche" sowie etlichen weiteren Organisationen und Gruppen eingeladen.

Gebetsaktionen wie in der Wiener Ruprechtskirche fanden u.a. auch in der Ursulinenkirche in Linz, der Herz-Jesu Kirche in Graz und im Haus der Begegnung in Innsbruck statt.

Mehr auf www.kathpress.at (ende) gpu/pwu/hkl/

nnnn

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KAT0001