- 29.01.2013, 09:34:15
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"Gebet der Solidarität": Keine Politik auf Flüchtlings-Kosten
Kardinal Schönborn: "Mehr Gerechtigkeit und Liebe" - KA-Präsidentin Schaffelhofer: Appell an Politik und Flüchtlinge in Votivkirche um konstruktive Lösung
Utl.: Kardinal Schönborn: "Mehr Gerechtigkeit und Liebe" -
KA-Präsidentin Schaffelhofer: Appell an Politik und
Flüchtlinge in Votivkirche um
konstruktive Lösung =
Wien, 29.01.13 (KAP) Ein eindrucksvolles Zeichen der Solidarität mit
Asylwerbern und Flüchtlingen haben Gläubige in ganz Österreich mit
einem "Gebet der Solidarität" gesetzt. Hunderte kamen am Montagabend
in mehreren Gotteshäusern des Landes zusammen, um für einen
menschenwürdigen Umgang mit Asylsuchenden und Flüchtlingen zu beten.
In Wien appellierte die Präsidentin der Katholischen Aktion
Österreich, Gerade Schaffelhofer, an die politisch Verantwortlichen
wie auch an die Flüchtlinge in der Votivkirche, zu einer
konstruktiven Lösung beizutragen.
Jeder Art von Politik auf Kosten der Flüchtlinge erteilte
Schaffelhofer eine deutliche Absage, so Schaffelhofer in der Wiener
Ruprechtskirche. Diese politischen Ambitionen seien
menschenverachtend und gefährlich. "Wer die Unterstützung von
Flüchtlingen als Asylmissbrauch verurteilt, wer Helfer als
Beitragstäter abstempelt, will aus der Notsituation von Menschen
politisches Kapital schlagen. Das dürfen wir in Österreich nicht
zulassen", sagte die KAÖ-Präsidentin wörtlich.
In Richtung der Flüchtlinge in der Votivkirche sagte die
KAÖ-Präsidentin: "Euer Hilferuf wurde gehört. Eure Protestaktion hat
Wirkung gezeigt." Ein fortdauernder Protest in der Votivkirche würde
aber jenen politischen Kräften in die Hände spielen, "die sich euren
Anliegen zur Gänze verschließen und gegen euch mobil machen".
Menschen in Not brauchen die Unterstützung von Christen, ihren
Einsatz für gerechtere Gesetze, mehr Liebe und das Gebet. Das
unterstrich Kardinal Christoph Schönborn in einer geistlichen
Botschaft an die in der Wiener Ruprechtskirche versammelten
Gläubigen. Er werde "vor allem für die Flüchtlinge beten, besonders
für alle, die in der Votivkirche Zuflucht gefunden haben", betonte
der Wiener Erzbischof, der sich derzeit mit der Diözesanleitung und
den Dechanten außerhalb Wiens auf Klausur befindet. Schönborn: "Ich
bete gleichermaßen um eine konkrete Verbesserung ihrer gegenwärtigen
Situation und darum, dass es in ihrem heute so aussichtslosen Leben
wieder eine Perspektive für eine normale Existenz geben möge."
Sein Gebet würde auch für die sein, "die die Flüchtlinge als Mittel
zum politischen Zweck sehen, nur als Vertreter einer sozialen
Kategorie und nicht jeden einzelnen als Ebenbild Gottes," erklärte
der Kardinal. Und an alle Helfer gewandt, versicherte der Wiener
Erzbischof, dass er für sie "um Geduld, Kraft, Toleranz und immer
wieder erneuerter Freude an der Begegnung" beten wolle.
Der Generalsekretär von Amnesty Österreich, Heinz Patzelt,
unterstrich bei dem "Gebet der Solidarität" in Wien, dass
Menschenrechte und Menschenwürde unteilbar und überall gültig seien.
Asyl dürfe in diesem Sinne nicht als "Gnadenakt" verstanden werden,
sondern als ein "Recht". Als Vertreter einer "zutiefst laizistischen
Organisation" sei er dankbar für Organisationen wie Caritas und
Diakonie, welche ihre religiösen Überzeugungen nur dafür nutzen
würden, "das Gute und Richtige zu tun", und auch für
Religionsgemeinschaften, die "nicht nach dem religiösen Bekenntnis
fragen, wenn Hilfe nottut".
Zum "Gebet der Solidarität" hatte die Katholische Aktion gemeinsam
mit der Caritas, der evangelischen Diakonie, den
Ordensgemeinschaften Österreich, der Katholischen Jugend, der
"youngCaritas", der Wochenzeitung "Die Furche" sowie etlichen
weiteren Organisationen und Gruppen eingeladen.
Gebetsaktionen wie in der Wiener Ruprechtskirche fanden u.a. auch in
der Ursulinenkirche in Linz, der Herz-Jesu Kirche in Graz und im
Haus der Begegnung in Innsbruck statt.
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