Abschied von der Verantwortung (von Michaela Geistler-Quendler)

Ausgabe 29. Jänner 2013

Klagenfurt (OTS) - Die Abschaffung des Pflegeregresses in Kärnten war ein wichtiger Schritt. Sie signalisierte, dass die Pflege von Menschen nicht ein individuelles Schicksal ist, sondern eine Aufgabe, der eine Gesellschaft gemeinsam nachzukommen hat. Mit der von der FPK forcierten Wiedereinführung der Maßnahme wurde genau dieses Konzept infrage gestellt. Und das für einen nicht gerade berauschenden Budget-Effekt. Dies legt nahe, dass es hier um mehr als "nur" diesen einen Punkt ging. Vielmehr zeichnete sich die Strategie ab, Pflege nachhause zu verlagern, wo sie zum großen Teil Frauen unbezahlt wahrnehmen. Der Regress spiegelt die Tendenz wider, dass man die Betreuung von Angehörigen noch stärker "privatisieren" will und sich wieder ein Stück aus der öffentlichen Verantwortung verabschiedet. Menschen, die sich für ihre Angehörigen die bestmögliche Versorgung in allen Betreuungsformen erhoffen, haben Besseres verdient.

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