- 25.01.2013, 10:44:51
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Karlheinz Töchterle ehrt wertvollen Einsatz für Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort
Wissenschaftsminister überreicht hohe staatliche Auszeichnungen an sechs Personen

Utl.: Wissenschaftsminister überreicht hohe staatliche
Auszeichnungen an sechs Personen =
Wien (OTS) - Am 24. Jänner 2013 zeichnete Wissenschafts- und
Forschungsminister o.Univ.-Prof. Dr. Karlheinz Töchterle im
Audienzsaal des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung
sechs Persönlichkeiten für ihre Verdienste um die Republik Österreich
aus. Brigitte Bailer, Ruth Lapide, Walter Seitter, Roland Falb, Ernst
Roubin und Klaus Schedler wurden mit hohen staatlichen Ehrenzeichen
geehrt. "Jede dieser Personen hat in ihrem Bereich einen wertvollen
Beitrag für den Wissens- und Wirtschaftsstandort Österreich geleistet
und mit Einsatz und Engagement zur intellektuellen Auseinandersetzung
mit wichtigen Themen beigetragen", so Wissenschaftsminister
Töchterle.
Mit dem großen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich
wird die wissenschaftliche Leiterin des Dokumentationsarchivs des
österreichischen Widerstandes, Hon.-Professorin Universitätsdozentin
Mag. Dr. BAILER, ausgezeichnet. Sie gilt als eine der profiliertesten
und international bekanntesten Forscher/innen zum Thema "Umgang
Österreichs mit der eigenen Vergangenheit". Bailer promovierte 1992
zum Thema "Wiedergutmachung" und bot damit erstmals Einblicke in den
mangelhaften Umgang Österreichs mit den Opfern des
Nationalsozialismus am Beispiel der Opferfürsorgegesetzgebung und
-vollziehung. Seit 1979 ist Brigitte Bailer wissenschaftliche
Mitarbeiterin des Dokumentationsarchivs, 2004 übernahm sie auch die
wissenschaftliche Leitung. Ab dem Wintersemester 1993/1994 arbeitete
sie als Lektorin am Institut für Politikwissenschaft, am Institut für
Zeitgeschichte habilitierte sie sich 2003 als Dozentin. Prägenden
Einfluss nimmt sie auf aktuelle zeitgeschichtliche Projekte, wie
beispielsweise hinsichtlich der Neugestaltung der österreichischen
Ausstellung in der internationalen Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau.
Außerdem leitet sie die 'academic working group' innerhalb der
österreichischen Delegation der "Task Force for international
cooperation on Holocaust education, remembrance and research".
Wegweisende Publikationen zu Revisionismus, Rechtsextremismus und vor
allem zur Rückstellungs- und Entschädigungsgesetzgebung veranlassten
das Institut für Zeitgeschichte Brigitte Bailer 2010 mit einer
Honorarprofessur auszuzeichnen.
Prof. h.c. Dr. h.c. Ruth LAPIDE darf sich über die Auszeichnung mit
dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse
freuen. Sie trägt vor allem durch ihre Bücher und TV-Sendungen
wesentlich zum Dialog und zur Versöhnung zwischen Juden und Christen
bei. Sie setzt sich überdies für die Verständigung zwischen dem
deutschsprachigen Raum und dem Staat Israel und für die Annäherung
der drei großen monotheistischen Religionen ein. Zu ihren
bekanntesten Publikationen bzw. Büchern zählen "Kennen Sie Adam, den
Schwächling" oder "Kennen Sie Jakob, den Starkoch". Hervorzuheben ist
ihr Studium der Geschichte des zweiten Tempels, d.h. Lapide studiert
sowohl das Alte als auch das Neue Testament. Im Jahr 2000 wurde sie
mit dem Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland
ausgezeichnet.
Ebenfalls mit dem Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse
wird Priv.-Doz. Dr. Walter SEITTER geehrt. Er studierte
Politikwissenschaft und Kunstgeschichte in München. Von 1974 bis 1981
war er Assistent am Institut für Politikwissenschaft an der
Rheinisch-Westfälischen Hochschule Aachen, 1983 habilitierte er sich
ebenda. Seit 1978 ist er Mitherausgeber der Zeitschrift "Tumult.
Schriften zur Verkehrswissenschaft". Seit 2006 hält Seitter
philosophische Privatseminare. Seine Übersetzungen von Werken Michael
Foucaults sowie anderer französischer Schriftsteller und Philosophen
haben wesentlich zur Verbreitung des zeitgenössischen Denkens an den
heimischen Universitäten beigetragen. Die Arbeiten von Seitter über
Kaiserin Elisabeth, das Nibelungenlied oder sein auf Französisch
erschienenes Buch über Wien zeigen die Verbundenheit des Autors mit
der Kunst-, Literatur-, Kultur- und Geistesgeschichte Österreichs.
Mit dem Berufstitel "Professor" wird Diplomingenieur Dr. Roland FALB
geehrt, der sich in der österreichischen und internationalen
Industrielandschaft besonders engagiert hat. Während seiner Tätigkeit
als Universitätsassistent waren seine wissenschaftlichen Arbeiten im
Bereich der Erforschung von Klimaeinflüssen auf arbeitende Menschen
(Behaglichkeit, Hitze, Kälte) in Österreich zu dieser Zeit
bahnbrechend. Aufbauend auf seinen Arbeiten kam es zur Novelle des
Nachtschicht-/Schwerarbeitergesetzes. Sein Buch "Klimabewertung in
Arbeitssystemen" ist auch heute noch ein Standardwerk auf diesem
Wissenschaftsgebiet. Seine weitere Karriere führte ihn in die
Steirerbrau AG. In dieser Zeit hat Falb wesentliche Impulse zur
Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Brauindustrie
gesetzt. Darüber hinaus war er am Aufbau des Wiener Büros von Roland
Berger beteiligt.
Ebenfalls verliehen wurde der Berufstitel "Professor" an Baurat h.c.
Diplomingenieur Dr. Ernst ROUBIN, dessen Engagement im Bauwesen
liegt. Im Rahmen seiner Arbeit beschäftigte er sich mit der
praxisorientierten Tätigkeit in einer der größten österreichischen
Bauun-ternehmungen bis zu deren Umsetzung auf wissenschaftlicher
Basis. Die Kenntnis der Zusammenhänge hinsichtlich Baudurchführung,
Wirtschaftlichkeit und Konkurrenzfähigkeit in diesem Wirtschaftszweig
führte dazu, dass immer noch effizientere Bauverfahren zur
Ausführungsreife gelangten. Nutznießer dieser Erkenntnisse waren
nicht nur der Hochbau, sondern auch die Objekte der städtischen
Infrastruktur. Dr. Roubin war aber nicht nur in der praktischen
Umsetzung tätig, sondern hat über viele Jahre hindurch in diesem
Bereich geforscht.
Für sein besonderes Engagement auf dem Gebiet der
Berufsbildungsforschung wurde Dr. Klaus SCHEDLER mit dem
Professorentitel ausgezeichnet. Mit Unterstützung des damaligen
Studienkommissions-Vorsitzenden gelang es Schedler, über Wahlfächer
eine studienplanmäßige Verankerung des berufspädagogischen
Schwerpunkts zu bewerkstelligen. In weiterer Folge war er auf
Vorschlag des Unterrichtsministeriums Experte Österreichs in dem
damaligen INES-Projekt, das sich mit der Entwicklung Statistischer
Indikatoren für das Bildungswesen beschäftigte. Die Ergebnisse
flossen in die Umsetzung des Projekts "Education at a Glance" ein. Im
Zuge der Vorbereitung des Österreichisches Beitritts zur EU wurde
Schedler von der "Union of Industrial and Employers' Confederation of
Europe (UNICE)" nominiert, die Teilnahme österreichischer
Einrichtungen beim "Europäischen Zentrum für die Förderung der
Berufsbildung (CEDEFOP)" vorzubereiten.
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