• 24.01.2013, 18:15:31
  • /
  • OTS0266 OTW0266

WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Die AUA kommt nicht aus den Turbulenzen - von Günter Fritz

Dass es wirtschaftlich aufwärtsgeht, ist kein Garant für Ruhe

Utl.: Dass es wirtschaftlich aufwärtsgeht, ist kein Garant für Ruhe =

Wien (OTS) - Heute Vormittag kommt es in der Zentrale der AUA am
Flughafen Wien zu einer Premiere: Erstmals veranstalten der
Betriebsrat der fliegenden Mitarbeiter und der des Bodenpersonals
gemeinsam Betriebsversammlungen und eine Pressekonferenz. Der Anlass
ist kein erfreulicher: Offensichtlich ist das Verhältnis zwischen
Beschäftigten und Management angespannt wie nie und die Luft
entsprechend dick. Die Mitarbeiter würden aufgrund aktueller
Entscheidungen und Maßnahmen des Vorstands das Vertrauen in die
Unternehmensführung verlieren, daher erfolge erstmals ein
Schulterschluss der Betriebsräte und ein gemeinsames Auftreten gegen
den "Crashkurs" des Managements. Zusätzlich wurden im Vorfeld
Vorwürfe transportiert, dass es bei 17 Bereichsleitern
Gehaltserhöhungen von mehr als zehn Prozent gegeben habe - obwohl
AUA-CEO Jaan Albrecht vor Weihnachten den Abbau von 150 Jobs im Zuge
der Beseitigung von Doppelgleisigkeiten angekündigt hat. Zudem soll
es Kündigungen im Krankenstand gegeben haben.

Vorwürfe, die vom Management allerdings zurückgewiesen werden: Die
Managergehälter seien eingefroren, auf variable Gehaltsbestandteile
sowie Boni sei verzichtet worden. Erhöhungen habe es nur für
Mitarbeiter gegeben, die mehr Verantwortung übernommen und einen
Karriereschritt vollzogen hätten. Vielmehr wird vermutet, dass die
Gewerkschaft, die im Konflikt um den Betriebsübergang des fliegenden
Personals zu Tyrolean den Kürzeren gezogen hat, sich einfach nur in
Erinnerung rufen will. Diese wiederum mutmaßt, der Vorstand agiere
willkürlich, um gegenüber der Frankfurter Lufthansa-Zentrale Stärke
zu demonstrieren.

Diese verfahrene Situation ist für die AUA, die den nachhaltigen
Turnaround noch nicht geschafft hat, kontraproduktiv. Die jahrelang
defizitäre Airline wird aufgrund des Betriebsübergangs und anderer
Maßnahmen von CEO Albrecht für 2012 voraussichtlich einen Gewinn in
Richtung von 60 Millionen Euro ausweisen. Mit 11,2 Millionen
Passagieren gab es im Vorjahr zudem ein Plus von 2,2 Prozent, obwohl
vier Flugzeuge außer Betrieb genommen wurden. Sollte es jetzt gar zu
Kampfmaßnahmen kommen, würde nicht nur das Image neuerlich
beschädigt, sondern wäre auch der wirtschaftliche Aufwärtskurs
gefährdet. Die Lage in der Branche ist schon schwierig genug.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PWB

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel